Freitag, Juli 08, 2011
Kohlendioxid-Endlagerung? Häh??
Wie kommt man bittesehr auf sone bescheuerte Idee, CO2 im Boden einlagern zu wollen? Wie krank ist das denn? Ich spar mir hier sogar das Aufzählen der Gründe, die dagegen sprechen - ey, nee, näh!
Die ganze Idee ist ungefähr so sinnig, wie wenn plötzlich sämtliche Küchen- und Gartenabfälle in dicke Folie vakuumverschweißt, diese in Beton eingegossen und das Ganze dann irgendwo verbuddelt werden würde.
Also nochmal für Dummbatze und all jene, dies wirklich nicht wissen (wobei ich mir aber ziemlich sicher bin, dass dazu auch ne Sendung-mit-der-Maus gibt!)
CO2 = ziemlich giftiges Gas, welches z.B. von Autos "gemacht" wird. Zum Atmen brauchen Mensch und Tier Sauerstoff - O2 - welcher jetzt aber blöderweise an dem Kohlenstoff - C - dranhängt. Je mehr CO2 wir produzieren, desto schneller geht uns die Luft aus. Blöd.
Nun gibts da aber eine supergeniale Technik, die das CO2 auf recht umweltfreundliche Art aufbereitet. Ganz vereinfacht gesagt, wird dabei das CO2 gefressen, wobei das "C" einverleibt wird und der frische, saubere O2-Sauerstoff wieder ausgeschieden wird. Eine Alles-wieder-gut-mach-Maschine sozusagen. Die es tatsächlich schon gibt. Und die gar nicht mal teuer ist. Die nahezu überall einsetzbar ist. Die es in verschiedenen Größen und Designs gibt. Manche haben sogar noch .... Apps. Die können sogar noch andere Rohstoffe liefern. Für Zwetschgenmus. Oder Apfelkuchen. Oder Birnenkompott. Oder Nussecken.
Also nochmal für alle Dummies zum mitschreiben: Was ist das einfachste, beste, günstigste, was wir tun können, um CO2 abzubauen? Genau:
\*/
Pflanzt Bäume!
/*\
Ist das denn wirklich so schwer.... *kopfschüttel* Hier noch paar Links zu Seiten, die das mit der CO2-Einlagerung ebenfalls als kompletten Schwachsinn sehen:
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Montag, Juni 06, 2011
Visionen für die Zukunft
Da die Autobranche in Bezug auf Solartechnik - bzw. überhaupt alternative Antriebsmöglichkeiten - nicht so recht in die Gänge kommen will, sollten vielleicht die Solarprofis eine Vorlage liefern?
Liebe Solarzellen-Hersteller: Entwickelt doch eine Art Solarzellen-Folie zum Aufkleben. Damit wird das Auto komplett bezogen, der alte Motor und Tank kommen raus, ein Elektromotor und Akkus kommen rein, fertig ist das Solarmobil.
Als Laie stell ich mir das so einfach vor. Dabei geh ich natürlich davon aus, dass "Folie" nicht unbedingt erdölbasiert sein muss. Da darf gern was völlig Neues, "Grünes" entwickelt werden. Was auch denkbar wäre: Magnet-"Folie". Die müsste allerdings fest genug sein, dass sie mindestens 140 km/h aushält. So viel Power sollte die Solarkraft schon bringen!
Ich fände das ne Super-Erfindung, wenn ich in naher Zukunft zum Fachhandwerker um die Ecke gehen könnte und der würde mein Auto umrüsten. Und das wäre auch bezahlbar, denn eigentlich muss das Material - also die Solarzellen, Akkus und Motor - ja nicht gekauft werden. Es müsste lediglich der Einbau, also die Arbeitszeit, bezahlt werden. Was in etwa einer größeren Reparatur-Rechnung entsprechen dürfte. Aber wer ein heißgeliebtes Auto schon seit vielen Jahren fährt, hat sowas eh immer einkalkuliert :)
Warum leasen statt kaufen? Logisch, weil es wiederverwendbar ist bzw. sein soll. Nur weil das Auto irgendwann vielleicht doch das Zeitliche segnet, muss doch nicht alles weggeworfen werden. Deshalb sollte die "Folie" abziehbar und wiederverwendbar sein. Daher auch die Idee mit der Magnet-"Folie". Eine 80%-ige Wiederverwertbarkeit sollte erreichbar sein. Und da bietet sich Leasing nun einmal an.
Akkus und Motor sollten eine lange Lebenszeit haben. Das ist meines Erachtens das Haupt-Kriterium, das ein Produkt erfüllen muss, wenn es zukunftsfähig sein soll: Lange Lebenszeit. Die Akkus sollten modular aufgebaut sein, so dass einzelne Teile ausgetauscht und überhaupt auf die Art für jedes Auto passend gemacht werden können.
Das heißt, der Kunde trägt die Kosten fürs Umrüsten - also die Arbeitszeit - und zahlt ansonsten eine monatliche Leasinggebühr dafür, dass die Solartechnologie genutzt wird. Da nicht mehr getankt werden muss, enstehen demnach keine Mehrkosten für den Einzelnen, stattdessen Mehrnutzen für den gesamten Planeten!
Und wenn die Autoindustrie dann ganz lieb bitte sagt, dürfen die diese Technologie vielleicht sogar für ihre Neuwagen nutzen :) Aber das erfordert erst einmal umdenken: Dass wir nicht länger produzierenproduzierenproduzieren können, dürfen! Sondern dass wir uns zuallererst überlegen müssen, was wird wirklich gebraucht? Wie können wir das herstellen, dass ein geschlossener Kreislauf entsteht (Zero Waste)? Und vor allem: ohne Gift, ohne schädliche Chemie.
Nein, ich will an dieser Stelle nichts hören von wegen "unmöglich", "geht nicht", "ist doch gar nicht soooo schlimm". NEIN! Bitte was sollen all die Auszeichnungen und Preise und gegenseitiges Beweihräuchern, wie fortschrittlich unsere Technologie doch ist, und was die Forschung nicht alles möglich gemacht hat, wenn wir noch nicht mal in der Lage sind, Radioaktivität zu neutralisieren. Wenn wir es noch immer nicht geschafft haben, Plastik in den Kreislauf einzubinden. Wenn wir noch immer auf Erdöl und dessen katastrophalen Folgen für unseren Planeten angewiesen sind.
