« Goettinnen ~ Startseite ~ KonsumBewusst »

Montag, Januar 02, 2012

schnurgeliger Jahresrückblick

Eine Kategorie habe ich im letzten Jahr sträflichst vernachlässigt, was ich mit diesem Jahresrückblick der besonderen Art nachholen möchte:

Januar: Nee, Frau. Du kannst mir nicht da son schönes Plätzchen einrichten und mir dann sagen, du willst das haben. Vergiss es!

 

Wie: raus? Da is alles voll von dem ekligen, nasskalten, weißen Zeuch. Net mit uns!

 

Februar: Noch immer dieses eklige weiße Zeuch da draußen...

 

Nur gut, dass es im Haus immer wieder neue Katzenhäuser gibt.

 

Mai: Endlich kann man sich mal nach draußen wagen.

 

Rucksack-Test I

 

Rucksack-Test II

 

Juni: Unter der Liege isses etwas angenehmer als in der prallen Sonne

 

Oh, die Nachbarin hat extra Liegen aufgestellt!

 

Eis, Eis, Baby!

 

Wie? Nicht meine Liege?

 

Na gut, für ein Eis...

 

Juli: Schubladensicherheitsbeauftragter

 

Glaub ja nicht, dass ich jetzt Platz mache für dich!

 

Vielleicht schmeißt der Mann jetzt endlich mal den Grill an?

 

Ja, da hat mir die Frau eine schöne Kiste hingestellt. Von dem Fadenzeuch musst ich etwas rausräumen, aber jetzt passts.

 

August: So gefällt mir mein frisch umdekoriertes Katerzimmer doch gleich viel besser!

 

Tja, Frau. Wärst halt net aufgstanden. Jetzt is das mein Platz.

 

Zu viel Hitze is für son Schwarztier wie mich halt auch nix...

 

HUNGER!!!!!!!!!!!!

 

Kann man hier nicht mal fünf Minüt seine Ruhe haben?

 

Hier findet mich hoffentlich niemand...

Mist!

September: Sogar beim Bettenziehen bin ich immer hilfsbereit

 

Ich weiß genau, es sind noch Stickse da!

 

Oktober: In manchen Dingen sind wir uns ja schon einig...

 

Dezember: Fängt jetzt wieder dieses blöde Weißzeuchwetter an?

 

Geschenke?!

 

Funktioniert die Heizung jetzt endlich wieder?

 

Und, was habt ihr an Silvester vor?

 

Geschrieben von Zauberweib am Montag, Januar 02, 2012 ~ Schublade: GruschKiste
nach oben ~ Permalink ~ Comments

Samstag, November 05, 2011

Meine Nähmaschine

Als meine Mutter zu meinem älteren Bruder schwanger war, hat sie sich für mehrere hundert Mark eine Nähmaschine geleistet. Eine "Ideal Automatik" von Quelle. 1962 war das ein Batzen Geld - und es war sinnvoll angelegt. Dass sie die Ausstattung der Wiege damit genäht hat, weiß ich nur aus ihren Erzählungen, doch ich kann mich gut daran erinnern, dass sie schon immer sehr viel genäht hat.

Irgendwann haben wir im Handarbeitsunterricht nähen mit der Maschine gelernt und meine Mutter hat mich in ihre Maschine ebenfalls eingewiesen. Ab da hab ich selber immer wieder damit genäht. Sie begleitet mich tatsächlich bereits mein ganzes Leben.

Viel später - ich war bereits von Zuhause ausgezogen - hat sich meine Mutter eine neue Maschine gekauft und mir die alte vermacht. Damals bin praktisch jedes Jahr umgezogen und ich hatte nie Platz genug. Für einzelne Projekte habe ich sie mir hin und wieder in die jeweilige Wohnung geholt und später wieder in mein Elternhaus zurückgebracht. Bis ich mit meinem jetzigen Mann zusammen gezogen bin. Er hatte eine Dreizimmerwohnung und ich konnte meine Nähmaschine endlich "nach Hause" holen.

Ich habe sie erst einmal zum Überholen gebracht: reinigen, ölen, einstellen. Sie lief wieder wie am Schnürchen. Kein Klackern, keine Aussetzer, nichts. Als mein Vater erfahren hat, wie begeistert ich von der Nähmaschine war und sie somit in Ehren halten würde, hat er es sich nicht nehmen lassen, die Kosten für die Überholung zu übernehmen. ("Das hat sie von mir!" *g*) Wow, da war ich gleich doppelt beschenkt!

Mittlerweile sind wir in unser Häuschen gezogen, in dem es ein kleines Nähzimmerchen gibt. Meine Maschine hat einen festen Platz, muss nicht jedes Mal her- und wieder weggeräumt werden. Und ich habe das Patchworken entdeckt. Da nähe ich zwar größtenteils mit der Hand, das Zusammennähen mach ich aber doch lieber mit der Maschine. Auch diverse Kleidungsstücke hab ich in den letzten Jahren genäht. Sie ist also ständig in Gebrauch.

Kein Wunder, dass es nun wieder zu Aussetzern kam, sie war schwergängig, es klackerte. Die Botschaft war klar: Schick mich zur Inspektion! Mein erster Gedanke: Die hab ich doch erst beim Reinigen gehabt? Der zweite Gedanke: *nachrechne* 1999 - Oh... das ist wohl doch schon etwas her...

Da ich mit dem letzten Service-Ergebnis sehr zufrieden war, habe ich sie wieder dort hin gebracht. Beim Abgeben sind mir die vielen Nähmaschinen aufgefallen, die dort ebenfalls zur Reparatur-Abholung warteten. Sicher waren da auch paar modernere Modelle dabei, aber das meiste waren solche Goldschätze wie meine - wenn nicht sogar noch älter! Nähmaschinen sind ganz offensichtlich eine Anschaffung fürs Leben, für mehrere Generationen sogar. Sie werden gepflegt und in Ehren gehalten - und genutzt! Sie sind halt was Besonderes. Dass mich so ein Anblick zum Strahlen bringt, zeigt deutlich, dass ich die Tochter einer Handwerkerfamilie bin: Werkzeug muss eben pfleglich behandelt werden. :)

Heute habe ich meine Nähmaschine wieder an ihren Platz gestellt, den ich bei der Gelegenheit auch gleich ordentlich sauber gemacht habe. Und wie es der Zufall wollte, hatte ich ein ausgefranstes Handtuch und einen eingerissenen Kissenbezug zu reparieren. Eine gute Gelegenheit, das Maschinchen willkommen zu heißen.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie verblüfft ich war, als ich loslegte. Ein sanftes Schnurren, butterweicher Gang, perfekte Stiche... meilenweit dem voraus, was ich mir überhaupt hätte vorstellen können. Klar bin ich davon ausgegangen, dass sie keine Aussetzer mehr haben wird. Dass es nicht mehr klackert. Und dass sie etwas leichter läuft. Aber was ich bekommen habe, ist besser als neu! Ehrlich: ich bin verliebt in meine Nähmaschine! *gg* Da trifft es sich hervorragend, dass ich demnächst Urlaub habe und mir schon das eine oder andere Projekt im Kopf rumschwirrt. :)

 

Danke, dass du mich schon mein ganzes Leben begleitest. Ich werde dich gut behandeln, damit das auch weiterhin so bleibt und wir noch viele bezaubernde Stunden miteinander verbringen werden. :)

Geschrieben von Zauberweib am Samstag, November 05, 2011 ~ Schublade: GruschKiste
nach oben ~ Permalink ~ Comments

Samstag, Juli 02, 2011

Die Mitte der Gesellschaft - Nachtgedanken

Das Thema hab ich mir von der Schlampengöttin ausgeliehen. Gute Idee, die ich mal für mich übersetzen will:

Wenn ich die Mitte der Gesellschaft wäre, dann hätten Motorräder eine Sitzhöhe von 70 bis maximal 75 cm. Aufbocken geht ja immer noch. Die Norm wäre weiblich, unter 1,60. Das heißt, die oberen Regale im Supermarkt wären nicht ganz so weit oben.

In einem durchschnittlichen Haushalt gäbe es mindestens zwei Menschen, die sich lieben und dazu mindestens zwei Katzen, die von den Menschen versorgt und umschnurgelt werden dürfen.

Der überwiegende Teil der Gesellschaft hätte keine Kinder und keine Frau müsste sich deswegen blöde Kommentare anhören oder auf die Beförderung verzichten ("Sie wollen ja doch noch Kinder haben...") oder sich von irgendwelchen Leuten ein schlechtes Gewissen einreden lassen.

Wenn ich außerdem noch was zu sagen hätte...

Dann gäbe es in Deutschland längst nur noch Sonnen-, Wind- und Wasserenergie. Der Grundstein dazu wär vor 25 Jahren gelegt worden, wir hätten aus Tschernobyl Konsequenzen gezogen.

Wenn Europa überhaupt irgendeinen Sinn hätte haben sollen, wäre der vollzogene (!) Umstieg auf grüne Energie Zugangsvoraussetzung für neue Mitgliedsstaaten. Und selbstverständlich wäre diese Grundversorgung in den Händen des Staates - nicht privater Unternehmen.

Hätte ich was zu sagen, wäre der Euro nie eingeführt worden - auf jeden Fall spätestens jetzt würden wir wieder auf die DM umstellen. Fehler kann man ja ruhig machen - man sollte nur (ein)sehen, wenn etwas keinen Sinn mehr hat und entsprechend handeln.

Wenn ich was zu sagen hätte, wäre nach der Finanzkrise der Rooseveltsche "New Deal" in Kraft getreten. Das hätte nicht nur die Kassen wieder gefüllt, noch dazu vorrangig von denen, die die Kassen vorher so kräftig geleert haben, sondern vor allem auch den Graben zwischen Arm und Reich ein gutes Stück zugeschüttet. Da hatten die Amis damals echt ne gute Idee (warum das in der Politik immer so abwegig ist - Geld von denen zu fordern, die am meisten davon haben?), die z.B. auch im Fall Griechenland mehr Sinn machen würde als EU-Kredite. Überhaupt frage ich mich, warum die Suppe nur die Staaten auslöffeln sollen. Was ist mit dem Handel? Internationale Firmen, die an Griechenland auf die eine oder andere Art genauso bzw. sogar mehr beteiligt sind, als irgendwelche Banken, sollten ruhig auch ihr Scherflein beitragen. Ihren Krempel verkaufen wollen sie in Griechenland ja schließlich auch wieder...

Was es definitiv nicht geben würde, wenn ich was zu sagen hätte, wären Klopapier, Küchen- und Taschentücher (wenn man letztere denn schon unbedingt benutzen "muss"), die nicht zu 100% recycelt wären. Und schon gar nicht gebleicht!

