Zauberweibs Gewerkel

Gewerkeltes, Vorgestelltes, Spirituelles, Schnurgeliges :)

Montag, 13 Oktober, 2014

EVA-Projekt: Orakelset

Ich habe das Set (Buch mit 36 Karten) von Marlies & Klaus Holitzka schon seit einem Jahr. Und fast genau so lange überlege ich, ob ich dazu was schreiben will oder nicht. Mich stören einfach die viele Rechtschreib- und/oder Tippfehler im Buch. Und so mancher Satz hört völlig anders auf, als er angefangen hat. Da stellt sich die Frage: Haben die nicht einmal Korrektur gelesen? Ich meine, an so einem Werk hängt immer ein bisschen Herzblut - dann soll es doch auch gut aussehen, wenn es vollendet ist. Und nicht "irgendwie hingerotzt" wirken.

Liebe Holitzkas, falls ihr eine Neuauflage des EVA-Projekts plant, dann bittebitte, lest es vorher gründlich und aufmerksam durch. Schaltet die Rechtschreibprüfung im Textverarbeitungsprogramm ein. Ich finde wirklich, dass ein ordentliches Lektorat einen riesengroßen Unterschied macht!

Das also der Grund, weshalb ich das Orakelset bislang nicht empfehlen wollte. Weil das zugehörige Buch eine grottige Rechtschreibung hat. Der Grund, warum ich jetzt doch darüber schreibe: Die Karten und die Idee dahinter sind einfach genial!

Es werden 36 weibliche Archetypen vorgestellt. Die meisten - wenn nicht gar alle - kann jede von uns mehr oder weniger in sich wiederfinden. Ja, es ist eine Art Orakelset, es geht aber auch ein bisschen in Richtung psycholgische Selbsterkenntnis. Dass die Grenzen hier fließend sind, zeigt sich an diesem Set wirklich deutlich.

Die Karten sind relativ schlicht gehalten (also nicht überfrachtet), ein Mix aus Fotografie und Malerei. Doch gerade wegen dieser Schlichtheit sind sie klar "lesbar" - also genau richtig, wie sie sind.

Jeder Karte sind drei Begriffe zugeordnet. z.B.

Damit wird der jeweilige Archetyp gut umrissen und es fällt leichter, sich darin wieder zu erkennen.

Wie geht das nun?

Am einfachsten schaust du dir die Karten an und wählst die aus, die dir "am nächsten" sind, die dich am besten beschreiben - auch die unangenehmen! Dabei werden vermutlich so ca. fünf bis zwölf Karten rauskommen. Der Clou ist es nun, die Karten aufzustellen. Ganz ähnlich wie beim "Familienstellen". Also die Karten (ca. Postkartenformat) etwas wölben, so dass sie stehen bleiben.

Suche dir irgend ein Symbol, das dich selbst darstellen soll (das kann auch was ganz simples wie eine Kaffeetasse sein). Positioniere nun die gewählten Karten um dieses Symbol und zwar so, wie dir die Positionierung am stimmigsten erscheint. Gibt es Aspekte, die dir näher stehen oder nur am Rand eine Bedeutung haben? Tauchen manche Aspekte gerne zusammen mit anderen auf? Dann stelle diese auch nebeneinander. Nimm dir für diese Positionierung viel Zeit, bis du das Gefühl hast, dass alles passt. Meistens bekommst du dadurch schon eine Menge Einblick in dich selber. Besonders in konkreten Problem-Situationen kannst du mit dieser Methode einen Lösungsweg finden.

Gut ist es, wenn du die Aufstellung einige Zeit (über Nacht, oder zumindest einige Stunden) so belassen kannst und dich während dessen mit etwas anderem beschäftigst. Schau dir dein Gebilde mit einigem zeitlichen Abstand nochmals an - ich bin mir sicher, dass du weitere, andere Zusammenhänge finden wirst. Auch interessant kann es sein, das Werk von verschiedenen Seiten und aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten - also ganz konkret! :)

Bei der Auswahl der Karten fallen dir vielleicht auch einige auf, die du sofort ganz weit von dir weisen willst/kannst. Diesem Stapel kannst du dich in einer weiteren Sitzung ebenfalls widmen. Sind diese Aspekte wirklich alle so weit von dir weg? Wenn ja: Warum? Gibt es konkrete Anlässe dafür? Ist es gut für dich, dass diese Aspekte nicht zu dir gehören oder wäre es schöner, wenn der eine oder andere doch zu deinem "Team" gehören würde? Wie kannst du das ändern?