Mal ehrlich: die Steinzeitmenschen waren wesentlich fortschrittlicher als wir, das muss ich mal so sagen! Die haben wirklich etwas Neues erfunden. Und zwar nicht irgendwelchen Nippes, sondern Dinge für den täglichen Gebrauch, die ihnen einen echten Nutzen z.B. bei der Nahrungsbeschaffung eingebracht haben. Und das ganz ohne Unmengen an Energie zu verbrauchen, ohne Luft, Wasser oder Boden zu verseuchen.
Aber ich schweife schon wieder völlig ab. Denn - um aufs Thema zurück zu kommen - es gibt ja auch noch Motorräder, die auch gern solarbetrieben wären. Einen Anfang hat z.B. die Firma Münch bereits gemacht, allerdings ist das halt auch "nur" ein Elektromotor, der aufgeladen werden muss. Vorzugsweise mit Solar-, Wind- oder Wasser-Strom.
Warum - fällt mir jetzt wieder ein - soll nun in Deutschland wieder mehr auf Kohle gesetzt werden? Was genau haben die Damen und Herren Politiker immer noch nicht begriffen? Es ist doch so einfach: AKW: nein. Sonne, Wind, Wasser: ja. Da kommt Kohle gar nicht drin vor! Und die Energieriesen hatten bereits einige Jahre Zeit, entsprechende Anlagen zu bauen. Das sollte auch nicht vergessen werden: Dass es vor dem Ausstieg ja bereits eine Zeit vor dem Ausstieg aus dem Ausstieg gab. Die hätte genutzt werden können, sollen.
Allerdings bin ich eh der Meinung, dass die Grundversorgung in die öffentliche Hand gehört. Also Energie, Wasser und eigentlich auch der Personennahverkehr. Es kann nicht sein, dass wir unsere Grundbedürfnisse an Konzerne übergeben, deren Ziel es natürlich ist, Profit zu machen. Strom und Wasser muss für jeden verfügbar und bezahlbar sein. Das war vielleicht mal sinnvoll, die öffentlichen Haushalte zu entlasten und auszulagern. Dass am Ende aber immer der Steuerzahler (und die Natur) die Rechnung kriegt, zeigt Fukushima (strahlt immer noch, Vierfach-Super-GAU. Intressiert nur grad keinen mehr).
Zurück zu den Mobbeds: Da gibt es ja nun nicht so viel Fläche für Solarmodule, aber es gäbe vielleicht die eine oder andere Idee zu entwickeln: Schutzkleidung mit integrierten Solarzellen - warum nicht? Wird mit einem kleinen Kabel eingestöpselt und zwar so, dass die Verbindung hält, aber im Fall des Falles einfach ausstöpselt.
Andere Möglichkeit: z.B. unter der Sitzbank versteckt ein zusammenfaltbares Solarpanel. Was bei Satelliten klappt, sollte doch auch bei Motorrädern machbar sein, oder? Und selbstverständlich als Zubehör ein mobiles Panel mit integriertem Akku, das daheim im Garten fleißig Strom macht, während das Mobbed unterwegs ist, welches über Nacht dann einfach angezapft wird.
Parkplätze könnten nicht einfach geteert, sondern mit Solarpanels belegt werden. Gerade vor Supermärkten, Möbelhäusern usw. sind ja nicht immer alle Plätze belegt. Der so erzeugte Strom wird ins Netz eingespeist. So haben alle was davon. Überhaupt verstehe ich nicht, weshalb nicht schon längst dazu übergegangen wurde, Neubauten so zu planen, dass die Dächer genügend Sonnenseite abbekommen.
Um nochmals auf die Parkplätze zurückzukommen: Es gibt einen findigen Erfinder - wenn ich mich richtig erinnere, aus den USA - der einen solchen Straßenbelag bereits erfunden hat. Ihm wurden großzügigerweise (höhö) eine Million Dollar Fördermittel eingeräumt, um das mal auszutesten. Das stand vor einigen Monaten in der Natur & Kosmos. Wäre schön, wenn sich diese Idee verwirklichen ließe!
Ich glaube, Ideenmangel ist nicht das Problem. Schon eher, das Wagnis, die Herausforderung anzunehmen. Was uns allen bevorsteht, ist ein kompletter Wandel im Bewusstsein. Dass wir nicht länger auf Kosten der Natur hantieren dürfen, sondern diese endlich als unsere Lebensgrundlage begreifen müssen.
Wem das zu ökotussig ist, der darf es auch gern so sehen: die Natur kann ohne uns Menschen sehr gut leben (ehrlich: wir sind der Grund, weshalb es ihr heute so dreckig geht) - wir aber nicht ohne sie. Wenn wir so weiter machen, wird sie sich wehren. Und wer mal genau hinguggt, wird sich zumindest die Frage stellen, ob sie damit nicht schon längst begonnen hat. Wer es als Kampf sehen mag: Mensch gegen Natur, dem kann ich garantieren, dass die Natur, das Leben als solches, auf jeden Fall am längeren Hebel sitzt.
Oder, noch ein wenig deutlicher: Es geht darum, unseren eigenen Hintern zu retten!
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Donnerstag, Juni 02, 2011
Rezension: The Story of Stuff
The Story of Stuff : Wie wir unsere Erde zumüllen / Annie Leonard (Amazon-Link)
Im Titel ist schon sehr genau benannt, um was es hier geht. Es ist das Buch zum Film auf thestoryofstuff.de, den anzusehen es sich auf jeden Fall lohnt. Keine Angst, der dauert keine halbe Stunde. Und wer es dann genauer wissen will, dem sei dieses Buch dringendst empfohlen.
Annie geht der Frage nach: Woher kommen unsere Dinge? Wie - auf welche Art, unter welchen Umständen - werden sie erzeugt, gewonnen, hergestellt? Wie kommen die Dinge zu uns? Warum kaufen wir all die Sachen? Und vor allem: Was machen wir, wenn wir sie nicht mehr benötigen?