Und wo ich schon dabei bin: Mülltüten wären - wenn schon Plastik - selbstverständlich ebenfalls komplett recycelt (100% ist bei Plastik glaub ich gar nicht möglich. Mit komplett mein ich hier also so viel wie nur irgend möglich)

Es gäbe keine Kraftfahrzeuge mehr mit Verbrennungsmotoren. Herkömmliche Tankstellen, wie wir sie heute noch kennen, gäbe es nur ganz vereinzelt auf Sondergenehmigung für Oldtimer-Clubs - und wären mit mega Steuern behaftet.

Und an allererster Stelle wäre das Aus für Verbrennungsmotoren im landwirtschaftlichen Bereich gekommen. Überlegt euch mal, die ganze Auspuffgase landen auf den Kartoffeln, dem Weizen, dem Mais - nicht gerade appetitlich, oder?

Genauso wäre sämtliche Chemie für die Landwirtschaft verboten. Einzelne Stoffe können in Ausnahmefällen nach jahrelanger, kostenintensiven Prüfung auf Herz und Nieren durchaus wieder erlaubt werden. Aber erstmal wäre alles verboten, was nicht natürlich und von selber wächst. Gentechnik gäbe es gar nicht.

Es gäbe auch keine "Bio"-Produkte - weil selbstverständlich jegliche Nahrungsmittel aus natürlicher Herstellung kommen. Was anderes käme gar nicht infrage. Und genauso selbstverständlich bieten wir den Tieren ein glückliches, gesundes, friedliches Leben - das sind wir ihnen schuldig, wenn wir sie schon essen: Dass sie vorher wenigstens ein wunderschönes Leben hatten. Kühe auf der Weide. Scharrende Hühner. Schweine, die sich im Schlamm wälzen. So muss das sein!

Ach, und natürlich gäbe es im Parlament Anwesenheitspflicht. Nichterscheinen ist unentschuldigtes Fernbleiben vom Dienst. Klarer Fall. "Nebenjobs" welcher Art auch immer wären absolut verboten. Als AbgeordneteR sollte mensch doch eigentlich ausgelastet genug sein, oder?

Überdies wäre Schluss mit der Unsitte, dass die sich selber mal eben eine Gehaltserhöhung geben können. Es gäbe auch Mindestlöhne in allen Bereichen, die innerbetrieblich gebunden wären. Heißt, die niedrigste Lohngruppe ist die Grundlage für alle anderen. Also z.B. Reinigungspersonal (es wird nicht geschummelt via "outsourcing"!) bekommt X, Call-Center-Leute bekommen 1,5X, Leitende Angestellte 3X, usw. bis hin zum Oberchef, der von mir aus 100X kriegt - um einfach mal Hausnummern zu nennen. Wenn der Oberchef jetzt beschließt, er genehmigt sich nen Tausender mehr im Monat, ist das prima, weil die Putzkraft dann immerhin auch nen Zehner mehr bekommt. Was für beide vermutlich in etwa gleich viel wert sein dürfte... (kann man jetzt so und so sehen)

Das Recht auf ein würdiges Sterben, wie wir es unseren Haustieren selbstverständlich gestatten, hätten auch wir Menschen. Wir hätten wieder ein gesundes Verständnis fürs Leben und Sterben. Leben retten würde nicht mehr gleichbedeutend sein mit Leiden bzw. Sterben verlängern.

Es gäbe nur sehr wenige, dafür verständlich Gesetze, Steuern und Vorschriften. Die Menschen, die für deren Einhaltung sorgen, wären gefordert, ihren gesunden Menschenverstand einzusetzen. (z.B. ist es doch unsinng, eine Familie zum Umzug zu zwingen, weil deren Wohnung gemäß Hartz-IV-Bestimmung zwei Quadratmeter zu groß ist, oder dass sie ihr Eigenheim verkaufen müssen - die dafür dann zusätzlich anfallende Miete aber wiederum bezahlt bzw. bezuschusst wird).

Soweit mal ein paar zugegebenermaßen unausgegorene, zusammengewürfelte Nachtgedanken von mir.

Geschrieben von Zauberweib am Samstag, Juli 02, 2011 ~ Schublade: GruschKiste
nach oben ~ Permalink ~ Comments

Montag, Juni 06, 2011

Visionen für die Zukunft

Da die Autobranche in Bezug auf Solartechnik - bzw. überhaupt alternative Antriebsmöglichkeiten - nicht so recht in die Gänge kommen will, sollten vielleicht die Solarprofis eine Vorlage liefern?

Liebe Solarzellen-Hersteller: Entwickelt doch eine Art Solarzellen-Folie zum Aufkleben. Damit wird das Auto komplett bezogen, der alte Motor und Tank kommen raus, ein Elektromotor und Akkus kommen rein, fertig ist das Solarmobil.

Als Laie stell ich mir das so einfach vor. Dabei geh ich natürlich davon aus, dass "Folie" nicht unbedingt erdölbasiert sein muss. Da darf gern was völlig Neues, "Grünes" entwickelt werden. Was auch denkbar wäre: Magnet-"Folie". Die müsste allerdings fest genug sein, dass sie mindestens 140 km/h aushält. So viel Power sollte die Solarkraft schon bringen!

Ich fände das ne Super-Erfindung, wenn ich in naher Zukunft zum Fachhandwerker um die Ecke gehen könnte und der würde mein Auto umrüsten. Und das wäre auch bezahlbar, denn eigentlich muss das Material - also die Solarzellen, Akkus und Motor - ja nicht gekauft werden. Es müsste lediglich der Einbau, also die Arbeitszeit, bezahlt werden. Was in etwa einer größeren Reparatur-Rechnung entsprechen dürfte. Aber wer ein heißgeliebtes Auto schon seit vielen Jahren fährt, hat sowas eh immer einkalkuliert :)

Warum leasen statt kaufen? Logisch, weil es wiederverwendbar ist bzw. sein soll. Nur weil das Auto irgendwann vielleicht doch das Zeitliche segnet, muss doch nicht alles weggeworfen werden. Deshalb sollte die "Folie" abziehbar und wiederverwendbar sein. Daher auch die Idee mit der Magnet-"Folie". Eine 80%-ige Wiederverwertbarkeit sollte erreichbar sein. Und da bietet sich Leasing nun einmal an.

Akkus und Motor sollten eine lange Lebenszeit haben. Das ist meines Erachtens das Haupt-Kriterium, das ein Produkt erfüllen muss, wenn es zukunftsfähig sein soll: Lange Lebenszeit. Die Akkus sollten modular aufgebaut sein, so dass einzelne Teile ausgetauscht und überhaupt auf die Art für jedes Auto passend gemacht werden können.

Das heißt, der Kunde trägt die Kosten fürs Umrüsten - also die Arbeitszeit - und zahlt ansonsten eine monatliche Leasinggebühr dafür, dass die Solartechnologie genutzt wird. Da nicht mehr getankt werden muss, enstehen demnach keine Mehrkosten für den Einzelnen, stattdessen Mehrnutzen für den gesamten Planeten!

Und wenn die Autoindustrie dann ganz lieb bitte sagt, dürfen die diese Technologie vielleicht sogar für ihre Neuwagen nutzen :) Aber das erfordert erst einmal umdenken: Dass wir nicht länger produzierenproduzierenproduzieren können, dürfen! Sondern dass wir uns zuallererst überlegen müssen, was wird wirklich gebraucht? Wie können wir das herstellen, dass ein geschlossener Kreislauf entsteht (Zero Waste)? Und vor allem: ohne Gift, ohne schädliche Chemie.

Nein, ich will an dieser Stelle nichts hören von wegen "unmöglich", "geht nicht", "ist doch gar nicht soooo schlimm". NEIN! Bitte was sollen all die Auszeichnungen und Preise und gegenseitiges Beweihräuchern, wie fortschrittlich unsere Technologie doch ist, und was die Forschung nicht alles möglich gemacht hat, wenn wir noch nicht mal in der Lage sind, Radioaktivität zu neutralisieren. Wenn wir es noch immer nicht geschafft haben, Plastik in den Kreislauf einzubinden. Wenn wir noch immer auf Erdöl und dessen katastrophalen Folgen für unseren Planeten angewiesen sind.

Mal ehrlich: die Steinzeitmenschen waren wesentlich fortschrittlicher als wir, das muss ich mal so sagen! Die haben wirklich etwas Neues erfunden. Und zwar nicht irgendwelchen Nippes, sondern Dinge für den täglichen Gebrauch, die ihnen einen echten Nutzen z.B. bei der Nahrungsbeschaffung eingebracht haben. Und das ganz ohne Unmengen an Energie zu verbrauchen, ohne Luft, Wasser oder Boden zu verseuchen.

Aber ich schweife schon wieder völlig ab. Denn - um aufs Thema zurück zu kommen - es gibt ja auch noch Motorräder, die auch gern solarbetrieben wären. Einen Anfang hat z.B. die Firma Münch bereits gemacht, allerdings ist das halt auch "nur" ein Elektromotor, der aufgeladen werden muss. Vorzugsweise mit Solar-, Wind- oder Wasser-Strom.

Warum - fällt mir jetzt wieder ein - soll nun in Deutschland wieder mehr auf Kohle gesetzt werden? Was genau haben die Damen und Herren Politiker immer noch nicht begriffen? Es ist doch so einfach: AKW: nein. Sonne, Wind, Wasser: ja. Da kommt Kohle gar nicht drin vor! Und die Energieriesen hatten bereits einige Jahre Zeit, entsprechende Anlagen zu bauen. Das sollte auch nicht vergessen werden: Dass es vor dem Ausstieg ja bereits eine Zeit vor dem Ausstieg aus dem Ausstieg gab. Die hätte genutzt werden können, sollen.

Allerdings bin ich eh der Meinung, dass die Grundversorgung in die öffentliche Hand gehört. Also Energie, Wasser und eigentlich auch der Personennahverkehr. Es kann nicht sein, dass wir unsere Grundbedürfnisse an Konzerne übergeben, deren Ziel es natürlich ist, Profit zu machen. Strom und Wasser muss für jeden verfügbar und bezahlbar sein. Das war vielleicht mal sinnvoll, die öffentlichen Haushalte zu entlasten und auszulagern. Dass am Ende aber immer der Steuerzahler (und die Natur) die Rechnung kriegt, zeigt Fukushima (strahlt immer noch, Vierfach-Super-GAU. Intressiert nur grad keinen mehr).

Zurück zu den Mobbeds: Da gibt es ja nun nicht so viel Fläche für Solarmodule, aber es gäbe vielleicht die eine oder andere Idee zu entwickeln: Schutzkleidung mit integrierten Solarzellen - warum nicht? Wird mit einem kleinen Kabel eingestöpselt und zwar so, dass die Verbindung hält, aber im Fall des Falles einfach ausstöpselt.

Andere Möglichkeit: z.B. unter der Sitzbank versteckt ein zusammenfaltbares Solarpanel. Was bei Satelliten klappt, sollte doch auch bei Motorrädern machbar sein, oder? Und selbstverständlich als Zubehör ein mobiles Panel mit integriertem Akku, das daheim im Garten fleißig Strom macht, während das Mobbed unterwegs ist, welches über Nacht dann einfach angezapft wird.

