Sonntag, April 06, 2008
Inanna
Mein Weg war von Anfang an vorgezeichnet. Man hatte mir von Anfang an
beigebracht, dass ich vernünftig sein musste, brav sein musste, zu tun
hätte, was man mir sagte, da ich schließlich eines Tages heiraten und
meines Vaters Firma übernehmen werde.
Natürlich hatte ich alles
von der Pike auf gelernt. Ich kannte jede Abteilung der Firma, wusste
über alle Vorgänge genau Bescheid. Kannte alle MitarbeiterInnen, wusste,
welche verliebt war oder schwanger, und wer seine Frau mit wem betrog.
Mein Vater und später auch mein Mann belächelten mich für die Energie,
die ich für solcherlei Informationen aufwandt, aber zugute kam es ihnen
doch. Jedenfalls gab es kaum Probleme mit dem Personal - Welche Chefin
wusste schon von jedem der über 200 Angestellten, wie er oder sie den
Kaffee mochte?
Zur Hochzeit überschrieb mir Vater 49 % der Firma. Als
er starb, bekam ich den Rest, mit der Auflage, meinen Mann zum
Geschäftsführer zu machen und ich sollte als Präsidentin der Firma doch
mehr den repräsentativen Aufgaben meine Zeit widmen. Und meinem Mann
einen Sohn schenken, damit die Firma einen würdigen Nachfolger bekäme.
Mein Vater hatte alles bedacht.
Meine Mutter starb schon als ich noch ziemlich klein war. Ich konnte
mich kaum noch an sie erinnern. Mein Vater hatte mir damals gesagt, sie
hätte Krebs. Und das würde bedeuten, dass etwas sie von innen auffressen
würde.
Ich kam also unter die strenge Fittiche meines Vaters und
wurde fortan als seine Nachfolgerin erzogen. Oder eher als die Frau
seines Nachfolgers?
Jedenfalls hatte mich der Tod meines Vaters doch
ein bisschen aus der Bahn geworfen. Zum ersten Mal war er nicht mehr da,
um mir zu sagen, was ich tun sollte. Was richtig oder falsch war. Er
hatte Vertrauen in meinen Mann und hatte keine Bedenken, dass er an
meines Vaters statt fortan die richtigen Entscheidungen treffen würde.
Aber ich fühlte diese Leere, die größer war als der Tod meines Vaters.
So als hätte mein Vater all die Jahre ein Loch verdeckt, eine tiefe
Wunde, die nun durch sein Verschwinden zum Vorschein gekommen war.
Als ich die Sachen von Vater auf den Speicher räumte, fand ich eine alte
Kiste mit Spielsachen. Und plötzlich fiel es mir wieder ein. Sie
fiel mir wieder ein: meine Schwester. Wie konnte ich sie nur vergessen
haben? Eines Tages war sie weg. Es war ungefähr, als Mutter gestorben
war. Vermutlich hatte Vater es mit uns beiden nicht ausgehalten. Und
hatte sie weggegeben. Fragen konnte ich ihn jetzt auch nicht mehr. Ich
erinnerte mich wieder an sie. Sie hatte vor nichts und niemanden Angst.
Wo ich davonlief, griff sie an. Sie war nie pünktlich zu Hause und nie,
niemals ließ sie sich irgend etwas gefallen. Von den großen Jungs aus
der Nachbarschaft nicht. Von Vater nicht. Sogar den Pfarrer brachte sie
mit ihren Fragen in Verlegenheit.
Ich erklärte meinem Mann, dass ich
meine Schwester suchen müsse und er meinte nur, ich sollte mir Zeit
lassen. Er hätte alles im Griff. Also zog ich ein nettes Kostüm an und
machte mich auf den Weg. Ich kam bald zu einer Tür; sie stand mitten im
Park und machte überhaupt keinen Sinn, aber ich wusste, dass ich richtig
war. Höflich klopfte ich an, und als nach kurzem Warten immer noch kein
Laut von innen kam (und es mir abwegig erschien, dass das daran liegen
könnte, dass es bei einer einzeln stehenden Tür vielleicht kein "innen"
gab), öffnete ich vorsichtig.
Ich war in der Unterwelt. Obwohl ich vorher nie dort war, und ich keine
Ahnung davon hatte, so wusste ich doch sofort, als ich über die Schwelle
ging, wo ich war. Hier sollte meine Schwester sein? Hatte mein Vater
meine Schwester zum Teufel gejagt? "Nein, meine Liebe, hier regiere ich!"