Im ersten Kapitel befasst sie sich mit der Rohstoffgewinnung. Also Holz, Wasser, Gestein, usw. Es geht weiter mit der Produktion: wie werden aus den Rohstoffen die Dinge, die wir schließlich kaufen? Als drittes widmet sie sich der Distribution, also dem Handel und Vertrieb. Im vierten Kapitel sind wir VerbraucherInnen angesprochen: Konsum und Werbung. Bis es im letzten Kapitel schließlich um die Entsorgung geht: Ab wann werden aus den Dingen Müll? Und ist Recycling wirklich immer gut?
Im Epilog lässt uns die Verfasserin an ihrer Zukunftvision teilhaben, gefolgt von Anhängen zu dem, was die Politik tut, um uns auf einen besseren Weg zu bringen und was wir selber tun können.
Zugegeben, ein Buch zum Themengebiet Umweltschutz von einer amerikanischen Autorin empfinde ich zunächst etwa so, als würde ein Metzger über die Vorzüge veganer Ernährung referieren. Ich hatte arge Bedenken! Aber ich wurde positiv überrascht. Frau Leonard hat wirklich etwas zu berichten, weil sie viele Jahre rund um den Erdball unterwegs war in Sachen Müll. Sie hat sich alles ganz genau angeschaut, hat nachgefragt, nachgebohrt und ist so manchen Herren Wichtig auf die Füße getreten :)
Und vielleicht gerade weil in der breiten amerikanischen Öffentlichkeit das Thema Umwelt (noch) nicht so präsent ist, wie bei uns (was aber auch noch besser werden kann!), erklärt sie mit einer Engelsgeduld, so dass wirklich jeder es begreifen kann. Beim Lesen - ich hatte mir vorher den Film angeschaut - hatte ich immer die deutsche synchron-Stimme im Kopf, die mir erzählt.
Sie bringt es auf den Punkt. Dass (Wirtschafts-)Wachstum nicht ewig weiter gehen kann. Dass irgendwann einmal die Grenze erreicht ist, wo nichts mehr geht. Und dass bei der Konzentration auf die Quantität die Qualität immer mehr leidet. Klar spricht sie hauptsächlich von Amerika und den dortigen Umständen. Doch für die deutsche Ausgabe hat sie vieles ergänzt, Statistiken und Links zugefügt. Beispiele aus dem deutschsprachigen oder zumindest europäischen Raum bemüht. Und was das "westliche" angeht - da sind wir in vielen Dingen nicht um so vieles besser als die Amerikaner. Leider.
The Story of Stuff lässt sich im Grund auf einen ganz einfachen Nenner bringen: "Wo vorne Gift rein kommt, kommt am Ende auch Gift raus." Wenn bei der Rohstoffgewinnung und bei der Produktion giftige Chemikalien zur Anwendung kommen, ist dieses Gift in dem jeweiligen Ding auch drin, wenn wir es kaufen und nach Hause bringen: In der Kleidung, in der Verpackung. In Möbeln und Teppichen. In Kinderspielzeug. In Elekrogeräten. Überall!
Und irgendwann werfen wir alle diese Dinge wieder weg. Oft genug werfen wir sogar völlig funktionstüchtige Sachen weg. Paradebeispiel: Handys! Wo es doch so praktisch ist, spätestens alle zwei Jahre für billiges Geld ein neues zu bekommen, nur weil man den Vertrag verlängert. Also landet das "alte" erst mal in einer Schachtel, dann im Keller - und irgendwann schließlich im Müll. Hierzulande hoffentlich wenigstens auf dem Recyclinghof oder sogar wieder beim Händler.
Recycelt wird dennoch nur ein geringer Prozentsatz. Wobei das Verfeuern von Plastikmüll "zur Energiegewinnung" nach meinem Verständnis nicht wirklich als "recycling" bezeichnet werden dürfte. Ok, wir haben hierzulande - gehen wir mal davon aus - sehr gute Filter in den Müllverbrennungsanlagen. Doch das bedeutet nur, dass die giftigen Partikel nicht gleich in die Luft kommen, sondern sich als mikrofeine Asche sammeln. Und sammeln. Und sammeln. Und dann? Wohin mit der hoch(!!)giftigen Asche? Da beschreibt sie die "super Idee", diese Asche in Dünger unterzumischen und nach Haiti zu schicken. So funktioniert Globalisierung im Kapitalismus.
Begrüßenswert (nicht das Gelbe vom Ei, aber doch die richtige Richtung) fand sie unser "duales System" - der Grüne Punkt. Ein guter Ansatz! Weniger lustig fand sie dann, dass sie unsere Grünen Punkte auf afrikanischen Müllhalden wiederfand. Klar, wenn wir schon das wenige kostbare Ackerland in Kenia in Beschlag nehmen, um darauf Schnittblumen zu pflanzen, sollen die armen Afrikaner wenigstens unseren Plastikmüll bekommen. Immer schön fair bleiben... /sarkasmusoff
Nein, ich will keinen falschen Eindruck erwecken: sie erzählt klar und deutlich, was alles läuft - und vor allem: wie schief! - aber sie versprüht auch jede Menge Zuversicht. Zeigt immer wieder Möglichkeiten und Geschichten auf, die Hoffnung machen. Es ist noch nicht zu spät. Aber allerhöchste Eisenbahn!
Was wirklich schlimm ist, dass die Umweltzerstörung gewollt ist. So muss man es benennen, wenn man sich darüber klar wird, dass die Industrie Boden, Wasser und Luft verseuchen darf, ohne in irgend einer Art und Weise dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Warum werden unsere Tshirts in Bangladesch produziert? Doch nicht, weil die Einwohner dort für ihre hervorragenden Nähkünste bekannt sind (wobei ich diese jetzt aber auch nicht abwerten will!). Sondern weil es dort praktisch keinerlei Gesetze zum Umweltschutz gibt. Die giftigen Chromsuppen werden einfach auf die Straße gekippt. Landen im Trinkwasser, im Boden, auf den Feldern, in der Nahrung. Arbeiterschutz gibt es auch nicht. Die Menschen dort stehen barfuß im Giftcocktail, ohne Atemschutz, nichts. [Der Vergleich zur Hühnerhaltung in Legebatterien drängt sich hier irgendwie auf...]. Kinderarbeit, Hungerlöhne, ellenlange Arbeitszeiten. Anders ist der Ladenpreis von 5,- für ein Tshirt aber nicht machbar: nur auf Kosten der Natur: Boden. Wasser. Luft. Leben.