Parkplätze könnten nicht einfach geteert, sondern mit Solarpanels belegt werden. Gerade vor Supermärkten, Möbelhäusern usw. sind ja nicht immer alle Plätze belegt. Der so erzeugte Strom wird ins Netz eingespeist. So haben alle was davon. Überhaupt verstehe ich nicht, weshalb nicht schon längst dazu übergegangen wurde, Neubauten so zu planen, dass die Dächer genügend Sonnenseite abbekommen.

Um nochmals auf die Parkplätze zurückzukommen: Es gibt einen findigen Erfinder - wenn ich mich richtig erinnere, aus den USA - der einen solchen Straßenbelag bereits erfunden hat. Ihm wurden großzügigerweise (höhö) eine Million Dollar Fördermittel eingeräumt, um das mal auszutesten. Das stand vor einigen Monaten in der Natur & Kosmos. Wäre schön, wenn sich diese Idee verwirklichen ließe!

Ich glaube, Ideenmangel ist nicht das Problem. Schon eher, das Wagnis, die Herausforderung anzunehmen. Was uns allen bevorsteht, ist ein kompletter Wandel im Bewusstsein. Dass wir nicht länger auf Kosten der Natur hantieren dürfen, sondern diese endlich als unsere Lebensgrundlage begreifen müssen.

Wem das zu ökotussig ist, der darf es auch gern so sehen: die Natur kann ohne uns Menschen sehr gut leben (ehrlich: wir sind der Grund, weshalb es ihr heute so dreckig geht) - wir aber nicht ohne sie. Wenn wir so weiter machen, wird sie sich wehren. Und wer mal genau hinguggt, wird sich zumindest die Frage stellen, ob sie damit nicht schon längst begonnen hat. Wer es als Kampf sehen mag: Mensch gegen Natur, dem kann ich garantieren, dass die Natur, das Leben als solches, auf jeden Fall am längeren Hebel sitzt.

Oder, noch ein wenig deutlicher: Es geht darum, unseren eigenen Hintern zu retten!

Geschrieben von Zauberweib am Montag, Juni 06, 2011 ~ Schublade: GruschKiste, KonsumBewusst
nach oben ~ Permalink ~ Comments

Dienstag, Januar 11, 2011

Dornröschen

Es war einmal ein Königreich, dort lebten alle Menschen glücklich und zufrieden. Alle trugen ihren Teil zum Leben in der Gemeinschaft bei: Indem sie Felder bestellten, Schafe hüteten, einander beim Hausbau halfen - so wie sie alles zusammen machten. Es war von allem immer genug für alle da. Mangel gab es nicht, da es auch kein Geld und keinen Handel gab. Sie haben immer geteilt.

Es gab in diesem Königreich einen Rat von dreizehn Frauen, die die Geschichten des Volkes bewahrten. Sie waren die Hüterinnen des Wissens. Die Geschichten eines Volkes müssen lebendig weitererzählt werden, gleich ob es sich dabei Pflanzenkunde, Heilkunde, Kanalbau oder Mythologie handelte. Nur was immer wieder neu erzählt wurde, konnte aktuell bleiben und sich so be-wahr-heiten. Um dies zu gewährleisten, waren die Hüterinnen des Wissens da.

Das Königspaar regierte gemeinsam über das Volk, jeder hatte seinen Zuständigkeitsbereich, wobei es hauptsächlich um praktische Dinge gibt. Organisation der Ernte und deren fachgerechte Weiterverarbeitung zum Beispiel. Oder die Märchenstunde für die Kinder - das sind jene Geschichten des Volkes, die den Kindern helfen sollen, das Gesamtgefüge des Volkes, der sie umgebenden Natur und die Wertevorstellungen der Gemeinschaft zu begreifen.

Es begab sich aber, dass Fremde in das Königreich eindrangen. Das Volk empfing die Fremden freundlich - etwas Neues kennenzulernen ist schließlich immer eine Bereicherung. Doch die Fremden brachten nicht nur zweifelhafte Geschenke mit, sondern auch eine Menge fremdartiger Ideen, die so gar nicht in das Leben des Volkes passten. Sie waren ebenfalls begabte Geschichten-Erzähler, und weil dem Volk alles, von dem die Fremden erzählten, völlig unbekannt war, konnten sie noch nicht einmal Fragen stellen, um richtig zu verstehen. So haben die Fremden das gutgläubige Volk überrumpelt und ihnen ihre Lebensweise aufgedrängt: Zuerst kam der Handel, dann das Geld - die Gier kam schließlich ganz von selber über die Menschen des Königreiches.

Das Königspaar hatte eine Tochter, die in das Alter gekommen war, sich einen Partner zu suchen. Eigentlich war das ihre alleinige Aufgabe, doch auch der König blieb nicht von der Gier verschont. Deshalb befahl er die Hochzeit zwischen dem Sohn des Haupt-Mannes der Fremden und seiner Tochter. Er versprach sich davon noch mehr Macht und noch mehr Reichtum. Naja, der Fremde hatte es ihm zumindest versprochen.

Die Tochter hatte das Glück, den Großteil ihrer Kindheit unter der Obhut der Hüterinnen des Wissens verbracht zu haben. Und so hat sie viel mehr der Geschichten des Volkes verinnerlicht als andere in ihrem Alter. Sie besaß einen wachen, klaren Geist und eine gute Portion Mut. Also begab sie sich zu den Hüterinnen, um mit ihnen einen Rettungsplan auszuarbeiten.

Die Gemeinschaft, die es früher gegeben hat, war inzwischen sehr gebröckelt. Zu den Jahresfesten wurde nicht mehr so viel gefeiert wie früher und das Lachen auf dem Marktplatz hörte man immer seltener. Stattdessen gab es Streit und Missgunst. Den Hüterinnen und der Prinzessin war klar, dass schnell gehandelt und drastische Maßnahmen ergriffen werden mussten, wollte man den Rest noch retten - vor allem auch die Geschichten, das Wissen des Volkes.

So sprachen sie einen Zauber aus, der sich auf die Menschen, die Tiere und Pflanzen, das gesamte Königreich erstreckte: alles fiel augenblicklich in einen tiefen Schlaf und die Grenzen des Reiches wurden von einer riesigen Dornenhecke überwuchert. Je mehr die Hecke wuchs, umso mehr schrumpfte das Königreich darin, so dass am Ende von außen nur ein sehr großes Dornengestrüpp sichtbar war und niemand auf die Idee kam, dass sich dort ein ganzes Königreich verbirgt.

Der Zauber sollte nur so lange andauern, bis ein Prinz sich auf die Suche nach der Prinzessin und den Geschichten des Volkes machen würde. Und er war stark genug, dass nichts und niemand dem Dornengestrüpp etwas anhaben konnte. Nur wer das Herz am rechten Fleck hatte, würde das Geheimnis durchdringen.

So vergingen Jahrzehnte und Jahrhunderte, bis sich ein junger Mann in die Gegend verirrte. Er war auf der Flucht vor seinem Vater, vor dem Leben, das er ihm auferlegen wollte. Es war doch sein Leben - warum konnte er darüber nicht selber bestimmen? Er wollte nicht immer noch mehrmehrmehr wie sein Vater. Ihm war es wichtiger, dass die Angestellten des Konzerns ein gutes Leben führen konnten. Weil sie anständig für ihre Arbeit bezahlt wurden. Als sein Vater ihm eröffnet hatte, dass eine Fabrik in ein anderes Land "verlegt" werden sollte, weil er dort die Menschen noch schlechter bezahlten konnte als hier, ist der junge Mann geflüchtet.

Er war Tage und Wochen unterwegs und je länger er es war, umso leichter wurde sein Gepäck. Er wollte nicht erreichbar sein; den Lärm der Stadt konnte er nicht mehr ertragen und er lief und lief, bis die Geräusche endlich leiser wurden. Währenddessen hatte er Gelegenheit, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Wie stellte er sich seine Zukunft vor? Eine zukunftsfähige Gemeinschaft? Ganz sicher nicht mit Ellenbogen, wie sein Vater. Er sehnte sich nach offenen Armen, die ihn mit seinen "versponnenen Ideen" - wie sein Vater es verächtlich nannte - empfangen würden.

Je mehr seine Vision Gestalt annahm, umso lauter schien ihn etwas zu rufen. Er hatte keine Ahnung, wo er gerade war, noch, in welche Richtung er sich bewegte. Er wusste nur, dass es die richtige war. Dass er diesen Weg gehen musste. Bis er von weitem eine Art Dornengestrüpp erkennen konnte. Es zog ihn förmlich dort hin. Doch je näher er kam, desto grüner, üppiger wurde die Hecke. Und sie war über und über mit Blüten besetzt. Als er endlich direkt davor stand, tat sie sich ganz von selber auf und er trat hindurch.

Auf der anderen Seite wurde er von mehreren Frauen erwartet. Es waren die Hüterinnen des Wissens und die Prinzessin. Sie machten am Marktplatz ein Feuer, zauberten von irgendwo her etwas zu essen und begannen, die Geschichten des Volkes zu erzählen. Und je mehr sie erzählten, umso mehr erwachte das Volk aus seinem Winterschlaf. Ganz allmählich, so dass sich alle in Ruhe wieder einfinden konnten. Der junge Mann weinte vor Glück, weil seine "versponnenen Ideen" hier ganz selbstverständlich die Basis des gemeinschaftlichen Lebens darstellten. Als er fragte, ob er hierbleiben könnte, da er gerne Teil dieser wundervollen Gemeinschaft sein wollte, meinte die Königstochter: Gerne, einen Partner wie dich hätte ich sehr gerne an meiner Seite.

Das neue junge Königspaar hatte die Gelegenheit, mit dem Volk zusammen einen echten Neustart ihrer Lebensweise zu vollziehen. Die Hüterinnen hatten das Wissen bestens bewahrt und es wurde wieder erzählt und neu-erzählt. Damit das Wissen weiterhin aktuell und lebendig bleiben würde.

Natürlich kamen hin und wieder Fremde vorbei, die dem Volk die fremde Lebensweise verkaufen wollten. Doch die Menschen hatten dazu gelernt. Sie verkauften nun ihre eigene Lebensweise den Fremden. Sehr erfolgreich. Und völlig kostenlos.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Veröffentlicht im Schlangengesang, Augabe 46 (pdf, 3,5 MB) vom 15.03.2011

Geschrieben von Zauberweib am Dienstag, Januar 11, 2011 ~ Schublade: GruschKiste, SelbstGemacht
nach oben ~ Permalink ~ Comments

Samstag, August 07, 2010

Stöckchen :)

Eigentlich bin ich nicht so der Stöckchen-Fan, aber das hier hats mir angetan. Außerdem hab ich so die Gelegenheit, Schildmaidens Blog zu verlinken, die traumhafte, hauchzarte Tücher strickt! Unbedingt guggen gehen!