Eine tiefe, aber weibliche Stimme antwortete auf meine Gedanken. Zu
dieser Stimme gehörte eine wild aussehende Dunkle Frau auf einem Thron
aus allerlei Knochen. Sie musterte mich von oben bis unten, schnippte
dann mit dem Finger, was zur Folge hatte, dass ich quer durch den Raum
flog und hart auf dem Boden landete. "Warum tust du das?" fragte ich sie
verblüfft. "Eben darum!" kam die Antwort. "Jetzt weiß ich warum du hier
bist."
"Kennst du meine Schwester? Woher weißt du..?" Aber
weiter kam ich nicht. "Er hier wird sich um dich kümmern!" Unterbrach
sie mich und zeigte auf einen grimmig schauenden Mann, der auf mich zu
kam. Nun ging alles ziemlich schnell. Ohne jede Warnung schlug er auf
mich ein; ich wusste nicht, warum: niemand gab mir irgend eine
Erklärung, nur das Lachen der Finsteren Frau im Hintergrund. Er schlug
mich und zerrte mich an den Haaren zu einem Felsvorsprung. Mein Kostüm
war schmutzig und zerrissen, Schuhe hatte ich inzwischen keine mehr an.
Er riss mir die restliche Kleidung mit einem Ruck herunter und warf mich
bäuchlings über den Felsen. Was nun kam, war schlimmer als alles, was
ich mir vorstellen konnte. Mit seinem ganzen Gewicht drückte er meine
Handgelenke auf den harten Stein und gab mir keine Möglichkeit des
Auskommens. Brutal verging er sich an mir und ich fühlte mich dreckig,
gedemütigt, verletzt. Geschändet.
Als er endlich von mir
abgelassen hatte, glitt ich kraftlos von dem Felsvorsprung herunter und
sank in einer Ecke zusammen. Ich wimmerte vor mich hin und ergoss mich
in meinem Leid. Meine Schwester wollte ich suchen, meine Eltern hatte
ich verloren. In der Welt da oben war ich eine Geschäftsfrau und hier,
jetzt? Ich fühlte mich so hundeelend, so verlassen und einsam. Mein
Körper war nur noch Schmerz und jede einzelne Träne trug all diesen
Schmerz in sich.
Der Mann lachte mit der Dunklen Frau um die Wette. Es dröhnte in meinen
Ohren, dieses höhnische Gelächter und ich fühlte mich noch schlechter,
noch besudelter - mir wurde regelrecht übel.
"So willst du
deiner Schwester unter die Augen treten? Du meinst nach all den Jahren
will sie mit dir Jammerlappen noch etwas zu tun haben? Als hätte sie
ausgerechnet auf dich gewartet, damit du ihr ein Klotz am Beim wirst?
Ist es das was du von ihr willst? Willst du dich hinter ihr verstecken,
jetzt wo dein Daddy nicht mehr da ist?"
Diese Frau wollte mich offenbar noch mehr verletzen. Ich hatte ihr doch
nichts getan. Warum sagte sie solche gemeinen Sachen zu mir? "Du
wimmerndes Häuflein Elend! Deine Schwester hat dich längst vergessen. Du
hast dich all die Jahre nicht um sie gekümmert, es war dir völlig egal,
was aus ihr geworden ist. Weißt du was? Sie
hat gesagt, solltest du je hier auftauchen, dann darf ich dich quälen so
lange und so oft ich will!" stichelte das Miststück weiter.
"Das
ist nicht wahr!" platzte es aus mir heraus. Ich rappelte mich hoch und
stürzte auf sie zu. "Gratuliere, du kannst ja doch noch aufrecht gehen.
Aber geh nicht auf mich los. Ich hab dir nichts getan. Oder willst du
ihn davonkommen lassen?" Die Frau war die Ruhe selbst. Oder fiel mir das
in dem Moment nur deshalb auf, weil ich plötzlich so wütend war? Was
bildete sich dieser Typ überhaupt ein? Ich spürte dieses unglaubliche
Wut auf einmal in mir hochkommen - sie brach aus mir heraus wie ein
Vulkan ausbricht. Sicher war ich auch wütend auf mich selber, dass ich
mir das überhaupt hatte gefallen lassen. Aber das war doch kein Grund
für ihn, auf mich loszugehen: nur weil ich es mir gefallen ließ!
Noch ehe der Mann wusste wie ihm geschah, hatte ich ihn umgerannt. Nun ging ich auf ihn los, ich schlug auf ihn ein, dort wo es ihm besonders weh tat und ich war erstaunt, wie viel Kraft ich in meine Fäuste legen konnte. Er wollte sich wehren, doch ich sprang auf seinen Arm, der hörbar knackte. Der Mann schrie und wurde nun seinerseits wütend. Jetzt ging der Spaß erst richtig los und je angriffslustiger er wurde, desto wütender wurde ich. Er hatte keine Chance. Alle Wut, alles verletzt-sein, alles, was ich in den vergangenen Jahren geschluckt hatte, schleuderte ich ihm nun entgegen. Ich wusste bis zu dem Moment gar nicht, was sich da alles im mir aufgestaut hatte. Und ich werde niemals die Wut vergessen, die ich in diesem Moment gespürt hatte. Ich war eine Löwin. Ich brüllte wie eine, fühlte wie eine, kämpfte wie eine. Irgendwann blieb der Mann reglos liegen und die Dunkle Frau meinte nur trocken, dass ich gewonnen hätte.