Recht abenteuerlich findet sie die Ideen, was man alles mit dem Kohlendioxid machen könnte. Zum Beispiel unter Hochdruck in der Erde lagern. Sie stellt die simple Frage: Wie wäre es mit Schutz und Aufforsten von Wäldern? (Wald - keine Holzplantagen!) Bäume sind die besten CO2-Wandler, die es gibt. Schon deshalb, weil das "Austauschprodukt" am Ende Sauerstoff ist. Den wir ja doch auch recht gut brauchen können. So hin und wieder mal...
Was mir neu war, dass die WTO praktisch jedes Gesetz einfach so vom Tisch fegen kann, indem sie es einfach als "Handelsbarriere" deklariert. Umweltschutz muss draußen bleiben, wenn er dem Profit im Wege steht.
Sie sagt auch ganz deutlich, dass sie nichts gegen Handel hat. Nur was bei uns im Zuge der Globalisierung passiert ist, ist eine bloße Konsumierung. Wir sind keine Verbraucher mehr sondern Konsumenten. Es geht nicht mehr darum, eine neue Schüssel zu kaufen, weil die alte kaputt gegangen ist, sondern uns wird eingetrichtert, dass wir erstens sowieso drei, vier, fünf Schüsseln brauchen, schon mal grundsätzlich. Auf dem Esstisch machen die sich in Porzellan recht gut, für Sonntag brauchen wir natürlich einen extra-Satz Glasschüsseln. Ja, und für draußen, Grillen, Picknick, nochmal einen weiteren Satz Plastikschüsseln. Und dann gibts ja immer noch die Sonderangebote - drei Schüsseln für nur vier Euro - wer da nicht zugreift, ist doch blöd, oder?
Und ich bin wieder bei der Frage: Wenn ich Kleidung brauche, besuche ich einen Klamottenladen. Brauche ich ein Notebook, geh ich ins Elektronik-Geschäft. Aber was sollte mich dazu bewegen, einen Ein-Euro-Laden aufzusuchen? Wer steht morgens auf und stellt fest: Göddin, ich hab ja gar keine Ein-Euro-Sachen mehr?
Am Ende wirft sie einen schönen Begriff in den Raum: Zero Waste. Null Müll. Klingt komisch, gell? Aber mal ganz im Ernst: genau das müssen wir anstreben! Zum Glück gibt es schon einige findige Köpfe, die das erkannt haben und vereinzelt Lösungen gefunden haben. Wirklich "null" ist es dabei meist auch nicht. Aber wenn wir das Unmögliche anstreben, können wir alles Mögliche erreichen!
Es ist doch wirklich so: Alles, was wir kaufen, ist Müll. Nicht sofort zu dem Zeitpunkt, wo wir es kaufen. Aber irgendwann. Und gehts nach den Produktionsfirmen: so bald wie möglich. Dass auch tatsächlich die meisten Dinge, die wir kaufen, bereits im Laden (Gift-)Müll sind, macht Annie Leonard deutlich.
Für mich gehört dieses informative, ausführliche, verständliche und vor allen Dingen: ehrliche Buch auf die Liste der Pflichtlektüre für Schulen. Schon um alleine der allgegenwärtigen Werbung etwas entgegensetzen zu können. Durch den Zusatz "Das Kultbuch der Öko-Szene" wird es leider in die Birkenstock-&-Müsli-Ecke gedrängt, wo es eben gerade nicht hingehört. (Schon weil Birkenstock auf langlebige Produkte setzt!)
Kauft es und gebt es an FreundInnen und KollegInnen weiter. Leiht es euch aus der Bücherei. Lasst es euch schenken und schenkt es weiter. Sorgt dafür, dass es so viele Menschen wie möglich lesen!
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Samstag, Dezember 04, 2010
Kauf mich!
Zur Weihnachtszeit wird's besonders schlimm: von überall her dröhnt es KAUF MICH! Bekleidungsläden, Parfumerien, Spielzeugfirmen, Porzellanmanufakturen - sie alle behaupten, das ideale und sowieso allerbeste Weihnachtsgeschenk für die Lieben zu haben. Die Idee, dass ein Geschenk nicht zwingend etwas Gekauftes sein muss, hat bei dieser Dauerbedröhnung aus allen Kanälen (Radio, TV, Internet, Plakatwerbung, Zeitung, Schaufenster, ... ) nicht die geringste Chance, ins Bewusstsein zu kommen.
Wirtschaft und Politik sind sich einig, dass die Krise überstanden ist und begrüßen die neuerstarkte Kaufkraft der Verbraucherschaft. Hauptsache kaufen, was ist eigentlich nebensächlich, landet früher oder später ja eh alles auf dem Müll.
Und damit auch wirklich alle ihr Geld ausgeben und konsumierensonsumierenkonsumieren, springen eine allerortens die Worte entgegen: BILLIG! TIEFSTPREISE! REDUZIERT! PREISE NOCHMALS GESENKT! RABATT! Aber vor allem ist es immer dieses eine Wort: BILLIG!
Ehrlich, ich kann es nicht mehr hören, nicht mehr sehen! Ich hab dieses BILLIG so dermaßen satt! Ok, ich gebe zu, an einem Restposten Wolle komme ich nicht immer vorbei. Wolle kann eine schließlich immer brauchen. Ich zumindest. Nur: wenn ich etwas Bestimmtes brauche, kaufe ich doch nicht das Produkt, das am billigsten ist, sondern das, das die beste Qualität hat. Ich überlege mir vorher, welche Ansprüche ich an das Produkte stelle. Zum Beispiel: Regionalität (niemals würde ich Äpfel kaufen, die nicht aus Deutschland kommen), ökologische Herstellung, faier Handel, Qualität, Material (kein Plastik, wenn es irgendwie vermeidbar ist), Verarbeitung, Funktionalität, Ausstattung (beim Staubsauger war es mir z.B. sehr wichtig, dass er ein langes Kabel hat. Damit war die Auswahl von vorneherein beträchtlich eingeschränkt), usw.