Dieses Ändern können ist ein wichtiger Punkt im EVA-Projekt. Such dir unter all den Karten, die noch übrig sind, jene aus, die deinem bestehenden "Team" helfen können, die es ergänzen können. Egal, ob du damit an einzelnen Aspekten deines Wesens arbeiten willst (z.B. kann das "Gesunde Selbst" der "Zweiflerin" helfen, unbegründete Eifersucht zu heilen) oder in einer konkreten Situation Hilfe brauchst.

Natürlich kannst du auch - wie bei jedem Kartendeck - eine Tages-, Wochen- oder Monatskarte ziehen und dich über einen bestimmten Zeitraum mit diesem einen Aspekt näher befassen. Und du kannst die Karten für ganz normale Legemuster verwenden. Samhain steht vor der Tür - da bietet sich ein Orakel ja direkt an. :)

Vielleicht hört sich das alles ein bisschen abstrakt an. Mein Vorschlag ist: Probier es einfach aus! Wobei sich die Idee mit dem Aufstellen z.B. auch aufs Tarot übertragen lässt.

Die Idee hinter dem EVA-Projekt ist absolut faszinierend, die Karten sehr schön und passend gestaltet, die Texte dazu (inhaltlich) aussagekräftig und verständlich - wenn man von den Rechtschreib- und Tippfehlern absieht!

Im Untertitel heißt es: Meine vielen Gesichter - Entdecke und lebe deine Vielfalt! Genau darum geht es hier. Um diesem Ziel näher zu kommen, haben Marlies & Klaus Holitzka ein passendes Werkzeug erschaffen. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass dieses Set auch in einer ganz normalen psychotherapeutischen Praxis/Klinik Anwendung findet.

Zauberweib am Montag, 13 Oktober, 2014 * Kategorien: Spirikram, Vorgestelltes
Artikel-Anfang * nach oben * Kommentare

Freitag, 19 September, 2014

Gewerkeltes im August

So sehr viel rumgewerkelt hab ich, seit ich wieder auf Arbeit bin, ja nicht. Es sei denn, ich zähle das jahreszeitenübliche Einkochen mit. Da gibt es Himbeer-, Brombeer-, Zwetschgen-, HimBirnmarmelade und natürlich Zucchini-Relish.

Gewerkeltes im August

Häkelpuschen (aka: Baddschgerle) kann man ja immer mal machen, die sind schnell gehäkelt. Gleich darunter ein Häkeluntersetzer, z.B. für die Cappu-Tasse. Ebenfalls ein Ruckzuck-Zwischendurchprojekt.

Ganz unten links ein gestricktes Lochtuch nach eigenem Muster - Detailaufnahmen zweite Reihe Mitte und dritte Reihe rechts. Unten rechts ein weiteres Tuch in bestrickend einfachem "Muster": Wollreste nehmen, alle zehn Reihen eine Reihe Lochmuster (*Umschlag, 2Mre zus.*), ansonsten glatt re.

Aus der Küche nur paar Beispiele: Oben links eine kleine Portion Zucchini-Relish. In der Mitte Himbeermarmelade.

Gebastelt hab ich mir ein "Powerbook" :) und eine Friedenstaube, außerdem ein paar Bleistifte "angezogen". (Gute Verwertungsmöglichkeit für Geschenkpapier-Reste).

Oben in der Mitte ein Gesundverschnurgelkater in seinem Katzenminzen-Wellness-Bereich. Mit Schrot auf Katzen (oder überhaupt irgendwelche Tiere) zu schießen ist nicht spaßig. Zum Glück ist inzwischen alles wieder fast vollständig verheilt. Und weil der Kater in dem Winzbild kaum erkennbar ist, hier nochmal in groß:

Wellness-Kater

Zauberweib am Freitag, 19 September, 2014 * Kategorien: Gewerkel, Schnurgels
Artikel-Anfang * nach oben * Kommentare

Sonntag, 10 August, 2014

Zum Abschluss

Leider geht der Urlaub wieder zur Neige und um das Wochenende noch ein bisschen kreativ zu gestalten, habe ich ein weiteres Klamotten-Upcycling-Projekt mal so eingeworfen. Das Vorher-Bild des Ursprungskleides hab ich vergessen, das sah in Größe und Form dem vom letzten Mal allerdings sehr ähnlich. Bis auf die Farbe eben.