  • Coke oder Pepsi? Leitungswasser
  • Tee oder Kaffee? Tee. Und PulverCappucchino :)
  • Chips oder Schokolade? Schokolade
  • Sommer oder Winter? Sommer! Heiß! Sonne!
  • englisch oder amerikanisch? In Bezug auf was? Vorsichtshalber mal: weder noch
  • Filme oder Serien? Krimis
  • Rosen oder Nelken? Im Garten: Rosen. In der Küche: Nelke
  • Blau oder Grün? Grün
  • Rot oder Rosa? Rot
  • Gold- oder Silberschmuck? Silberschmuck - wobei ich ziemlich schmucklos bin
  • Hund oder Katze? Ich bin ne Katzenglugge :)
  • Meer oder Berge? Öh... Bei uns hats sowohl sanfte Hügelchen als auch ein wunderbares Seenland...
  • Norden oder Süden? Süden
  • Kochen oder Backen? Backen, ganz klar. Kochen geht notfalls auch, das läuft aber immer auf experimentieren hinaus
  • Heimat oder Fremde? Heimat
  • shoppen oder essen gehen? Reizt mich beides nicht
  • Sonne oder Regen? Sonne natürlich! Wobei ein Gewitter auch seinen Reiz hat...
  • Geographie oder Geschichte? Zählt Mythologie zu Geschichte?
  • E-Mails oder Briefe? Email
  • Fisch oder Fleisch? Ich ess an sich beides, allerdings werd ich wg. der Golf-Katastrophe die nächsten 20 Jahre auf Fisch verzichten. Zumindest auf MeeresTiere
  • Nudeln oder Kartoffeln? Beides
  • schwimmen oder wandern? Spazieren :) Unser Hallenbad hat leider dicht gemacht und im See isses mir zu kalt
  • Rock-oder Popmusik? Lieber Rock
  • Karo oder Streifen? Hauptsache, bunt :)
  • Elvis Presley oder Michael Jackson? Dann lieber Elvis
  • Actionfilme oder Science Fiction? SiFi
  • Amerika oder Kanada? Ochnööö
  • Bloggen oder Chatten? Bloggen
  • Wurst oder Käse? Käse
  • Laubbäume oder Palmen? Laubbäume. Eichen, Linden, Birken, Weiden, Kastanien, Buchen, ... ja, Laubbäume eben :)

Darf sich jede bedienen, die will :)

Geschrieben von Zauberweib am Samstag, August 07, 2010 ~ Schublade: GruschKiste
nach oben ~ Permalink ~ Comments

Samstag, Juni 12, 2010

Endlich Sommer!

Es ist erst ein paar Tage her, da wurde noch gejammert und geflucht und den Damen und Herren Wetterfröschen aus Rundfunk und TV wars hörbar peinlich, wenn sie wieder nur Höchsttemperaturen von vielleicht mal 15 Grad prognostizieren konnten.

Nun endlich, endlich klettert das Thermometer Richtung Sommer, endlich kann die Jacke zuhause gelassen werden, und endlich kann ich sogar mal ein Kleid anziehen.

Und was höre ich jetzt? Gejammer, gemotze, gemaule ob der unerträglichen Hitze! Ich glaubs ja nicht! Ok, zugegeben, ich bin ein Frostbeulen-Härtefall. "Warm" fängt bei mir wirklich erst bei ... naja, sagen wir mal 27-28 Grad an. Noch dazu befindet sich mein Büro im Kellergeschoss. Wo der Rest der Welt damit beschäftigt ist, Fenster geschlossen zu halten und Rollos runter zu lassen, um nur ja die Wärme draußen zu halten, reiße ich alle Fenster auf - in der Hoffnung, doch bitte auch ein bisschen was von der Wärme abzubekommen.

Also, ich bin sehr glücklich darüber, dass der Sommer nun doch noch endlich gekommen ist. Pünktlich zur WM, was mich hoffen lässt, dass das schöne Wetter die nächsten Wochen andauert. Bei der letzten WM wars nämlich genauso. Ich seh das als ein gutes Omen :)

Von mir aus darfs bis Oktober so schön bleiben, hab ich überhaupt nix dagegen! Hach, mal wieder so ein Sommer wie 2003... den hätt ich gern jedes Jahr! *schwelg*

Hier und da ein nächtliches Gewitter darf natürlich ruhig sein. Soll ja nix vertrocknen... :)

Geschrieben von Zauberweib am Samstag, Juni 12, 2010 ~ Schublade: GruschKiste
nach oben ~ Permalink ~ Comments

Samstag, Mai 08, 2010

Glänzender Fortschritt!

Im letzten November hab ich mir ein neues Notebook gekauft. Schon Monate vorher hab ich angefangen, mir einen Überblick zu verschaffen: Was brauch ich, was muss unbedingt sein, was wär ganz nett? In welcher Preisklasse bewege ich mich, welche Firmen bevorzuge ich und welche nicht? Usw. Meine Liste war ziemlich detailliert, nur Sachen wie "Tastatur" oder "Netzteil" standen natürlich nicht drauf. Ein Notebook ohne Tastatur, das wär ungefähr so schlau wie... wasweißich... ein hochglanzpolierter Bildschirm vielleicht?

Es hat nicht lange gedauert, bis ganz oben auf meiner Liste stand: NON-GLARE-Bildschirm!

Als mir dieses "glare" die ersten Male untergekommen ist, hab ich gedacht, ich hätte da was falsch verstanden. "Glanz" - konnte ja wohl unmöglich heißen, dass es sich um einen "glänzenden" Bildschirm handelt? Auf sone bescheuerte Idee kann doch keiner kommen, oder? Zumindest nicht, wenn er die Dinger auch verkaufen will?

Als ich dem Fachgeschäft meiner Wahl einen Besuch abstattete, traute ich meinen Augen nicht: Alle - wirklich: alle! - ausgestellten Note- und Netbooks hatten einen hochglanzpolierten Bildschirm! Punktabzug für das Fachgeschäft meiner Wahl. Hätts auch nur einen "normalen" Bildschirm gegeben, hätt ich mein Wunsch-Notebook dort bestellt. Aber so? Nee. Da bin ich eiskalt!

Ich konnte und kann eigentlich immer noch nicht wirklich glauben, dass diese Dinge nicht nur hergestellt, sondern sogar verkauft werden. Wer kauft bitteschön absichtlich einen hochglanzpolierten Bildschirm? Mal ausgenommen diejenigen, die aus verschiedenen Gründen zu dem Zeitpunkt einfach keine andere Wahl hatten. Oder evtl. bei einem nur-Bildschirm, der ausschließlich inhäusig verwendet wird. Aber doch bitte nie und nie und niemals nicht an einem Laptop?!

Ich ließ mich von der glare-Welle jedenfalls nicht vermatschbirnen und hab auf meinen normalen matten Bildschirm bestanden. Und auch bekommen.

Vor einiger Zeit haben nun die Medien angefangen mit Berichten zu dem Problem des Spiegelns, das man auf den Bildschirmen hätte. Findige Erfinder haben sogleich eine tolle Erfindung erfunden: die Matt-Folie, die vorsichtig auf den vorher natürlich gut gesäuberten Bildschirm aufgeklebt wird.

Na ganz große Klasse!

Und nun lese ich endlich, dass die Technologie wirklich Fortschritte macht, bzw. gemacht hat. Die neue Generation von Bildschirmen kommt, und sie kommt rasend schnell, "glare" war gestern, was heute zählt, ist Fortschritt - ein Bildschirm darf schließlich nicht spiegeln, gerade an einem Notebook o.ä. doch nicht.

Deshalb wurde die neue Generation Bildschirme erfunden. Bildschirm 2.0 sozusagen... ach, was sag ich: 3.0! Mindestens!

Der neueste Clou, den uns der Technikmarkt verkaufen will, heißt:

haltet euch fest!

*tusch*

*Applaus*

Jetzt kommts:

E N T S P I E G E L T E Bildschirme!

Boah, also echt, ich bin so dermaßen froh, wie schnell die Technologie heutzutage auf die Wünsche der Kunden reagiert!

Besser geht's doch gar nicht!

Einfach nur glänzend, sag ich da - ein Hoch auf die Technik und den Fortschritt!

Geschrieben von Zauberweib am Samstag, Mai 08, 2010 ~ Schublade: GruschKiste, KonsumBewusst
nach oben ~ Permalink ~ Comments

Sonntag, Mai 02, 2010

Was gibt's Neues?

Um es gleich vorweg zu sagen: Bei mir nicht viel. Dafür bin ich andernorts auf viele gute, intressante oder auch nur kuriose Neuigkeiten gestoßen, die ich hier mal zusammentragen will:

Ich fang mal an mit der Anti-Atom-Kette anlässlich des Tschernobyl-Jahrestages. 120.000 Menschen sind im Norden auf die Straße gegangen und haben ein deutliches Zeichen gesetzt. Übrigens werden in vielen Gegenden von den verschiedensten Organisationen weiterhin Unterschriften gegen den Ausstieg aus dem Ausstieg gesammelt. Bei campact.de z.B. geht das auch online.

Weniger gute Nachrichten sind die Öl-Unglücke der letzten Tage. BP hat deswegen schon ziemliche Einbußen an der Börse zu verzeichnen und sehr viele Menschen tanken an anderen Tankstellen. Infos zur aktuellen Lage gibts bei utopia und Spiegel.

Das große Unglück am Great-Barrier-Reef ist zwar ausgeblieben (Bild), dennoch hat das empfindliche Riff beträchtlichen Schaden genommen. Laut Spiegel gehen die Australischen Behörden dieser Sache nach.

Bei sowas frag ich mich immer, was aus der Erfindung der Schülerin von vor paar Jahren geworden ist, die bei "Jugend forscht" mitgemacht hat? Die hat eine Art Pulver/Granulat erfunden, das das Öl aufsaugt und verklumpt. Die Klumpen können abgefischt werden und hinterher kann das Öl wieder "ent-bunden" werden. Hab grad mal bissl rumgesucht, aber nicht mal auf jugend-forscht.de bin ich fündig geworden. Also wenn da wer was weiß, täts mich intressieren.

Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit, der Tag, an dem in Berlin und anderen Großstädten in Deutschland randaliert wird - von rechts oder links is dabei egal. Mir zumindest. Wenn das Ergebnis Randale ist, kann die Ursache nix Gutes sein. Einfache Rechnung...

In diesem Jahr ist mir erstmals bewusst aufgefallen, dass das ein internationaler Feiertag ist. (wikipedia) Nicht zuletzt wegen Griechenland war die Berichterstattung diesbezüglich internationaler als sonst (meiner Auffassung nach zumindest); offenbar ist die Schmerzgrenze der Ausbeutung doch langsam erreicht. 200-Prozent-Forderungen seitens der Arbeitgeber sind laut Süddeutsche ein anschauliches Beispiel dafür, dass nur noch der Profit im Focus steht - und sonst gar nichts. Dazu passend der Aufruf des DGB.