Ich atmete heftig und war gleichermaßen schockiert und stolz. Was hatte
ich getan? Und warum hatte ich das nicht schon eher getan? Ich war
glücklich, dass ich mich endlich befreit hatte. Ja, genau so fühlte ich
mich: befreit. Ich blickte der Frau tief in die Augen und sie lächelte
und meinte, dass ich nun meine Schwester sehen könne. Sie deutete mit
dem Kopf auf die Seite und ich drehte mich um und da stand sie: Meine
Schwester!
Ich hätte sie unter tausenden wieder erkannt. Sie war
regelrecht verwildert in der Zeit hier unten, war mit Wunden und
Kratzern übersät, ihre Haare waren wirr und zerzaust und ihre Kleidung -
sofern es jemals eine war - hing in Fetzen von ihr. Und doch war sie so
wunderschön, so lebendig. Alleine ihre Augen verrieten mir eine Tiefe an
... Gefühltem, Erlebtem, Erkanntem. Einfach unbeschreiblich.
Wir
rannten gleichzeitig aufeinander los, und genau in dem Moment, als ich
sie nach so langer Zeit in die Arme schließen wollte - knallte ich gegen
etwas Hartes.
Verwirrt blieb ich stehen, doch dann hatte ich
begriffen. Ich fing lauthals an zu lachen und aller Schmerz war vorbei.
Die Lektion war verdammt hart, ohja. Aber ich hatte endlich, endlich
begriffen. Ich streckte meinem Spiegelbild die Zunge raus und fing
wieder an zu lachen. Es ging mir so gut wie lange nicht mehr. Plötzlich
war ich wieder lebendig, fühlte ich mich wieder ganz. Ich war so von mir
getrennt, dass ich mich auf die Suche nach meiner "Schwester" machte.
Weil ich gar nicht mehr wusste, dass ich auch anders sein konnte.
Die Frau der Finsternis war neben mich getreten und nahm mich gütig
lächelnd in die Arme. "Ich hab dir so viele Zufälle und Möglichkeiten da
oben geschickt, aber du hast es nicht einmal bemerkt. Es ging nicht
anders. Du wolltest es auf die harte Tour lernen. Den Gefallen habe ich
dir getan!" Ich wusste, sie hatte Recht.
"Und der hier?" fragte
ich sie mit einem Blick auf den Mann. "Och, wegen dem mach dir keine
Sorgen, schick mir einfach einen Ersatz runter. Es ist hier Sitte, sich
Geschenke zu machen. Du hast deine "Schwester" bekommen, also schenke du
mir am besten deinen Mann. Der ist da oben sowieso gerade damit
beschäftigt, dir deine Firma zu klauen!"
Der Vorschlag
klang logisch, wie es mich überhaupt daran erinnerte, dass ich da oben
ja auch noch ein Leben hatte.
Im nächsten Moment fand ich mich wieder auf der Toilette meines Büros.
Ich war normal gekleidet, hatte weder Verletzungen noch Schmerzen, noch
irgend etwas, das auf meine Erlebnisse hindeutete. Dass die Zeit dort
unten anders lief, hatte die Dunkle Frau mir noch erklärt - und doch war
alles genau so geschehen. Ich schuldete ihr etwas und war bereit, meine
Schulden zu zahlen.
Meinen Mann wird vermutlich dasselbe Schicksal
ereilen wie demjenigen, der mir begegnet war. Und das ist gut so. Ich
hatte ihn gefeuert und die halbe Chefetage dazu. Als mir mein
Finanzberater empfahl, den Auftrag der Waffengesellschaft anzunehmen,
habe ich ihn auch entlassen. Die Firma wird gerade völlig umstrukturiert
und jede einzelne Mitarbeiterin hat eine Stimme zu sagen, was sie gerne
arbeiten würde. Männer gibt es kaum noch, denn die können mit dem
"Durcheinander, dass hier neuerdings herrscht" nichts anfangen. Doch wir
Weiber fühlen uns sauwohl.
Zauberweib, 03.2004
Das ist die Adaption des Inanna-Mythos, wie ich ihn verstanden habe. Im
Original ist Inanna auf der Suche nach ihrer Schwester Ereschkigal.
Inanna muss etliches an Qualen erleiden und darf sie am Ende aus der
Unterwelt mit nach oben nehmen, wenn sie dafür ihren Sohn-Gatten
hinabschickt.