Ich mache mich also schlau und kaufe schließlich das Produkt, das meinen Anforderungen am besten entspricht. Wenn möglich, im Einzelhandel vor Ort, notfalls auch mal übers Internet. Aber was, um alles in der Welt, sollte mich dazu bewegen, einen 1-Euro-Laden aufzusuchen? Wer geht denn aus dem Haus mit dem Gedanken: Heute kaufe ich mal nur Dinge, die einen Euro kosten? Ich mein: das ist doch kein Kriterium! Selbst wenn es dort tatsächlich den einen oder anderen netten Nippes gibt - das Zeug steht letztlich nur rum, verstaubt, ist nach einem halben Jahr defekt und landet im Müll. Aber hey: hat immerhin nur einen Euro gekostet! Große Klasse...
Natürlich ist es schön, sich mal was zu gönnen. Selbstverständlich gibt es auch bei mir Tage, wo ich mir eine Belohnung verdient habe. Zum Glück habe ich immer ein paar Kleinigkeiten im Hinterkopf, die ich gerne haben würde, aber eigentlich nicht unbedingt brauche. Diese Dinge kaufe ich nicht sofort, wenn sie mir in den Sinn kommen. Schon deshalb, weil sich vieles davon nach nochmaligem Überdenken doch als nicht nötig erweist oder weil sich eine andere Lösung ergibt. Der Rest "parkt" irgendwo im Hinterkopf, bis sich die passende Gelegenheit findet. "Frustkauf" heißt bei mir also nicht, den nächsten Klamottenladen leerzukaufen, sondern mir beispielsweise endlich die 3er Häkelnadel zuzulegen. Auch wenn ich eine 2,5er schon habe. 2,5 ist eben nicht 3. (Ein 12er Schraubenschlüssel ist kein 11er.) Das Schöne ist dann, dass ich mich an diesem Einkauf wirklich freue. Auch noch, wenn ich wieder zuhause bin.
Das soll aber bitte nicht den Eindruck erwecken, dass ich knickerig wäre. Nur: was mach ich mit noch drei Pullovern, wenn ich eh immer nur einen auf einmal tragen kann? Mein Schrank ist voll damit - wozu noch mehr? Ich sehe den Sinn einfach nicht. Aber endlich die genau passende Häkelnadel zu besitzen - das ist ein tolles Gefühl!
Spontankäufe habe ich mir schon lange abgewöhnt. Spätestens, wenn ich zuhause die Dinge auspacke, kommt die Ernüchterung: iih, Polyamidmischung. Fängt nach nem halben Tag grausam zu stinken an. Werd ich also seltenst anziehen. Die Schuhe sehen toll aus. Aber der Absatz ist mir eigentlich zu hoch. Kennt ihr das auch? Das böse Erwachen, wenn der Rausch nachlässt? Deshalb lass ich solche Frustkäufe lieber gleich sein. Ich kaufe etwas dann, wenn ich es brauche und wenn ich genau weiß, was ich will. Weil - auch das habe ich festgestellt - dann habe ich die besten Chancen, genau das zu bekommen, was ich will. Und das beschert mir wirklich ein Glücksgefühl!
Ach, und noch eine Faustregel gibt es: Ich kaufe nach Möglichkeit nichts, wofür Werbung gemacht wird. Hier gibt es natürlich Ausnahmen: manche Produkte mag ich, obwohl dafür Werbung gemacht wird. Aber grundsätzlich erst einmal alles sehr kritisch zu beäugen und zu hinterfragen, was lautstark angepriesen wird, ist eine gute Möglichkeit, in den bewussten Konsum einzusteigen. Sich genauer zu informieren, zu vergleichen. Um am Ende das gute Gefühl zu haben, wirklich genau das richtige Produkt erworben zu haben. So macht Einkaufen richtig Spaß. Nachhaltig sogar!
Glaubt nicht alles, was die Werbung euch weismachen will. Und ein Paar selbstgestrickter Handschuhe mit passendem Schal und Mütze sind sogar für Teenies ein tolles Weihnachtsgeschenk. Echte Unikate. Exclusiver geht's nicht! :)
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Mittwoch, Juli 28, 2010
Was in Klamotten alles drin steckt
Der gestrige Themen-Abend auf Arte ist Anlass für diesen Artikel. (s.a. TAZ-Bericht). Die Sendungen werden übrigens am 6. August wiederholt.
Klamotten sind für mich schon lang kein großes Thema mehr. Jeans, Pulli oder Tshirt. Im Sommer ein Kleid - damit ist frau angezogen. Und solange die Teile sauber und in Ordnung sind (also keine Löcher, Risse, etc., die nicht repariert werden können), können sie getragen werden, bis sie auseinanderfallen.
Gut, bei jüngeren Menschen mag das noch wichtig(er) sein, ständig neue Klamotten zu haben. Aber auch da ließe sich doch was machen. Gute Freundinnen teilen und tauschen doch eh desöfteren. Warum also nicht regelmäßige Tauschparties veranstalten? Das hat nur Vorteile:
- die eigenen "alten" Klamotten kommen weg
- "neue" Klamotten kommen rein
- es ist ein Riesenspaß! :)
Geringerer Spaßfaktor, aber gleicher Nutzen wäre das Aufsuchen eines Second-Hand-Ladens. Auch dort können die "alten" Kleidungsstücke überlassen und "neue" gekauft werden. Übrigens hat diese Ware einen weiteren großen Vorteil: da sie ja schon häufiger gewaschen worden ist, sind kaum noch Schadstoffe drin. SecondHand ist also wesentlich hautfreundlicher und gesünder als die Sondermüll-Produkte, die frisch über die Ladentheke gehen.
Ja, Sondermüll... anders lässt sich die herkömmliche Art der Kleidungsherstellung nicht nennen. Dass in Ländern wie Bangladesch produziert wird, liegt nämlich nicht nur an den wesentlich billigeren Löhnen als z.B. in Deutschland, sondern vor allem auch an fehlenden Gesetzen für Umwelt- und Arbeitsschutz. Da stehen die Arbeiter mit nackten Füßen in der Chlorbrühe! Die hinterher einfach auf die Straße oder in den nächsten Fluss gekippt wird...