Natürlich ist mir bewusst, dass es uns hier doch gut geht, im Vergleich zu den "armen Menschen in der Dritten Welt". Doch erstens mag ich mich nicht an dem messen (lassen), was noch schlechter ist, und zweitens bin ich durchaus dankbar dafür, dass ich in einem Land wie Deutschland lebe, in einem Klima, das weitestgehend von größeren Katastrophen verschont ist, dass ich einen guten Job habe und ein Auskommen mit dem Einkommen.

Genau das verpflichtet mich aber auch zur Verantwortung. Dass es den "armen Menschen in der Dritten Welt" so schlecht geht, ist nämlich auch von mir mitverursacht, mit jedem Tshirt ausm Schnäppchenladen und der Hauptsache-billig-Mentalität. Sicher kann ich nicht von heute auf morgen auf 100% ökofair umstellen - ist auch gar nicht sinnvoll! Aber warum beim Kaffee nicht mal auf das Fairtrade-Siegel achten? Und auch bei den großen Ketten tut sich was z.B. in Sachen Kleidung. Zumindest in Bezug auf Öko.

Dass die erste umweltfreundliche(re) Textildruckerei ausgerechnet im schönen Franken steht, freut mich natürlich besonders :) Und falls sich wer bei dem Link jetzt fragt: Kirsten Brodde - sagt mir das nicht was? Dann vielleicht von ihrem Buch "Saubere Sachen" (Amazon-Link), das ich mit dem Prädikat "Pflichtlektüre" auszeichne.

Ich achte also in Zukunft weiterhin darauf, was und wie ich konsumiere. Freilandeier sind für mich praktisch schon immer Pflicht, Erdbeeren gibts demnächst wieder frisch ausm Garten und ganz sicher nicht im Winter von sonstwoher. Orangensaft hab ich längst durch Apfelsaft ersetzt und ich achte auf das Kleingedruckte auf den Verpackungen. Nur schade, dass es keinen Warnhinweis ählich wie bei Zigaretten gibt, wenn es sich um genveränderte Lebensmittel handelt. Da kann also noch nachgebessert werden (am besten gleich auf EU-Ebene). Und natürlich steht bei jeder Anschaffung zuallererst die Frage: "Brauche ich das wirklich?" Dann doch lieber mal auf irgendwelchen Billig-Plastik-Ramsch verzichten und mir dafür beim nächsten Einkauf die teurere fairtrade-Variante der Nuss-Nougat-Creme gönnen :)

Apropos: laut karmakonsum ist der Umsatz bei fairtrade-Produkten um 26% gestiegen. Wir sind also schon mal auf dem Weg...

Zum Abschluss hab ich noch diesen Link gefunden, der zeigt, dass auch die Öko-Welle Dinge hervorbringt, die die Welt eigentlich nicht wirklich braucht :)

Geschrieben von Zauberweib am Sonntag, Mai 02, 2010 ~ Schublade: GruschKiste, QuerGelesen
nach oben ~ Permalink ~ Comments

Montag, Februar 15, 2010

Kochen für Shermin: Keksäääää!

www.magischer-kessel.de  

Dieser von Distel hervorgerufenen Aktion, Shermins Magischen Kessel zu unterstützen, mag ich mich gerne anschließen.

Was so manche vielleicht erst einmal verwundert, denn mit Kochen werd ich eher weniger in Verbindung gebracht. Aber ich liebe es zu backen! Und am allerliebsten back ich Kekse!

Tatsächlich können Kekse ganzjährig gebacken und gegessen werden. Es gibt jedoch einen sehr starken Anstieg an Verbrauch, Variationen und Angebot von Keksen etwa in der Zeit zwischen November und Januar. Während dieser Hoch-Saison lässt sich ein weiterer Anstieg bis zur Wintersonnwende beobachten, der danach abflaut, um spätestens Ende Januar wieder auf dem (Rest-Jahres-)Stand von Anfang November angelangt zu sein.

Kekse werden also in der Zeit von Samhain bis Imbolc besonders verehrt - oder geopfert, hier sind sich die Wissenschaftler noch nicht einig. Jedoch lassen der schon fast explosionsartig ansteigende Verbrauch, das ins Unermessliche wachsende Angebot, - selbst in Haushalten, wo sonst nicht gebacken wird, wird plötzlich Teig geknetet, gerollt, ausgestochen, in Form gebracht - keinen anderen Schluss zu, als dass den Keksen im Winter-Quartal besondere Achtung entgegengebracht wird. Dass dies kultischem Ursprung zuzuschreiben sein muss, wird vor allem auch darauf begründet, dass sie während dieser Hoch-Zeit einen besonderen Namen tragen. In der dunkelsten Jahreszeit werden Kekse "Plätzchen" genannt.

Zwischen Imbolc und Samhain allerdings führen die Kekse ein Schattendasein, sie sind in Bäckereien kaum bis gar nicht und in Supermärkten auch nur bei genauem Hinsehen zu finden, so dass sie da selbst gemacht werden müssen. Dass das sehr einfach ist, Spaß macht und am Ende sehr lecker schmeckt - ja, probiert's am besten selber aus :)

Das einfachste Rezept, das ich kenne, ist:

  • 100 g Zucker
  • 200 g Butter
  • 300 g Mehl

Die Butter sollte nicht frisch ausm Kühlschrank kommen, dann geht das Verkneten leichter. Damit lassen sich Kekse ausstechen, -radeln oder -pressen, ganz nach Belieben.

Noch einfacher sind Löffelkekse. Dazu wird ein weicherer Teig zubereitet, also notfalls einen Schuß (Soja-)Milch zufügen. Der Teig sollte etwas rupfig sein, da lassen sich mit dem Teelöffel schöne Häufchen abstechen.

Ebenfalls sehr gut sind Schnecken-Kekse. Teig ausrollen, Füllung draufstreichen, einrollen. Ggf. im Kühlschrank (oder um diese Jahreszeit: auf der Terrasse) noch etwas kaltstellen, dann lassen sich leichter Scheiben abschneiden. So in dem Dreh von 0,5-1cm Dicke - wobei die insgesamt aber ziemlich einheitlich sein sollte, wg. der Backzeit.

Füllung für die Schnecken-Kekse ist simpel: Marmelade mit gemahlenen Nüssen/Mandeln und/oder Haferflocken vermischen, so dass eine streichfähige Masse ensteht. Gibt weniger Sauerei als mit nur-Marmeladen-Füllung und die Füllung selber bleibt auch voluminöser.

Kekse mit dem Herz aus Marmelade lassen sich auf die altbewährte Art herstellen: Teig ausrollen, kleine Marmeladenkleckse in regelmäßigem Abstand auf die eine Hälfte klecksen, die andere Teighälfte drüberziehen, Ränder festdrücken, ausradeln. Oder auf die wohl einfachere Art durch Verwendung von Maultaschen-Formen.

Das Rezept lässt sich schier unendlich abwandeln:

  • * "Gewürze" zugeben (Zimt, Vanille, Lebkuchen-Gewürz, Anis, Kardamon, Zitrone, Orange, Cappucchino-Pulver, Brösel-Kaffee, ...)
  • * Der einen Hälfte des Teiges ordentlich Kakao-Pulver zugeben, schon ist alles bereit für kreative Schwarz-Weiß-Muster
  • * Zuckermenge variieren. Ggf. Gewürzzucker zugeben (Auch ne Idee von Shermin, hab ich von ihr adaptiert)
  • * Buttermenge halbieren, dafür ein Ei zugeben
  • * Verschiedene Mehl-Sorten und -Arten verwenden (Dinkel-Vollkorn-Mehl mag ich total gern!)
  • * Mehlmenge reduzieren, dafür Mandeln/Nüsse (gemahlen, gehobelt, gestückelt), Haferflocken, Trockenobst (ggf. vorher noch etwas zerkleinern), Schokostücke, ... zufügen
  • * Doppelkekse: je zwei fertiggebackene Kekse mit Schokocreme oder Marmelade zusammenkleben. Die mit Marmelade bekommen ein Puderzuckerkleid, die mit Schokocreme bissl Schokoguss drübergeträufelt: Alle eng zusammenrücken und mit dem Löffel drübertropfen lassen

Wers lieber herzhaft mag: Zucker weglassen (dafür etwas mehr Mehl), Butter zur Hälfte durch Ei ersetzen und ne Prise Salz zufügen. Relish nach Wahl (Zucchini, Paprika, ...) etwa 1:1 mit Reibekäse vermischen, Füllung aufstreichen, rollen, schneiden, backen, legga!

Gebacken werden die Kekse bei 180-200 Grad - zur Backzeit... tja, damit steh ich auf Kriegsfuß. Also nach 10 Min. mal nachsehen, kann grad bei eher dünnen (ausgestochenen) Keksen nicht schaden. Schnecken dauern auch mal 25 Minuten - aber lieber öfter mal nachsehen!

Die 1-2-3-Kekse sind mein absolutes Lieblings-Gebäck. Die Grundzutaten sind eigentlich immer im Haus - also schau ich einfach, was sonst noch grad so da ist und lass der Kreativität freien Lauf. Backen für die Seele... ;)

Bei der Kochen-für-Shermin-Aktion kannst du übrigens auch mitmachen, schau einfach nochmal bei Distels Aktions-Start-Beitrag nach. (bissl scrollen zu den "Regeln")

Geschrieben von Zauberweib am Montag, Februar 15, 2010 ~ Schublade: GruschKiste, QuerGelesen, SelbstGemacht
nach oben ~ Permalink ~ Comments

Sonntag, Dezember 20, 2009

CO2-neutrales Blog

Die Idee dahinter is recht einfach und gut. Dennoch muss ich zugeben, ein bisschen Skepsis bleibt. Einzig und allein wegen der Briefkasten-Aufkleber: Bitte keine Werbung! hab ich mich nun doch zum Mitmachen entschlossen.

Die hab ich mir im Sommer bereits schicken lassen und seitdem kleben sie am Briefkasten. War es Anfang des Jahres noch so, dass die Papiertonne zur Leerung wenigstens zu drei Vierteln, meist aber ganz voll war, isses uns neulich passiert, dass wir den Rausstelltermin übersehen hatten. Was aber seltsamerweise gar nicht weiter tragisch war, denn dank des wunderbaren Aufklebers war die Tonne nach acht Wochen noch immer nicht voll, es hätte noch einiges hineingepasst. Und das find ich einerseits ein wirklich phänomenales Ergebnis - andererseits isses auch sehr erschreckend, wieviel Müll Tag für Tag produziert wird.