Also auch hier wieder die alte Geschichte des "Der
König ist tot, es lebe der König!" Dabei wird immer wieder gern
vergessen, dass es die Frau - die Souveränität des Landes - ist, die den
Mann zum König macht. Daher hab ich mich entschlossen, in meiner
"Übersetzung" nicht zimperlich zu sein.
Wie ich
überhaupt finde, dass der Mythos (immer noch) gut auf die Frau an sich
passt. Noch immer werden wir zu Gehorsam erzogen, wird uns jede Wildheit
ausgetrieben und erst dadurch werden wir schwach, schutz- und hilflos.
Ausgeliefert! Und doch können wir es jederzeit ändern, wenn wir es nur
wollen. Wir müssen uns nur auf die Suche nach unseren Schatten machen,
nach all den Eigenschaften, die wir verdrängt und abgespalten haben.
Klar hat die Frau in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht.
In der Männerwelt. Das ist das Problem. Wir sind in die Männerwelt
eingedrungen, doch noch immer nicht haben wir begonnen, uns wieder eine
Frauenwelt aufzubauen. Was ist nur los mit uns? Aufwachen, Schwestern,
es gibt jede Menge zu tun!
Geht in den Keller, auf den Dachboden - wo
auch immer ihr eure Schatten versteckt habt, und holt sie hervor. Schaut
sie euch an und scheut nicht den Schmerz, denn genau das bringt euch die
Stärke, die Eigen-Macht zurück. Schmiedet eure Waffen und seit zur
Stelle:
Wann immer eine Frau misshandelt wird
Wann immer eine Frau gedemütigt
wird
Wann immer eine Frau Angst hat
Wann immer eine Frau ihr Licht
unter den Scheffel stellt
soll eine Schwester nicht alleine sein. Die Solidarität ist unsere stärkste Waffe. Deshalb schau nicht weg, sondern misch dich ein. Schrei so laut du kannst. Eine Schwester greift man nicht ungestraft an!
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Freitag, Februar 01, 2008
Ix Chel
(Dieser Artikel wurde erstmalig in der Ausgabe 16 des Schlangengesangs veröffentlicht)
Ix Chel ist die mexikanische Mondgöttin. Sie ist zuständig für Fruchtbarkeit, Zyklus, Geburt - alle Frauenbelange. Außerdem ist sie die Schutzpatronin der Weberinnen sowie, einigen Quellen zufolge, sämtlicher Handwerksberufe. Als Mondgöttin ist sie auch eine Dreifache Göttin: sie wird sowohl als junge Frau, als auch als Mutter/Gebärende und weise Alte dargestellt. Auf ihrem Haupt thront eine Schlange, die durch ihre Häutungen Regeneration und Wiedergeburt symbolisiert. Ihr Gemahl wird als Kaninchen dargestellt.
Nach der Maya-Mythologie hat Ix Chel, die Göttin des Regenbogens, zusammen mit ihren Gemahl Itzamna alle Göttinnen und Götter des Pantheons geboren. Laut mexiko-lexikon.de ist dieser der Sohn von Hunab Ku. Schaut eine auf dessen Seite nach, erfährt sie, dass dieser der Weltenschöpfer der Maya war, einen Sohn, Itzamna, hatte und eine Ehefrau namens Ix Chel. Es drängt sich die Frage auf, ob wirklich Hunab Ku der Weltenschöpfer war, oder nicht doch Ix Chel - was naheliegender ist. Dass Itzamna gleichzeitig Sohn und Gatte Ix Chels ist, lässt an den heidnisch-naturreligiösen Jahreskreis erinnern: Göttin und Gott halten Hochzeit, sie gebiert einen Sohn, mit dem sie im nächsten Jahr wiederum Hochzeit hält. Sie ist die Immerwährende (die Jungfer, die Mutter, die Alte/die Tödin), während ihr Sohngemahl durch seinen Tod und Wiedergeburt das Leben am Leben erhält.
Unbestimmten Quellen zufolge lag Ix Chel im ewigen Streit mit der Sonne, obwohl beide einander doch liebten. Im Zorn befahl die Sonne Ix Chel, den Himmel zu verlassen. Fortan war sie tagsüber nicht mehr zu sehen.