Der ultrageile used-look bei Jeans wird durch Sandstrahlen erzeugt. Dabei geraten winzigste Staubteilchen in die Lungen, die sich über die Monate bei den Arbeitern ansammeln und dann ersticken sie. Aber hey, geile Jeans... :(
Doch ohne Sarkasmus: Was dort in den Fabriken abgeht, ist menschenverachtend und umweltzerstörend. Anders lässt sicht ein Tshirt für 3,- Verkaufspreis einfach nicht herstellen! Schlimm ist die Unwissenheit: Die der ArbeiterInnen in den Fabriken, die keine Ahnung haben, welchen Gefahren sie sich täglich aussetzen, die (noch) keinerlei Bewusstsein dafür entwickelt haben, was durch die Chemikalien der Natur angetan wird - was ja letztendlich auch wieder Folgen für uns Menschen hat, um mal ganz egoistisch zu bleiben.
Und die Unwissenheit der (westlichen) Konsumenten, die sich über das "tolle Schnäppchen" freuen. Da gibt es eine Ladenkette, die sogar noch Werbung damit macht, dass ihre tolle "Qualität" einzig dadurch zustande kommt, dass die am Herstellungsprozess Beteiligten gequält werden. Naja, ganz so wörtlich drücken sie es nicht aus, aber ich denke, ihr wisst, was gemeint ist :)
Jedenfalls sinds solche Aktionen, die bei mir inzwischen Übelkeit verursachen, wenn ich nur das Wort "billig" höre! Was wir hier "billig" konsumieren können, geht immer auf Kosten anderer und zu Lasten unserer Umwelt! Anders funktioniert "billig" nicht!
Und wirklich günstig - von obigen Einschränkungen mal sowieso abgesehen - ist "billig" in den allerwenigsten Fällen. Weil "billig" von vorneherein darauf ausgelegt ist, eher kurzlebig zu sein. Schließlich wollen die Billig-Verkäufer nächstes Jahr auch wieder was verkaufen! Qualität und billig schließen einander definitiv aus!
Sicher ist es nicht einfach, die richtige Wahl beim Einkaufen zu treffen. Wie im Film auch angeklungen ist, werden mehr "bio"-Klamotten verkauft, als bio angebaut wird. Einfach nur dem bio-Aufdruck der Firma zu glauben wäre zu blauäugig. Doch es gibt auch hier Standards und Labels, denen Vertrauen geschenkt werden darf. z.B. das ÖkoTex-Label, GOTS und natürlich fairtrade.
Als unbedingte Pflichtlektüre für jeden Menschen, der schon irgendwann einmal im Leben Kleidung gekauft oder auch nur vor hat, irgendwann einmal welche zu tragen, will ich Kirsten Broddes "Saubere Sachen" empfehlen. (Amazon-Link) Dort gibt es all die appetitlichen Fakten zum Thema Kleidung schwarz auf weiß zum Nachlesen, außerdem werden etliche echte Öko(fair)-Läden genannt, in denen guten Gewissens eingekauft werden kann. Doch auch dann gilt: Weniger ist mehr!
Das Thema ökobiofaire Kleidung ist beleibe nicht neu: Der Vorreiter Hess-Natur wurde bereits 1976 gegründet. Und seit einiger Zeit wirbt auch Trigema für völlig schadstofffreie Kleidung - die überdies noch einheimische Arbeitsplätze unterhält. Geht doch!
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Samstag, Mai 08, 2010
Glänzender Fortschritt!
Im letzten November hab ich mir ein neues Notebook gekauft. Schon Monate vorher hab ich angefangen, mir einen Überblick zu verschaffen: Was brauch ich, was muss unbedingt sein, was wär ganz nett? In welcher Preisklasse bewege ich mich, welche Firmen bevorzuge ich und welche nicht? Usw. Meine Liste war ziemlich detailliert, nur Sachen wie "Tastatur" oder "Netzteil" standen natürlich nicht drauf. Ein Notebook ohne Tastatur, das wär ungefähr so schlau wie... wasweißich... ein hochglanzpolierter Bildschirm vielleicht?
Es hat nicht lange gedauert, bis ganz oben auf meiner Liste stand: NON-GLARE-Bildschirm!
Als mir dieses "glare" die ersten Male untergekommen ist, hab ich gedacht, ich hätte da was falsch verstanden. "Glanz" - konnte ja wohl unmöglich heißen, dass es sich um einen "glänzenden" Bildschirm handelt? Auf sone bescheuerte Idee kann doch keiner kommen, oder? Zumindest nicht, wenn er die Dinger auch verkaufen will?
Als ich dem Fachgeschäft meiner Wahl einen Besuch abstattete, traute ich meinen Augen nicht: Alle - wirklich: alle! - ausgestellten Note- und Netbooks hatten einen hochglanzpolierten Bildschirm! Punktabzug für das Fachgeschäft meiner Wahl. Hätts auch nur einen "normalen" Bildschirm gegeben, hätt ich mein Wunsch-Notebook dort bestellt. Aber so? Nee. Da bin ich eiskalt!
Ich konnte und kann eigentlich immer noch nicht wirklich glauben, dass diese Dinge nicht nur hergestellt, sondern sogar verkauft werden. Wer kauft bitteschön absichtlich einen hochglanzpolierten Bildschirm? Mal ausgenommen diejenigen, die aus verschiedenen Gründen zu dem Zeitpunkt einfach keine andere Wahl hatten. Oder evtl. bei einem nur-Bildschirm, der ausschließlich inhäusig verwendet wird. Aber doch bitte nie und nie und niemals nicht an einem Laptop?!
Ich ließ mich von der glare-Welle jedenfalls nicht vermatschbirnen und hab auf meinen normalen matten Bildschirm bestanden. Und auch bekommen.
Vor einiger Zeit haben nun die Medien angefangen mit Berichten zu dem Problem des Spiegelns, das man auf den Bildschirmen hätte. Findige Erfinder haben sogleich eine tolle Erfindung erfunden: die Matt-Folie, die vorsichtig auf den vorher natürlich gut gesäuberten Bildschirm aufgeklebt wird.
Na ganz große Klasse!
Und nun lese ich endlich, dass die Technologie wirklich Fortschritte macht, bzw. gemacht hat. Die neue Generation von Bildschirmen kommt, und sie kommt rasend schnell, "glare" war gestern, was heute zählt, ist Fortschritt - ein Bildschirm darf schließlich nicht spiegeln, gerade an einem Notebook o.ä. doch nicht.