Den Schnitt habe ich mir von meinem absoluten Lieblings-Sommerkleid abgemacht (noch schnell, bevor es vollends zerfällt *g*) und auf die "Vorlage" (das blautürkise Kleid) übertragen. Nachdem ich die Seitennähte abgesteppt hatte, erstmal anprobieren: Aha, Oberweite darf ein bisschen mehr sein (Jersey trägt sich halt doch anders als leichter Sommerstoff), dafür in der Taille ein bisschen weniger. Nochmal umgeändert, dann noch die Ärmel abschneiden und umnähen, ebenso den Saum. Fertig ist ein wunderschönes Sommerkleidchen mit durchgehender Knopfleiste - die war ja schon da, ebenso der ganze Kragen/Ausschnitt. Also das, was meist ein bisschen schwieriger ist. :)

Klamotten-Upcycling  Klamotten-Upcycling  Klamotten-Upcycling  

Wie besonders auf dem letzten Bild gut zu sehen ist, habe ich im Urlaub eins meiner - ja fast schon - Langzeitprojekte ebenfalls zum Abschluss gebracht: Das Häkellochtuch, an dem ich alles in allem ziemlich genau ein Vierteljahr gearbeitet habe. Passt zwar farblich nicht soo optimal zu dem Kleid, aber ich wollts halt gleich auf einmal zeigen :)

Was mich gefreut hat: Dass auch beim Gehäkel das Spannen tatsächlich noch einiges an Größe bringt. Kein Vergleich zu gestrickten Lace-Tüchern, aber mit wirklich messbarem Unterschied. Luna gefällts übrigens auch sehr gut. Das Tuch:

Luna  

Zauberweib am Sonntag, 10 August, 2014 * Kategorien: Gewerkel, Schnurgels
Artikel-Anfang * nach oben * Kommentare

Freitag, 25 Juli, 2014

Von Schokolade und Elefanten

Mit Schokolade hat es ja eher indirekt zu tun - was viel wichtiger ist: Ich hab's endlich geschafft! Mein Jahrhundertprojekt ist vollendet. Naja, ok, ganz so lang hat es nicht gedauert, aber es waren immerhin über zwei Jahre, in denen ich soo viel Schokolade essen musste...

Milka-Tasche   Milka-Tasche 

Es dürfte erkennbar sein, welches meine/unsere Lieblingsschokomarke ist. Herzlichen Dank an dieser Stelle auch an meine lieben KollegInnen - ohne euch hätt ich es wohl nicht so schnell geschafft! :) Ein paar von den quadratischen Schoggis sind auch dabei - da habe ich vor allem Nougat für mich entdeckt, in meiner lieber-keine-Nüsse-Phase, als ich die Implantate gesetzt bekommen habe. (Inzwischen sind da Kronen drauf und ich kann wieder rumdrum strahlen :) )

Schweife ich ab? Ja, ich schweife ab. Also: Da die Verpackung relativ dick ist, habe ich die Teile in den Maßen 6x13 (statt 6x12) cm zugeschnitten. Längs in der Mitte falten, die Außenkanten zur Mitte bringen; quer in der Mitte falten und die Außenseiten nach innen bringen. Das ergibt kleine ... Dingsies, die ineinander gehakt werden können, daraus ergeben sich lange (Zickzack-)Schlangen, die wiederum zum Kreis geschlossen werden (was für eine Fummelarbeit!).

Viele solcher Kreise werden dann in viel Fleißarbeit zusammengenäht, ein Boden noch mit dran - noch mehr Gefummel. (Wer's nicht so mit der Geduld hat, sollte am besten gar nicht erst dran denken, so 'ne Tasche zu basteln, ehrlich!) Ein bisschen schummeln, damit es schön ausschaut :) Dann noch aus Paketschnur ein Henkelband gehäkelt und drangenäht. Fertig ist die Tasche!

Falls meine Kurzanleitung nicht verständlich genug war (wenn ihr mal so ganz tieeef im Hirnkastl rumkramt, kennt ihr das vielleicht noch von der Schulzeit mit Kaugummipapierchen, die hatten genau das richtige Format), findet ihr hier noch eine etwas ausführlichere Erklärung, mit Bildern.