Diese Legende könnte ein Hinweis zur Untermauerung meiner These sein, dass eigentlich Ix Chel die Weltenschöpferin der Mayas war. Die Sonne als Repräsentant des Männlichen, der Mond des Weiblichen. Ob sie sich um den Status des Schöpfers gestritten haben? Welche der beiden hat denn nun alles erschaffen? Die Frau, was eine naheliegende Annahme ist, da sie ja die Gebärende ist, oder der Mann, der durch seinen Samen schließlich auch seinen Teil beigetragen hat? Der Streit endet damit, dass die Sonne den Mond verbannt. In die Nacht, in die Dunkelheit, wo sie, die Mondin, fortan dank der Gnade seines Glanzes der Nacht ein bisschen Licht spenden darf. Vielleicht sollten wir öfter einmal dran denken, dass es die Sonne ist, die die Mondin anstrahlt, sie ins Rampenlicht inmitten der Dunkelheit stellt. Dieser Blickwinkel ist sicher einiger Überlegungen wert.
Verschiedentlich wird Ix Chel auch als Göttin der Heilkunst bezeichnet, ihre Pflanze ist die Ringelblume. In Amy S. Marashinskys "Göttinnen-Geflüster" wird ihr die Kreativität zugeordnet, sowie das Spinnennetz als weiteres Attribut. Eine Ähnlichkeit zur keltischen Brigid ist erkennbar. Da sie oftmals mit einem Krug oder Kessel abgebildet wird, kann auch eine Verbindung zur Tarotkarte des XVII - Sterns gesehen werden (insbesondere des Crowley-Harris-Decks), sowie - in der Form der Alten - zu Cerridwen. Mit letzterer hat sie noch etwas - wenn auch ungesicherten Quellen zufolge - gemein: beiden ist als Feiertag der 20.6. (Sommersonnwende?) zugeordnet.
Neben Nike ist sie die zweite Göttin, die heutzutage eher mit Turnschuhen bzw. Sportkleidung in Zusammenhang gebracht wird. Und genau so trat Ix Chel (wieder) in mein Leben: in der Trambahn steckte jemand in ihren Schuhen.
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Samstag, Januar 26, 2008
Göttinnen - handverlesen
Meine Spiritualität hat sich immer mehr in Richtung
Göttinnenspiritualität entwickelt. Dem will ich auch hier Rechnung
tragen und die Annäherungen an verschiedene Göttinnen auf meine Art hier
darstellen.
Es gibt bereits eine ganze Reihe wunderbarer
Göttinnenseiten im Web - eine kleine Auswahl davon gleich mal vorweg:
Artedea.net ist eine wundervolle Sammlung über viele Göttinnen - darunter auch eher unbekannte v.a. aus dem irischen sowie südamerikanischen Raum. Sehr viele Infos, sowie zauberhafte Bilder!
Auf dem Kulturserver Hessen erfährst du etwas über Diana, Inanna und Ceres.
Über die Insignien antiker Göttinen berichtet diese Page, und zwar zu: Inanna, Hera, Aphrodite, Freyja.
Auf den Seiten zu Ehren der Göttin hat jana schon eine Menge zusammengesammelt: Gedichte, Texte, Gebete, Bilder ... Außerdem gibts dort auch noch ein Forum und eine Mailingliste.
Dann will es natürlich keinesfalls versäumen, auch hier noch einmal Werbung für den Schlangengesang zu machen: Ein Rundbrief zur Göttinnenspiritualität, in dem alle zwei Monate Göttinnen, Feiertage, Rituale, Bücher und mehr vorgestellt werden.
Noch was Englisches, dafür sehr ausführlich und übersichtlich gemacht.
Für jede Menge Göttinnen, nach Kulturen bzw. Länder geordnet (gibt auch
ne Suchfunktion) gibts hier Anrufungen und Texte. Roibin hat hier viel
Zeit und Liebe investiert, so dass der Inhalt über die lästigen
Werbefensterchens hinwegtröstet :)
Frauenwissen.at: Tja, der Name sagt hier eigentlich schon alles. Ne sehr informative Plattform, wo es u.a. Infos gibt zu: Baba Jaga Baubo & Sheela-na-Gig Bethen Brigid Demeter Freyja Isis Noreia Maria Ostara Percht Salige Frauen Sedna Sjofn. Einfach mal vorbeischauen!
Also, DER link darf ja wohl nicht fehlen :) Da tut sich immer wieder was
und es wird mythologisches und symbolisches mal ein bisschen anders
beleuchtet. Außerdem so ganz nebenbei gehts von hier aus auch weiter zum Magischen
Netz.
Und dann hab ich da noch ein, zwei Bücher zu empfehlen: (Links verweisen wie immer auf amazon.de - gewerbliches Angebot)
Marashinsky, Amy S.: Göttinnengeflüster - Die Deutsche Version des o.g. Link als Buch+52Karten-Set. Erzählt etwas über die Mytholgie und hat zu jeder Karte/Göttin eine kleine Reise.
Winter, Gayan S.: Orakel der Göttin - Ähnliches Set wie oben, jedoch mit 33 Karten/Göttinnen. Außerdem ist im Buch die Sortierung nach Herkunft der Göttinnen. Es gibt vereinzelt Überschneidungen, lohnen tun sich beide Sets dennoch.