Deshalb wurde die neue Generation Bildschirme erfunden. Bildschirm 2.0 sozusagen... ach, was sag ich: 3.0! Mindestens!
Der neueste Clou, den uns der Technikmarkt verkaufen will, heißt:
haltet euch fest!
*tusch*
*Applaus*
Jetzt kommts:
E N T S P I E G E L T E Bildschirme!
Boah, also echt, ich bin so dermaßen froh, wie schnell die Technologie heutzutage auf die Wünsche der Kunden reagiert!
Besser geht's doch gar nicht!
Einfach nur glänzend, sag ich da - ein Hoch auf die Technik und den Fortschritt!
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Sonntag, Dezember 20, 2009
CO2-neutrales Blog
Die Idee dahinter is recht einfach und gut. Dennoch muss ich zugeben, ein bisschen Skepsis bleibt. Einzig und allein wegen der Briefkasten-Aufkleber: Bitte keine Werbung! hab ich mich nun doch zum Mitmachen entschlossen.
Die hab ich mir im Sommer bereits schicken lassen und seitdem kleben sie am Briefkasten. War es Anfang des Jahres noch so, dass die Papiertonne zur Leerung wenigstens zu drei Vierteln, meist aber ganz voll war, isses uns neulich passiert, dass wir den Rausstelltermin übersehen hatten. Was aber seltsamerweise gar nicht weiter tragisch war, denn dank des wunderbaren Aufklebers war die Tonne nach acht Wochen noch immer nicht voll, es hätte noch einiges hineingepasst. Und das find ich einerseits ein wirklich phänomenales Ergebnis - andererseits isses auch sehr erschreckend, wieviel Müll Tag für Tag produziert wird.
Es ist mir unheimlich, wenn mich eine Seite mit den Angeboten aus meinem Ort/näheren Umgebung "begrüßt". Datenschutz verkommt immer mehr zu einem Märchen aus grauer Vorzeit... Btw. besuche ich keine Blogs mehr, die dieses aus-welchem-Ort-besuchen-mich-die-Leute-auf-meinem-Blog-Gadget eingebaut haben. Meine Art des stillen Protests, auch wenns vermutlich noch eh niemandem aufgefallen ist. :)
Gerade wenns um Werbung geht, bin ich vielleicht noch ein bisschen paraonider als sonst *g*, daher meine Skepsis, was die Blog-Aktion angeht. Allerdings erspare ich mir durch die Aufkleber dermaßen viel Papiermüll, dass ich auf diese Weise vermutlich wirklich den CO2-Ausstoß meines Blogs eingespart habe. Wenn auch nur rein rechnerisch.
Und vermutlich wird durch solche Aktionen am Ende doch mehr bewirkt als die Damen und Herren Machthabenden in Kopenhagen zustande gebracht haben... Shame on you!
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Samstag, November 15, 2008
Integriertes Verfallsdatum?
Als etwa 10-Jährige (ca. 1981-83 in der Gegend, genau weiß ich es nicht mehr), wollte ich unbedingt einen eigenen Wecker haben. Schließlich war ich ja "schon groß genug", um nicht mehr von der Mutter geweckt werden zu müssen. Und selbstverständlich musste es ein Radiowecker sein. Etwas anderes kam damals gar nicht infrage. Nach einigem Hin und Her durfte ich mir von meinem gesparten Taschengeld für 50,- DM einen kaufen. Und der weckt mich zuverlässig seit nunmehr 25 Jahren. Zugegeben, in den Rillen hat sich etwas Dreck angesammelt und man sieht ihm sein Alter schon an. Auch "brummt" er ziemlich laut (bin sehr geräuschempfindlich!) - allerdings konnte ich inzwischen feststellen, dass das Brummen bei Geräten neuerer Generationen keineswegs leiser ist. Deshalb bin ich beim Bewährten geblieben. 25 Jahre - was für eine lange Zeit! Keine Reparatur, nichts, das Ding läuft wie am ersten Tag. Dieses Wunderwerk stammt von der Firma Universum, womit die Bezugsquelle auch verraten wäre. Ob wir unser 50-Jähriges noch schaffen werden, weiß ich nicht, allerdings ausschließen will ich das nicht :)
Meine Waschmaschine hat 15 Jahre auf dem Buckel, etliche Umzüge hinter sich und tut ihre Dienste. Ab und zu rumpelt sie mal ein bisschen, so dass schon manchmal der Gedanke aufkommt, dass wir ein 25-Jähriges wohl nicht ganz erreichen werden. Aber wirklicher Grund zur ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema "neue Waschmaschine" besteht absolut nicht.
Der besteht schon eher bei dem Thema "neue Heizung": die jetzige wurde vor über 20 Jahren eingebaut, wird gewartet und gepflegt - und wir haben sie als möglichen Ausgabeposten innerhalb der nächsten fünf Jahre mal grob eingeplant. Is ja nicht ganz billig sowas. Will mensch ja darauf vorbereitet sein.
Ähnlich sieht es bei unserem Auto aus. Das ist auch so an die 15 Jahre alt, heuer nochmal gut durch den TÜV gekommen und der Mechaniker unseres Vertrauens hat durchblicken lassen, dass für den nächsten Termin durchaus auch Chancen bestehen. Ist doch großartig!
Ach, den Fernseher nicht zu vergessen, den mir meine Oma vererbte, der sowohl bei ihr als auch später bei mir bzw. uns ausdauernd lief und das ebenfalls annähernd 15 Jahre lang. Er ruhe in Frieden...
Und unsere Stereoanlagen. Meine: eine raumfüllende "Kompaktanlage" -
beim letzten Umzug ist die Antenne abgerissen. Wäre zu ersetzen, bestand
aber bisher noch nicht die Notwendigkeit für :) Davon abgesehen, sieht
sie für eine 20-Jährige noch taufrisch aus. Nur der CD-Player, den ich
mir kurz danach extra dazugekauft hatte (Ende der 1980er waren das noch
Riesengeräte - etwa so groß wie Videorekorder vor zehn Jahren), ist beim
letzten Umzug gestorben. Der ist mir aber wirklich _jedesmal_
runtergefallen. Der letzte Sturz war zusammen mit der Feinstaubattacke
dann wohl doch zu viel.