Es ist mir unheimlich, wenn mich eine Seite mit den Angeboten aus meinem Ort/näheren Umgebung "begrüßt". Datenschutz verkommt immer mehr zu einem Märchen aus grauer Vorzeit... Btw. besuche ich keine Blogs mehr, die dieses aus-welchem-Ort-besuchen-mich-die-Leute-auf-meinem-Blog-Gadget eingebaut haben. Meine Art des stillen Protests, auch wenns vermutlich noch eh niemandem aufgefallen ist. :)

Gerade wenns um Werbung geht, bin ich vielleicht noch ein bisschen paraonider als sonst *g*, daher meine Skepsis, was die Blog-Aktion angeht. Allerdings erspare ich mir durch die Aufkleber dermaßen viel Papiermüll, dass ich auf diese Weise vermutlich wirklich den CO2-Ausstoß meines Blogs eingespart habe. Wenn auch nur rein rechnerisch.

Und vermutlich wird durch solche Aktionen am Ende doch mehr bewirkt als die Damen und Herren Machthabenden in Kopenhagen zustande gebracht haben... Shame on you!

Geschrieben von Zauberweib am Sonntag, Dezember 20, 2009 ~ Schublade: GruschKiste, KonsumBewusst, QuerGelesen
nach oben ~ Permalink ~ Comments

Donnerstag, November 19, 2009

Plätzlespresse

Heute hab ich sie gesehen. Aus den Augenwinkel, ganz in der Ecke eines Schaufensters. Fast hätte ich sie über-sehen: eine Plätzlespresse aus Metall! Ich sofort in den Laden geeilt - ungeachtet der Tatsache, dass dieses Geschäft eigentlich über meiner Preisklasse liegt. Ich hab dann im Laden ganz ungeniert das Ausstellungsstück getestet, auseinander- und zusammengeschraubt - und festgestellt, dass es sich genau um die Presse handelt, die ich gesucht und mir vorgestellt hatte. Der Preis war angemessen, und weil ich mich so gefreut habe, dass ich endlich, endlich eine richtige Plätzlespresse hab, hab ich mir eine große bunte Blechdose auch noch gegönnt! *g* Meine vorhandenen reichten nämlich nicht immer für alle Plätzchen zum Aufbewahren. Die Plastikschüssel hat zwar ihren Zweck erfüllt, aber Plätzle gehören einfach inne Blechdose! ;)

Am Wochenende wird dann die große Backtion starten. Drei Sorten hab ich bereits letztes Wochenende gebacken - gut, dass ich da nicht gleich alles gemacht hab! *freu*

Und weil ich mich da dermaßen drüber gfreut hab, endlich sone Metall-Presse gefunden zu haben, musst ich das unbedingt gleich mit-teilen! *gg* Ich hab Jahre danach gesucht, und immer gabs nur welche aus ganz oder teilweise Plastik. Und wenn die nicht vollständig aus Metall ist - incl. und vor allem auch der Musterscheibchen! - dann funktionieren die einfach nicht. Es sei denn, zum Fluchen lernen ;)

Also falls ihr grad am Überlegen seit, euch son Teil anzuschaffen, ist mein Tipp: Nehmt das aus Metall!

Geschrieben von Zauberweib am Donnerstag, November 19, 2009 ~ Schublade: GruschKiste, SelbstGemacht
nach oben ~ Permalink ~ Comments

Dienstag, Mai 26, 2009

Tom

Nach der langen Zeit des Wartens ist Tom letzte Woche endlich eingetroffen. Mein Liebster wollte es mir nicht so leicht machen und hat das Paket vor mir versteckt:

Versteck

Ich habs dann trotzdem schnell gefunden :) Bestellt hab ichs bei handwerkunddesign.de (gewerblicher Link), die ich nur weiterempfehlen kann! Besonders gefällt mir, dass die die Spinnräder auf Bestellung machen, bedeutet: "mein" Tom wurde extra für mich gemacht :)

Seitdem verbring ich meine Freizeit in etwa so:

spinnen  

Hier nochmal Tom in Nahaufnahme:

Spinnrad Tom  

Auch wenn es so aussieht, als würde sich nix bewegen: doch, tut es! Ich spinne nur sehr langsam - komme aber dennoch flott voran! Das genialste ist der Doppeltritt. Beim alten Spinnrad mit einfachem Tritt wurds sehr schnell "einseitig", hier bewege ich beide Füße und das ist viel angenehmer! Es ist total leise ("Ez hör ich ja ganemma, wennst spinnst!" - O-Ton des Gatten), und der Clou sind die drei Spindeln. Erstens, das überhaupt drei dabei sind und zweitens die Abspulvorrichtung zum Verzwirbeln. Göddin, was hab ich da früher auf- und ab- und umgewickelt, bis ich zum Verzwirnen kam. Und wenns dann endlich losging, schossen die Knäuel quer durchs Zimmer, Motze hinterher! Das war nicht einfach... :)

Etwas Übung brauch ich schon noch, aber ich hab mich bisher gut reingefunden. Die verschiedenen Übersetzungen will ich noch ausprobieren, doch das kommt alles noch. Mein allererstes Ergebnis - Schafwolle mit Leinen - sah dann so aus:

Schaf und Leinen

Außerdem hab ich mir gleich noch ein Paar Handkarden mitbestellt - doch, die gehn definitiv besser als Hundebürsten ;) Die Investition hat sich gelohnt! Das Leinen ist halt ziemlich starr, dafür hab ich noch Ramie, das zwar schön weich ist, aber sich nicht sooo toll verspinnen lässt. Die beiden Fasern hab ich nun vermischt und mich in das Ergebnis sofort verliebt:

Leinen + Ramie  

Da werd ich mir also nochmal ne Ladung von bestellen und mir eine Jacke oder einen Pullover von stricken... Das fühlt sich so wunderbar weich und griffig an, aber trotzdem fest, also nicht fluffig... einfach schön eben :)

Und ja, bei mir wird die Wolle ziemlich unregelmäßig. Bei meiner Blogrunde bin ich ja oft nur noch am Staunen, wie dünn und vor allem gleichmäßig so manche da rumspinnt - z.T. sogar noch per Handspindel! Das beeindruckt mich wirklich sehr und ich ziehe meine Hut davor. Nur: ich will das nicht. Was will ich denn mit einem Pulli (wasauchimmer) aus selbstgesponnener Wolle, wenn die so aussieht, als wärs gekaufte? Nee, da lob ich mir doch mein "Effektgarn", dem die Handarbeit so richtig anzusehen ist :)

"Schneeflocken-Garn" gibts übrigens auch schon (leider noch kein Foto). Die is aus sehr flockiger Baumwolle, die ohne vorheriges Kardieren fast unspinnbar ist. Die hab ich mir zum Handkarden-Ausprobieren ausgesucht, weils da ordentlich was zum Kämmen gibt, das Ergebnis aber gar nicht "glatt" sein muss. Weils ja Schneeflocken-Garn werden sollte. Ich habs mit normaler Schafwolle verzwirbelt, damit es nicht zu flockig wird und noch einigermaßen strickbar bleibt. Und ich glaub, das hab ich gut hingekriegt. Momentan hängts aber noch auf der Haspel.

Bleibt die Frage: gebrauchtes oder neues Spinnrad für Anfängerinnen?

Tja, also ich hatte zuerst ein Gebrauchtes, es war vollständig, funktionsfähig, billig und tat seine Dienste. Inzwischen weiß ich, dass mir Spinnen Spaß macht und dass das auf jeden Fall längerfristig machen will. Also lohnt sich die Anschaffung eines "richtigen", teuren Spinnrads. Und sowas kauft eine ja auch nicht alle Jahre, das soll dann schon mal einige Jahrzehnte halten.

Beim Gebraucht-Spinnrad-Kauf per Internetauktion o.ä. muss halt genau drauf geachtet werden, dass es vollständig ist und vor allem auch funktionsfähig. Und nicht nur ein Deko-Spinnrad. Die sehen nämlich genau so aus wie "die großen" - nur funktionieren sie nicht (richtig). Bei sehr vielen Angeboten steht sogar direkt dabei "Keine Ahnung, ob vollständig/funktionsfähig. Habs aufm Speicher gefunden!" Ich hatte mich damals im Vorfeld genau informiert, was alles dran und dabei sein muss und wies funktioniert. Dank der vielen Bilder bei "meinem" Angebot damals konnte ich sehen, dass offenbar alles dabei war. Und so wars dann auch.

Fazit: Gebraucht-Rad-Kauf kann gut gehn, kann aber auch ordentlich in die Hose gehen. Vorteil is jedoch, dass eine sich eher klar darüber wird, wie das "richtige" Spinnrad sein soll, wenn sie vorher eins zum "Üben" hat. Ich glaub z.B. nicht, dass ich mir von Anfang an eins mit Doppeltritt gekauft hätte. Dass ich den haben will, weiß ich nur, weil ich erst eben keinen hatte. Nachteil: wenns ein altes klappriges Teil ist, das hinten und vorne nicht richtig funktioniert, wirds kaum Spaß machen, darauf Spinnen zu lernen (allerdings is dann auch nicht soviel kaputt, wenns von lauten Flüchen begleitet in die Ecke fliegt *g*).

Geschrieben von Zauberweib am Dienstag, Mai 26, 2009 ~ Schublade: GruschKiste, SelbstGemacht
nach oben ~ Permalink ~ Comments

Samstag, November 15, 2008

Integriertes Verfallsdatum?

Als etwa 10-Jährige (ca. 1981-83 in der Gegend, genau weiß ich es nicht mehr), wollte ich unbedingt einen eigenen Wecker haben. Schließlich war ich ja "schon groß genug", um nicht mehr von der Mutter geweckt werden zu müssen. Und selbstverständlich musste es ein Radiowecker sein. Etwas anderes kam damals gar nicht infrage. Nach einigem Hin und Her durfte ich mir von meinem gesparten Taschengeld für 50,- DM einen kaufen. Und der weckt mich zuverlässig seit nunmehr 25 Jahren. Zugegeben, in den Rillen hat sich etwas Dreck angesammelt und man sieht ihm sein Alter schon an. Auch "brummt" er ziemlich laut (bin sehr geräuschempfindlich!) - allerdings konnte ich inzwischen feststellen, dass das Brummen bei Geräten neuerer Generationen keineswegs leiser ist. Deshalb bin ich beim Bewährten geblieben. 25 Jahre - was für eine lange Zeit! Keine Reparatur, nichts, das Ding läuft wie am ersten Tag. Dieses Wunderwerk stammt von der Firma Universum, womit die Bezugsquelle auch verraten wäre. Ob wir unser 50-Jähriges noch schaffen werden, weiß ich nicht, allerdings ausschließen will ich das nicht :)

Meine Waschmaschine hat 15 Jahre auf dem Buckel, etliche Umzüge hinter sich und tut ihre Dienste. Ab und zu rumpelt sie mal ein bisschen, so dass schon manchmal der Gedanke aufkommt, dass wir ein 25-Jähriges wohl nicht ganz erreichen werden. Aber wirklicher Grund zur ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema "neue Waschmaschine" besteht absolut nicht.