Blair, Nancy: Göttinnen für jede Jahreszeit - In diesem schmalen Bändchen ist je eine Doppelseite einer Göttin gewidmet, jeweils mit sw-Bild. Für jede Woche gibts eine Göttin, jedoch "nur" nach Jahreszeiten sortiert. Gut als Ergänzung zu den beiden Sets, zumal auch hier noch neue "Göttinnen" genannt werden.
Husain, Shahrukh: Die Göttin Das Matriarchat ; Mythen und Archetypen; Schöpfung, Fruchtbarkeit und Überfluss - Hier wird die Göttin unter ihren diversen Aspekten vorgestellt und beleuchtet. Sehr lesenswert, weil viele Infos quer durch Zeit und Raum.
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Fraa Holln
Es woramol a Fraa, dey hod zwaa Madli ghobd. Eichndli blous aans, des annere woa vo iam zweidn Moo, oba der issara aa gschdorm, woscheinli, walls imma su biesgurad woa. Jednfalls hods im hald vaschbrochn, dass af sei glanne aa mid obachdbassd, sunsd hädda eh ka rou ned gehm.
Ez woa des domols ja alles ned su afach wey ba uns heid, wousd afs sozialamd geysd, dou wennsd nix ghobd hosd nou hosd hald nix ghobd. Weysd zrechdkumma bisd - mei, dou hasd di hald umschaua meyn.
Aa wenn ez dey Fraa mid ihre zwaa madli nix ghobd hod, houdsasis doch gmeydli gmachd su goud weys ganga is. Es Madla vom Moo hods a weng rumschigganiad, und ia eichene, des Louda, hod des nadiali glei herassn ghobd, dass di Mudda imma zu ira häld, und di anda imma di bleyde is. Wey da Herr, su es Gscherr...
Des Madla vom Moo hod imma alls afbuggld greychd, obba es hods imma alls gmachd. Im Summa woas amol drassn ghoggd und had gschbunna - naa, as wolln an foodn gmachd, nadiali - dou hodsasi vua lauda schiggdiloumiaamid gschniedn, und alls af den scheena neichn foodn draffbloud. Mei, hodsasi dengd, dou werds widda bleygn, dou schaui gscheida, dassi des im Brunna dou owaschn ko. Ez woa ja da Brunna aa ned bis omahi vull, dou hodsasi scho a weng noobeing meyn, und wallsasi hald scho a weng gschdelld hod, issara di Schbindl in Brunna noogflung. A sua woa. Des brauchds da Beissn goa ned soong, dass di Schbindl valuan hod. Alsu wos sollsn machn, es arme Madla: Is hindahea gschbrunga, ins kalde Wassa nei. Nou issara öschd schwaz wonn vua di Aung, und weys widda afgwachd is, woas af annara Wiesn gleng, Sunna had gschiena - grod schey woas.
Wou binni nou eza hikumma, hodsasi gfroochd, is afgschdanna und hodsi öschd amol aweng umgschaud.
"A ge her, Madla, wennsd scho dou bisd, mogsd mi ned aweng huddsn? Sixdas, meini Ebfl sin scho dodal reif und meyn roo - mogstmas ned rooschiddln?" Es Madla hod si umgschaud - dou hod echd a Abflbaam middara gred. Obba der woa wergli gscheid vulla Ebfl, su richdi schey roud woans scho, wey assm Bildabouch. Drum is hie und hodnan gschiddld, und die Ebfl sin blous a su rookullerd. Nou hodsas alle aweng afananda gschlichd, da Baam hod nu dangschey gsachd und ira a boa ebfl in di daschn gschdeggd, und nou is es Madla weidaganga.
"Mei Broud vabrennd. Gey Madla, doumas doch bidde raus, des is ja nemma zum aushaldn!" Ez hodsasi scho goanemma gwundad, dass dou a Bagguufm middn im Weech schdeyd und dass der aa mid ira redd. Des hod abba goud grochn des Broud. A Scheyba woa aa daneem gschdanna, nou hods hald des broud assm Uufm raus und hods danem afd Wiesn zum ooküln glechd. Da Uufm hod dangschey gschachd, im Madla a Laibla ind Hend driggd und nou is weida ganga.
Zmol kummd a Heisla, goa ned mol su glaa, schaud dou a olds Middala raus, rechd greisli hods ausgschaud, obba noch am Bagguufm und am Baam, dey wou redn denna, hods des aa nemma daschreggd.