Tja. und dann war da noch der Elefant in der Werbung und mein Liebster, der mir erklärt, er will einen Elefanten. Und da ich meinem Angetrauten selbstverständlich immer alle Wünsche erfülle *chchchch* und es sich grad so ergeben hatte, dass ich ein bisschen Nähzeit und Nählust hatte - kam dann das dabei raus:

Elefant  

Den hab ich sogar selber gemalt (also die Vorlage), incl. Ohren und Stoßzähne. Die sind übrigens auch genäht, gewendet und befüllt (mit Fitzelresten) - das war dann gleich die nächste Fummelarbeit. Der Liebste ist überglücklich mit seinem Elefanten *gg* und ich kann mich weiter meinem Häkeltuch widmen. Da läuft eine Reihe mittlerweile über geschätzte tausend Maschen (hauptsächlich Stäbchen) und es geht nicht so wirklich schnell voran. Das nächste Lochtuch werde ich definitiv wieder stricken - da dauern auch die langen Reihen nicht soo lange.

Auch wenn ich neulich geschrieben habe, dass es beim Handarbeiten ja ums Tun und nicht um das Endprodukt geht. Ab einer Reihenlänge von tausend Maschen (ich werd sie nicht nachzählen, weil sowas zu den Dingen gehört, die ich gar nicht so genau wissen will) relativiert sich das dann doch ein bisschen...

Habt eine schöne Zeit, genießt den Sommer und lasst euch überraschen - oder überrascht andere :)

Zauberweib am Freitag, 25 Juli, 2014 * Kategorien: Gewerkel
Artikel-Anfang * nach oben * Kommentare

Montag, 23 Juni, 2014

Klamotten-Upcycling

Kleid vorher

Genauer gesagt, geht es hier um ein Kleid, und zwar um das da:

Das habe ich für meine Stoffsammlung "zum Ausschlachten" geschenkt bekommen. Als ich die Idee hatte, mir ein Sommerkleid zu nähen, ist es mir wieder in die Finger gefallen - ob ich da nicht was davon verwenden kann? Refashionista kam mir in den Sinn. Das kann ich auch...

Ich hatte einen Schnitt für ein Top (von einem Tshirt abgemalt und etwas modifiziert) und einen für einen Rock (sechs keilförmige Teile, selbstgemalt), es konnte also losgehen. Und ich wollte wirklich das Kleid einfach so auseinander nehmen? Ja, weil so konnte ich es nicht anziehen, und außerdem habe ich es ja ausdrücklich "zum Auseinandernehmen" vermacht bekommen. Also los jetzt!

Meine erste Planung musste ich ziemlich schnell aufgeben, weil im Rockteil befanden sich einige Flecken und im Oberteil an der Knopfleiste ein Riss. Modifizieren Sie! - Den klugen Rat hab ich mal in einem Buch gelesen und ich finde, der passt immer :) Ersatz-Stoff war schnell gefunden (den hatte ich eh schon im Auge gehabt) und nach dem langwierigen Auftrennen der Einzelteile war das Zuschneiden schnell geschehen.

Ich habe mehrere Tage daran gearbeitet; es geht ja nicht ums produzieren, fertig werden, sondern ums Tun an sich :) Und ich hab viel dabei gelernt. Immer CambraSkades Weisheit im Hinterkopf: Versauen befreit! Bzw. in diesem Fall: Ich kann nix versauen! Entweder es wird ein Kleid, oder ich verwurschtels im nächsten Patch-Projekt :)

Ich habe gelernt, dass Oberteile lieber ein bisschen zu kurz als zu lang bemessen werden sollten (im rechten Bild unten ist gut zu sehen, dass es sogar noch etwas kürzer hätte sein dürfen). Ärmel sind prima Taschen! Die allerdings viel viel viel weiter oben eingepasst werden müsssen, als man meinen könnte :) Und ich hab mich vom Perfektionismus getrennt. Bei einem Upcycling-Sommerkleid muss nicht jede Naht akkurat gerade sein!

Die Näherei hat mir richtig viel Spaß gemacht, ich bin jeden Schritt in Ruhe angegangen und wenn ich gemerkt habe, dass etwas nicht so passt, wie es sein sollte, hab ichs eben nochmal anders gemacht. Und heraus gekommen ist dieses schöne Sommerkleid:

Kleid nacher   Kleid nacher  

Von mir aus darf der Sommer jetzt endlich kommen und bitte noch laaaaaange bleiben! :)

Zauberweib am Montag, 23 Juni, 2014 * Kategorien: Gewerkel
Artikel-Anfang * nach oben * Kommentare