Der besteht schon eher bei dem Thema "neue Heizung": die jetzige wurde vor über 20 Jahren eingebaut, wird gewartet und gepflegt - und wir haben sie als möglichen Ausgabeposten innerhalb der nächsten fünf Jahre mal grob eingeplant. Is ja nicht ganz billig sowas. Will mensch ja darauf vorbereitet sein.

Ähnlich sieht es bei unserem Auto aus. Das ist auch so an die 15 Jahre alt, heuer nochmal gut durch den TÜV gekommen und der Mechaniker unseres Vertrauens hat durchblicken lassen, dass für den nächsten Termin durchaus auch Chancen bestehen. Ist doch großartig!

Ach, den Fernseher nicht zu vergessen, den mir meine Oma vererbte, der sowohl bei ihr als auch später bei mir bzw. uns ausdauernd lief und das ebenfalls annähernd 15 Jahre lang. Er ruhe in Frieden...

Und unsere Stereoanlagen. Meine: eine raumfüllende "Kompaktanlage" - beim letzten Umzug ist die Antenne abgerissen. Wäre zu ersetzen, bestand aber bisher noch nicht die Notwendigkeit für :) Davon abgesehen, sieht sie für eine 20-Jährige noch taufrisch aus. Nur der CD-Player, den ich mir kurz danach extra dazugekauft hatte (Ende der 1980er waren das noch Riesengeräte - etwa so groß wie Videorekorder vor zehn Jahren), ist beim letzten Umzug gestorben. Der ist mir aber wirklich _jedesmal_ runtergefallen. Der letzte Sturz war zusammen mit der Feinstaubattacke dann wohl doch zu viel.
Seine Stereoanlage ist fast genauso alt, nur aus echten Einzelbausteinen, alles von K., nur der Plattenspieler natürlich ein D. Und selbstverständlich funktioniert die noch! Ok, die meterhohen Boxen werden wir vermutlich irgendwann mal ersetzen, aber das dürfen dann gern kleinere sein. Sagt er!

Vor fünf Jahren, kurz nachdem die Schnurgels zu uns kamen, haben wir uns eine Digitalkamera zugelegt. An den Preis kann ich mich nicht mehr genau erinnern - es war so der Großraum um 150,- Euro. Für unsere Zwecke völlig ausreichend, aber halt auch kein "Billigglump", immerhin muss eine sich das mal vor Augen halten: eine Kamera für 300 Mark! Die sollte doch ein paar Jahre halten - sollte mensch annehmen dürfen. Dass mittlerweile einige Läden die passenden Speicherkarten nicht mehr führen, ok, das passiert, damit rechnet mensch heutzutage und irgendwo im Internet wird eine dann ja glücklicherweise doch immer fündig. Und auch, dass so eine Speicherkarte mal kaputt geht, ist normal. Damit ist zu rechnen, da macht sich keine was vor.

Aber dass die Kamera nach nur fünf Jahren ihren Geist aufgibt? Das will ich nicht glauben, auch wenn das der Zustand der Kamera plötzlich war: nichts ging mehr! (Nein, an den Batterien lag es nicht!) Die folgenden Tage waren ziemlich hin- und hergerissen für mich: Im Internet stieß ich nur auf "Lösungswege" die offenbar jeweils immer nur ein Mal funktioniert haben - und bei mir nicht. Im Fachgeschäft reparieren lassen? Wird nicht wirklich lohnen. Eine "günstige" Kamera (also um die 100,- Euro), die sowohl meine Karte nimmt, als auch mit normalen AkkuBatterien läuft - schaut schlecht aus. Also, wenn ich eh alles neu investieren muss, vielleicht gleich ne Stufe höher gehen? Aber kann ich echt davon ausgehen, dass eine 300-Euro-Kamera dann wirklich auch wenigstens zehn Jahre hält? Ich hab stundenlang Kameras angeguggt, Testberichte gelesen, verglichen - mir schwirrte der Kopf! Jede Firma hat mehrere Modelle zur Auswahl und bis zu jährlich kommen "Neuauflagen" raus - die sind nicht drauf ausgelegt, dauerhaft zu funktionieren!

Da ist auch noch mein Laptop, das, auf dem ich gerade schreibe. Einer der beiden USB-Anschlüsse geht nur noch mit gutem Zureden. Der andere zickt auch desöfteren herum. Und nach einer halben Stunde Betriebsdauer geht alles nur noch im Schneckentempo. Das liegt zum Teil sicher an dem sinnigerweise an der _Unterseite_ angebrachten Lüfter, war aber, als es noch neu(er) war, nicht so (das mit dem Schneckentempo. Der Lüfter war von Anfang an unten). Einige Tasten haken immer mal (auch noch, nachdem ich sie gesäubert habe) und einige Buchstaben sind auf der Tastatur abgerieben. Zum Glück weiß ich, welcher Buchstabe zwischen g und j liegt. Und welche zwischen b und Komma. Aber wirklich Spaß macht mir das Arbeiten mit dem Ding auf Dauer nicht mehr. Es ist einfach altersschwach, da hilft kein Schönreden: genau das ist es. Es leidet an Altersschwäche. Ein Markengerät, dass knapp tausend Euro gekostet hat. Vor vier Jahren. V I E R ! ! ! !

Man mag das Gegenargument bringen: hättest dir halt gleich was "Gescheites" gekauft. Ok. Im Falle des Laptops mit entsprechender Ausstattung und "damaliger" Verhältnisse ("damals" - das sind vier Jahre!) also um die zweitausend Euro. Das Doppelte. Vielleicht würde das ja acht oder sogar zehn Jahre halten? Würde es das? Wirklich? Ich wage das zu bezweifeln. Wobei bei der großen Summe ein MHD (Mindest-Haltbarkeits-Datum) von acht Jahren an sich ja schon lächerlich ist. Siehe Radiowecker!

Das nächste Gegenargument kommt der Sache vielleicht schon etwas näher: selbst wenn das Laptop zehn Jahre hält - schon nach vieren ist es veraltet. Das liegt zum Einen an der tatsächlich rasanten Entwicklung der Technik - aber vor allem an dem obersten Gebot, das uns tagtäglich von überall her entgegenschallt: "Du sollst konsumieren!" Konsumieren ist gut, weil schließlich hast du es dir verdient, gönn dir was Schönes, leiste dir doch mal was, tu dir was Gutes! Außerdem hält es die Wirtschaft in Schwung - nie war das so wertvoll wie heute - es erhält Arbeitsplätze und macht die Menschen glücklich. - Soweit aus dem Lehrbuch des Konsumterrors.

Leider geht die Rechnung nicht ganz auf, denn _mich_ macht diese Einstellung nicht glücklich. Ganz und gar nicht. Wenn ich mehrere hundert Euro für ein Gerät ausgebe(n muss), dann _erwarte_ ich, dass es mehrere (!) Jahre hält. Haltet mich für konservativ, engstirnig, altmodisch, an-der-Realität-vorbei - bitteschön, dann bin ich das eben. Ernsthaft, dass ein Rechner keine 20 Jahre laufen wird, ist mir auch klar. Soweit reicht mein Realitätssinn dann schon noch. Aber zwischen 20 und vier Jahren ist noch eine große Spanne. Und fünf Jahre für eine 300-Mark-Kamera sind einfach indiskutabel.

Mal sehen, wie lange die SchnappSchuss-Kamera hält, die der Fachhändler am Ort tatsächlich aus dem Ärmel gezaubert hat: sie erfüllt alle meine Minimalanforderungen und ich muss mir keine Sorgen machen, ob eine teure Kamera nach fünf Jahren auch den Geist aufgibt! Dass diese Lösung am Ende doch noch möglich war - super! :)

Geschrieben von Zauberweib am Samstag, November 15, 2008 ~ Schublade: GruschKiste, KonsumBewusst
nach oben ~ Permalink ~ Comments

Samstag, Januar 26, 2008

Literaturlinks

Eine kleine Sammlung von Buchtiteln, die in meiner Bibliothek stehen. Sämtliche Links verweisen auf amazon.de - gewerbliches Angebot.

Aspektarbeit:

Aliti, Angelika: das Maß aller Dinge - warum wir so sind, wie wir sind, und was da alles mitzureden hat - oder auch nicht - liest sich hier in wunderbarer Weise.

Aliti, Angelika: der Kreis in der Wüste - das Arbeitsbuch dazu, sei hier der Vollständigkeit halber erwähnt. Damit du dir gleich beide besorgen kannst :)

Ganzheitlichkeit:

Krämer, Claus: Keltische Heilkunst - Vom Titel nicht täuschen lassen - denn keltische Heilkunst versteht sich ganzheitlich ;-)

SchreibLust:

Altemöller, Eva-Maria: Schreiben ist Gold Wie Sie zu den Geschichten finden, die Sie schon immer schreiben wollten - mehr ist dem Untertitel eigentlich nicht hinzuzufügen, außer, dass es auch ein wunderschönes "Bilderbuch" zum einfach-drin-Schmökern ist. Wer da nicht Lust aufs Schreiben kriegt...

Klassiker:

Saint-Exupery, Antoine de: der kleine Prinz

Fynn: Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna - zwei Klassiker, die man einfach gelesen haben muss.

LaVey, Anton S.: Die satanische Bibel ein Buch, das mE besser ist als sein Ruf bzw. der seines Verfassers. Es enthält eine Menge Wahrheiten, die jedoch so unbequem sind, dass man sie sich oft selber nicht eingestehen mag. Was man aus diese Erkenntnissen dann macht, muss allerdings jeder für sich selber entscheiden.

Goethe, Johann W.: Faust Kennen die meisten wohl noch aus der Schule - daher lohnt sich ein nochmaliges Lesen.

Sheldrake, Rupert: Das schöpferische Universum. Die Theorie des morphogenetischen Feldes

Wie gesagt:

Schlüter, Barbara: Rhetorik für Frauen - Die Autorin zeigt nicht nur die Stolperfallen in der Sprache an, sondern auch, wo wir Frauen Männern den Vortritt lassen. Das Schöne an diesem Buch ist, dass du es nicht von vorne bis hinten durchlesen musst, sondern an jeder beliebigen Stelle aufschlagen und dich festlesen kannst. Das ausführliche Inhaltsverzeichnis macht es überdies zu einem guten Nachschlagewerk.

Hertlein, Margit: Frauen reden anders - selbes Thema, hier aber eher auf die Gewichtung des "wie": sagen wir wirklich immer das was wir meinen? Sprache ist ein mächtiges Werkzeug. Diese beiden Bücher können helfen, den Gebrauch zu schulen.

Magisches Gewerkel:

Morin, Alexander: Die geheimen Kräfte unseres Lebens Astrologie, Talsmane, Runen, Kabbala

Pajeon, Kala und Ketz: Talismanmagie vom praktischen Umgang mit Symbolen, Farben und Elementen

Geschrieben von Zauberweib am Samstag, Januar 26, 2008 ~ Schublade: GruschKiste, QuerGelesen
nach oben ~ Permalink ~ Comments

Der rote Faden - eine Geschichte

Weißt du, eigentlich war alles ganz anders. Kein Wunder, dass wir in der Geschichtsschreibung fehlen. Weil etwas aufzuschreiben die männliche Art des Denkens ist. Wir erzählen lieber. Und wenn sich eine Geschichte dabei im Lauf der Jahrhunderte verändert - welche kümmert es. Hauptsache ist doch, dass wir die Geschichten verstehen. Und aus diesem Verständnis heraus weitererzählen können. Was intressiert es da schon, ob eine Geschichte mit historischen Fakten übereinstimmt?