"Na Madla, iech hob da weng zougschaud. Schdellsd di goaned bleyd oo, su anne wey diech kenndi braung. Bin ja aa nemma di jingsd, kennsd ma weng helfn im Heisla - mogsd ned?" Hods gsachd, di Ald, weys rausgschaud hod. Nojo, dengd si es Madla, warum ner ned, wos annerschd hobbi eh ned vua - wassi jo nedamal woui dou bin.
Di alde Fraa woa di Fraa Holle. Und is Madla hodara gholfn, wous ner ganga is. Dafia hodara die Ald aa a weng wos beibrachd, hodara erklärt, wos alles fia Greida gidd und zu wos mas hernemma ko, wey ma in bestn Hollerkoung baggd und lauda su a woa em. Di zwaa ham an haffn Erbad, obba aa an gscheidn Schbass middananda ghobd. Im Winda woas es schensde fia es Madla, wenns die Beddn asgschiddld hod. Wall nou hods ja afda Erdn gschnia.
Obba su schey wey des alles aa woa, erchadwenn hods hald scho widda hamgwolld, es Madla. Aa wennsara ba da Aldn Fraa hundadmol bessa ganga is als wey bada Schdiefmudda und ira Drudschn, Derham is hald doch derham. Und wall die Fraa Holle ja aa ned afda Brennsubbn dahergschwumma is, hods des aa ball gmergd, wos middm Madla lous is.
"Mogsd ham, hä? Ge her, i bring di widda noo. Woa schey, dass dou woasd und hamma a scheene Zeid ghobd. Dengsd hald amol aweng an miech." Nou homsasi nummal gscheid driggd und afamol woa es Madla unda am Dirla gschdanna. Weys durch is, hod des Gold roogrengd, wos ganga is, alle Daschn homs sie audomadisch vullgfilld und a su is nou hamkumma. Sugoa di Schbindl hods mid hambrachd.
Di Biesguan und ir Glanne sin nadiali ausgflibbd weys des gseng hom, und bis ins glennsde hods des alles derzöln meyn, wey des a su kumma is. Und woa ja gloa, dass des glaa Louda des aa a su homwolld. Also is aa in Brunna neighubfd, is dann aa af dera Wiesn widda afgwachd, und is lousgrennd, zum Heisla vo da Holle hie. In Abflbaam und in Bagguufm hods lings lieng loun, "fia suwos hobbi ka Zeid, kenndami ja an Schpiess neirenna odda die Finga vabrenna, dou meisda eich scho a andere Dumme soung, iech mou zunda Holle!"
Und weys bam Heisla ookumma is, is dann aa widda es Sprichla vo da Holle kumme, und in dem Momend hods es Louda gwies aa nu wergli gmaand, weys gsachd hod, dass der Aldn helfn mooch. Hod am öschd Dooch aa subba glabbd. Ned su goud wey mim andan Madla, obba sen hald aa ned alle gleich. Am zweidn Dooch woas scho nemma so goud und am driddn is vur elfa scho goa ned öschd afgschdanna. Des hod si di Holle nu a boa Dooch ogschaud, nou hods gmand "Wassd Madla, eichndli hasd ma scho gnouch gholfm, mogsd ned widda ham? Ge her, i bring di noo!" Na subba, freid sie es Louda, des geyd ja nu bessa als weyi gmaand hob, und schdeyd aa schon undam Dirla. Und weys drunda durchgeyd und si scho affn Goldreng freid - alles vulla Beech. Des babbade Zeich. Und nix mim Gold. Und nix is wechganga. Es ganze Dorf is zammkumma und hods ausglachd, weys a su hamkumma is und ia Mudda hodsi gschemd bis sunsdwouhie. Mey, des Louda is wergli zu bleyd fia alles. Blous goud, dass i nu es Madla vo meim Moo hob...
Und wenns ned gschdorm sin, nou lems heid nu. Die aa vuller Gold. Die anda vuller Beech.
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Mittwoch, September 19, 2007
Hestia * Vesta
(Dieser Artikel wurde erstmalig in der Ausgabe 15 des Schlangengesangs veröffentlicht)
Hestia ist die griechische, Vesta die römische Version der "Göttin des
(Herd)Feuers". Wie bei den meisten anderen Gottheiten der beiden
Pantheone können auch diese nahezu gleichgesetzt werden. Sie wurden als
das Feuer verehrt, es war eine bildlose Verehrung. Von Vesta existieren
einige wenige Statuen seit Ende des 2. Jh., dies jedoch eher aus
politischen Gründen.
Beide wurden bereits vor der Eroberung
durch die Griechen bzw. Gründung Roms vor Ort verehrt. Beiden wird eine
alte Linie zuerkannt, so ist Hestia die Erstgeborene von Rhea und
Kronos/Saturn - die älteste Schwester des Zeus also. Über Vestas
Genealogie ist nichts bekannt, immerhin jedoch soll Rhea-Silva, Mutter
des Rom-Gründers Romulus, eine oder die erste Vestalin (Priesterin der
Vesta) gewesen sein.