Seine Stereoanlage ist fast genauso alt, nur
aus echten Einzelbausteinen, alles von K., nur der Plattenspieler
natürlich ein D. Und selbstverständlich funktioniert die noch! Ok, die
meterhohen Boxen werden wir vermutlich irgendwann mal ersetzen, aber das
dürfen dann gern kleinere sein. Sagt er!
Vor fünf Jahren, kurz nachdem die Schnurgels zu uns kamen, haben wir uns eine Digitalkamera zugelegt. An den Preis kann ich mich nicht mehr genau erinnern - es war so der Großraum um 150,- Euro. Für unsere Zwecke völlig ausreichend, aber halt auch kein "Billigglump", immerhin muss eine sich das mal vor Augen halten: eine Kamera für 300 Mark! Die sollte doch ein paar Jahre halten - sollte mensch annehmen dürfen. Dass mittlerweile einige Läden die passenden Speicherkarten nicht mehr führen, ok, das passiert, damit rechnet mensch heutzutage und irgendwo im Internet wird eine dann ja glücklicherweise doch immer fündig. Und auch, dass so eine Speicherkarte mal kaputt geht, ist normal. Damit ist zu rechnen, da macht sich keine was vor.
Aber dass die Kamera nach nur fünf Jahren ihren Geist aufgibt? Das will ich nicht glauben, auch wenn das der Zustand der Kamera plötzlich war: nichts ging mehr! (Nein, an den Batterien lag es nicht!) Die folgenden Tage waren ziemlich hin- und hergerissen für mich: Im Internet stieß ich nur auf "Lösungswege" die offenbar jeweils immer nur ein Mal funktioniert haben - und bei mir nicht. Im Fachgeschäft reparieren lassen? Wird nicht wirklich lohnen. Eine "günstige" Kamera (also um die 100,- Euro), die sowohl meine Karte nimmt, als auch mit normalen AkkuBatterien läuft - schaut schlecht aus. Also, wenn ich eh alles neu investieren muss, vielleicht gleich ne Stufe höher gehen? Aber kann ich echt davon ausgehen, dass eine 300-Euro-Kamera dann wirklich auch wenigstens zehn Jahre hält? Ich hab stundenlang Kameras angeguggt, Testberichte gelesen, verglichen - mir schwirrte der Kopf! Jede Firma hat mehrere Modelle zur Auswahl und bis zu jährlich kommen "Neuauflagen" raus - die sind nicht drauf ausgelegt, dauerhaft zu funktionieren!
Da ist auch noch mein Laptop, das, auf dem ich gerade schreibe. Einer der beiden USB-Anschlüsse geht nur noch mit gutem Zureden. Der andere zickt auch desöfteren herum. Und nach einer halben Stunde Betriebsdauer geht alles nur noch im Schneckentempo. Das liegt zum Teil sicher an dem sinnigerweise an der _Unterseite_ angebrachten Lüfter, war aber, als es noch neu(er) war, nicht so (das mit dem Schneckentempo. Der Lüfter war von Anfang an unten). Einige Tasten haken immer mal (auch noch, nachdem ich sie gesäubert habe) und einige Buchstaben sind auf der Tastatur abgerieben. Zum Glück weiß ich, welcher Buchstabe zwischen g und j liegt. Und welche zwischen b und Komma. Aber wirklich Spaß macht mir das Arbeiten mit dem Ding auf Dauer nicht mehr. Es ist einfach altersschwach, da hilft kein Schönreden: genau das ist es. Es leidet an Altersschwäche. Ein Markengerät, dass knapp tausend Euro gekostet hat. Vor vier Jahren. V I E R ! ! ! !
Man mag das Gegenargument bringen: hättest dir halt gleich was "Gescheites" gekauft. Ok. Im Falle des Laptops mit entsprechender Ausstattung und "damaliger" Verhältnisse ("damals" - das sind vier Jahre!) also um die zweitausend Euro. Das Doppelte. Vielleicht würde das ja acht oder sogar zehn Jahre halten? Würde es das? Wirklich? Ich wage das zu bezweifeln. Wobei bei der großen Summe ein MHD (Mindest-Haltbarkeits-Datum) von acht Jahren an sich ja schon lächerlich ist. Siehe Radiowecker!
Das nächste Gegenargument kommt der Sache vielleicht schon etwas näher: selbst wenn das Laptop zehn Jahre hält - schon nach vieren ist es veraltet. Das liegt zum Einen an der tatsächlich rasanten Entwicklung der Technik - aber vor allem an dem obersten Gebot, das uns tagtäglich von überall her entgegenschallt: "Du sollst konsumieren!" Konsumieren ist gut, weil schließlich hast du es dir verdient, gönn dir was Schönes, leiste dir doch mal was, tu dir was Gutes! Außerdem hält es die Wirtschaft in Schwung - nie war das so wertvoll wie heute - es erhält Arbeitsplätze und macht die Menschen glücklich. - Soweit aus dem Lehrbuch des Konsumterrors.
Leider geht die Rechnung nicht ganz auf, denn _mich_ macht diese Einstellung nicht glücklich. Ganz und gar nicht. Wenn ich mehrere hundert Euro für ein Gerät ausgebe(n muss), dann _erwarte_ ich, dass es mehrere (!) Jahre hält. Haltet mich für konservativ, engstirnig, altmodisch, an-der-Realität-vorbei - bitteschön, dann bin ich das eben. Ernsthaft, dass ein Rechner keine 20 Jahre laufen wird, ist mir auch klar. Soweit reicht mein Realitätssinn dann schon noch. Aber zwischen 20 und vier Jahren ist noch eine große Spanne. Und fünf Jahre für eine 300-Mark-Kamera sind einfach indiskutabel.
Mal sehen, wie lange die SchnappSchuss-Kamera hält, die der Fachhändler am Ort tatsächlich aus dem Ärmel gezaubert hat: sie erfüllt alle meine Minimalanforderungen und ich muss mir keine Sorgen machen, ob eine teure Kamera nach fünf Jahren auch den Geist aufgibt! Dass diese Lösung am Ende doch noch möglich war - super! :)
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