Das Dumme an der Geschichte ist - dass wir totgeschwiegen wurden. Das hatten wir wohl nicht so recht bedacht. Und uns in mancherlei Hinsicht unterkriegen lassen. Vordergründig. Wir haben verlernt zu erzählen. Und wir haben verlernt zuzuhören. So haben wir uns verloren: uns selber und einander. Doch da alles im Leben zyklisch aufgebaut ist, ist es nur logisch, dass unsere Zeit wieder gekommen ist. Dennoch ging eine Menge verloren. Aber das macht nichts, nicht wirklich, denn im Erfinden waren wir schon immer brilliant.
Und im modifizieren.
Deshalb kannst du diese Geschichte hier auch lesen - und bekommst sie nicht, wie eigentlich üblich, erzählt. Du musst sie nur verstehen. Ob sie durch deine Augen oder durch deine Ohren in dein Herz gedrungen ist, ist dabei weniger von Bedeutung. Und du darfst es dir nicht so leicht machen, sie einfach zu kopieren.
Die Mühe des Erzählens müssen wir uns schon machen. Wie will eine Geschichte sonst lebendig bleiben? Sei kreativ, es muss ja nicht nur ein Nacherzählen sein: du kannst die Geschichte auch weiterspinnen. Mach es einfach, wie es dir richtig erscheint. Dann ist es auch richtig.

So und jetzt komm ein bisschen näher an der Kreis, setz dich auf deinen Blutstein und höre die Geschichte dieser Höhle, die auch die Geschichte der Weiber ist. Und auch deine, denn nun bist du mittendrin.

Diese Höhle hier gibt es schon seit Anbeginn der Zeiten... aus ihr wurde der gähnende Abgrund des Nichts geboren, aus dem alles entstanden ist. Und seit es uns Frauen gibt, kommen wir hierher, alle heilige Zeit und erzählen und lachen und machen verrückte Erfindungen und lassen unser Blut zusammen fließen. Jede, die hierher kommt, kriegt ihren eigenen Platz, ihren Blutstein. Dort wird sie fortan immer sitzen, wenn sie blutet; in dünnen oder breiten Rinnsalen läuft es zur Mitte in den Kreis.
Über die Jahrtausende hat sich ein bleibendes Muster der Blutwege gebildet, manches verblasst, neues kommt hinzu. Es ist ein unendliches Netz des Lebens, der Leidenschaft, der Liebe und der Kraft.
In der Mitte rinnt alles durch ein kleines Loch - siehst du es? Doch das Blut verschwindet nicht einfach darunter, sondern es läuft weiter, es reinigt sich selbst und lädt sich auf. Gibt Nährstoffe ab und sammelt andere auf. Durchdringt die Erde, das Wasser und erfüllt Pflanzen und Bäume bis es an der Luft verdunstet und wir es wieder einatmen. Stell es dir vor, welche Wege das Blut nimmt, wo es überall hinkommt - und wie wir dadurch wirklich und wahrhaftig alle miteinander und mit allem verbunden sind.

Doch denke nicht, dass nur wir unser Blut an die Erde zurück geben, auch die Männer tun dies. Allerdings eher auf Schlachtfeldern. Im Streit und im Hass. In Neid und Gier. Auch dies ist nötig, versteh mich bitte nicht falsch. Aber wir sind aus dem Gleichgewicht gekommen. Es ist ein guter Weg zu versuchen, dass die Männer freundlicher zu einander werden und es weniger Blutvergießen gibt. Unbedingt erforderlich ist es aber, dass vor allem wir selber wieder unser Blut der Erde schenken, es der Großen Göttin zu Ehren opfern.
Aus welchen Gründen auch immer - und mögen die Ausreden noch so gut sein - bedenke bitte immer dies: WIR haben aufgehört, zusammen zu bluten und zu weben. Deshalb können auch nur wir selber an der Situation etwas ändern.

Spürst du die Stärke? Fühlst du die Verbundenheit? Schau dir genau das Muster an, das unsere Blutfäden weben. Du bist dabei, du bist ein Teil davon, webst dieses Muster mit, bindest deine Leidenschaft mit ein.
Es geht nicht darum, immer stark zu sein - was bedeutet das schon? Deine Grenzen zu erkennen und um Hilfe zu bitten, ist schließlich auch eine Stärke. Denke daran, dass alles was du wahrnimmst, ein Teil deiner Kraft ist. Sie beschreibt, sie bewirkt und sie verändert. Deine Wahrnehmung nährt dein Blut. Und durch dein Blut bist du mit allem verbunden. Mit allem, was war, ist, und sein wird.

Hier in dieser Höhle wurde der erste Funke geschlagen. Hier haben wir das Feuer entfacht. Es brannte lange lange Zeit nur hier drinnen. Kannst du dir das vorstellen? Dieses Gefühl, gleich einem Blitz, gleich dem Vulkan, Feuer hervorbringen zu können? Diese Freude, dass es immer und immer wieder funktionierte. Welchen Spaß wir hatten, als wir uns gegenseitig verschiedene Techniken beibrachten. Stein auf Stein. Holz auf Holz. Trockenes Gras und altes Fell. Wir froren und wir wollten Licht. Die Göttin schenkte uns die Fähigkeit des Feuermachens. Für dieses große Geschenk waren wir mehr als dankbar. Wir schufen die Göttin des Feuers, um die Göttin auf diese Art ganz besonders zu Ehren. Und wir achten auf die Flamme. Das Feuer, das dort hinten brennt, ist hundertausend Jahre alt. Es hat alle Generationen von Frauen gesehen. In ihm haben wir das erste Fleisch gebraten. Und der Göttin zu Ehren verspeist.

Es war diese Höhle, in der wir die erste Spindel schufen. Und gleich danach den Webstuhl. Wir sind auf die Idee des Mahlens gekommen. Haben den Mühlstein erschaffen und das erste Brot gebacken. Auch wenn dies noch verbrannt war, wussten wir damit doch wenigstens, dass wir einen Ofen brauchten. Also bauten wir einen Ofen.
Die Männer staunen noch immer - selbst heute noch - mit welchen Ideen wir aus der Höhle zurück kommen. Ideen, die sie durch Niederschrift an sich gerissen haben. Sich zu eigen gemacht haben. Oder hast du dich noch nie gefragt, weshalb sie immer "Beweise" fordern? Sie verlangen nach einer schriftlichen Bestätigung. Wohl wissend, dass die Schriften ihnen Recht geben werden. Da sie sie geschrieben haben. Um uns zu entmachten.

Doch wir können uns rückbesinnen, uns wiederfinden. Zusammen finden, erinnern. Bruchstücke neu erzählen und zusammenweben. Mythen neu erschaffen. Unserer Kraft Ausdruck verleihen. Was kümmert es uns, wenn die Männer ihre Beweise fordern und uns belächeln, weil wir sie nicht bringen können? Wir wollen sie gar nicht bringen, denn unsere Geschichten sind wahr - würden sie sonst existieren? Lassen wir uns nicht länger beirren und weben unser Netz. Flicken wir die losen Enden wieder aneinander. Und weben neue Fäden ein, wo alte unwiederbringlich ausgerissen und verbrannt sind. Es liegt in unserer Hand. In deiner und meiner. Wir sind die Schöpfung, wir sind die Göttin in ihrer irdischen Erscheinung. Wir haben alle Kraft die wir brauchen.

Wenn du für dieses Mal aufhörst zu bluten, hol dir dort hinten einen dieser roten Steine aus dem Felsen. Such dir den aus, der dir am besten gefällt. Und mach dir keine Gedanken, ob der nun zu groß oder zu klein oder zu sonstwas ist. Nimm einfach den, der dir passt. Ja, das sind Rubine. Eine regelrechte Ader. Und du musst dir wirklich keine Sorgen machen, dass diese irgendwann versiegen würde. Denn erstens ist diese Höhle für Männer tabu. Und zweitens wird es Rubine geben, solange es blutende Frauen gibt. Das Blut unserer Ahninnen hat sich darin verewigt. Siehst du die Funken, den Schimmer, die Leidenschaft die dieser Stein ausstrahlt? All das ist auch in dir. Denn dieser Stein ist ein Teil von dir. Von uns.

Es ist noch längst nicht alles gesagt, es gibt noch so viel zu erzählen über die Höhle und über uns Frauen. Doch für heute bin ich müde, jede Geschichte muss ihr Ende haben. Diese hat ihr Ende in einem neuen Anfang. Ich gebe die Fackel der Ahnin weiter an dich - führe du die Geschichte fort...

Literaturtipps: (Links verweisen auf amazon.de - gewerbliches Angebot)

Gray, Miranda: Roter Mond Von der Kraft des weiblichen Zyklus - meine allerwärmste Empfehlung zu diesem Thema!

Blume, Judy: Die Regel eine herbeigeredete Krankheit - obwohl schon von 1985 (und derzeit leider nicht lieferbar) hat es doch bis heute volle Gültigkeit. Frau erfährt allerlei Wissenswertes und Wunderliches über die Regel und deren (auch gesellschaftlichen) Begleiterscheinungen. Ganz toll find ich hier den meditativen Zugang. Wenn dir das Buch also zufällig mal über den Weg läuft: zugreifen.

Northrup, Christiane: Frauenkörper, Frauenweisheit Wie Frauen ihre ursprüngliche Fähigkeit zur Selbstheilung wiederentdecken können - nicht ganz billig, dafür aber ein wiklich umfassendes Nachschlagewerk. Tipp: vielleicht gibt es das ja in deiner Bücherei zum Ausleihen.

Voss, Jutta: Das Schwarzmond-Tabu Die kulturelle Bedeutung des weiblichen Zyklus - hier wirds historisch und mythologisch (was ja nicht wirklich trennbar ist. Nicht in einem weiblichen Universum). Die Autorin hat eine Unmenge zur Schweinegöttin zusammengetragen und dem damit im Zusammenhang stehenden Zyklus.

Linktipps:

Weil wir grad bei der Schweinegöttin sind: im gynozentrischen Knistern gibts eine wundervolle Abteilung wilde Säue.

rotermond.de darf an dieser Stelle natürlich keinesfalls fehlen. Neben Infos und Geschichten ist hier auch das bereits oben genannte Blutmond-Forum beheimatet.

Geschrieben von Zauberweib am Samstag, Januar 26, 2008 ~ Schublade: GruschKiste, SelbstGemacht, SpiriKram
nach oben ~ Permalink ~ Comments