Die doppelte Nennung der Rhea macht nachdenklich. Dies führt zwar unweigerlich ins Land der Spekulation und Vermutung, dennoch wird sowohl in Griechenland als auch in Rom deutlich gemacht, dass es sich bei dem Hestia/Vesta-Kult um einen der ältesten Kulte überhaupt handelt. Die Gedanken schweifen ab, gehen zurück in der Geschichte bis hin zur Entdeckung des Feuers und ich frage mich, ob es sich hierbei nicht tatsächlich um den ältesten Kult der Menschheit an sich handelt. Das Feuer bringt nicht nur Licht und Wärme, sondern sorgt auch für eine schmackhafte Nahrung. Und so ganz nebenbei hält es auch noch wilde Tiere fern. Hier schon früh eine kultische Verehrung zu vermuten ist also naheliegend. Umso ergreifender wird mit diesem Hintergrund der Gedanke an das Olympische Feuer: Auch heute noch ist die Entzündung des olympischen Feuers durchaus eine heilige Kulthandlung zu nennen - und Fackelträgerin sein zu dürfen, eine große Auszeichnung. Vermutlich ein Nachläufer eines Kultes, der annähernd so alt ist wie die Menschheit.
Hestia und Vesta lieben die runde Form, den Kreis. Der Herd, die Feuerstelle war zu damaliger Zeit rund, auch der Tempel der Vesta ist rund. Geehrt werden können sie durch das Entzünden eines (Herd/Lager)Feuers oder auch einer einfachen Kerze. Jede Nahrungszubereitung (Kochen, Backen) erfolgt ihnen zu Ehren. Hestia ist als mildtätig, gnädig, gerecht bekannt. Zugunsten von Dionysos verzichtet sie auf den Platz im Olymp.
Zu beiden - Hestia wie Vesta - gehört die Jungfräulichkeit, die Ungebundenheit, Unabhängigkeit von Vater oder (Ehe)Mann. Beide haben sich dem Liebeswerben bis hin zur Vergewaltigung entzogen und "durften" jungfräulich weiterleben. Im Vesta-Kult ist dies durch die Vestalinnen besonders überliefert: sie waren freie Frauen, hatten die selben, teils sogar noch mehr Rechte wie jeder (männliche) Bürger Roms. Sie durften Besitz haben, durften sich frei bewegen, sogar Wagen fahren. Außerdem hatten sie die Befugnis, Übeltäter zu begnadigen, wenn sie ihnen zufällig begegneten. Dies allerdings war an die Zufälligkeit der Begegnung gebunden. Das Vergehen der Unkeuschheit wurde jedoch mit dem Tod bestraft: die Vestalin wurde bei lebendigem Leibe eingemauert. Allerdings wurde diese Strafe praktisch nur in Krisenzeiten verhängt. Ging es Rom und den Römern gut, ließen sich entsprechende Vorwürfe immer aufklären.
Es gab jeweils sechs Vestalinnen, die im Alter zwischen sechs und zehn Jahren "ausgewählt" wurden und für dreißig Jahre ihren Dienst tun mussten: zehn Jahre Ausbildung, zehn Jahre Priesterinnendienst, zehn Jahre Lehrtätigkeit. Sie waren für das Feuer zuständig (es verlöschen zu lassen wurde als böses Omen ausgelegt und schwer bestraft). Wasser für den Tempel durfte nur von ihnen von einer bestimmten Quelle geholt werden. Sie waren zuständig für die Ausrichtung und Vorbereitung etlicher weiterer Festivitäten, wie z.B. dem der Tellus Mater, der Bona Dea, aber natürlich auch den eigenen Vestalia vom 9.-15. Juni gehend. Weiterer Feiertag war der 1. März, Neujahr, zu dem das Feuer gelöscht und neu entzündet wurde. So wie Jupiter bei allen Festen zuerst genannt wurde, stand Vesta die Ehre zu, stets die letztgenannte zu sein.
Zu Hestia sind keine festen Feiertage überliefert, aber es ist bekannt,
dass bei einer Vermählung die Brautmutter mit einer Fackel aus dem
eigenen Herd dem Paar voran in das neue Haus ging, um dort den Herd zu
entzünden. Erst dann wurde aus dem Haus ein Heim. Weiter ist
überliefert, dass Neugeborene am fünften Tag um den Herd getragen
wurden, als Zeichen, dass sie von der Familie aufgenommen worden waren.
Im Anschluss daran gab es natürlich ein entsprechendes Fest.
Ihre
Verbindung zum Haus geht über den Herd hinaus, ihr wird die Kunst des
Hausbaus zugeschrieben. So steht sie auch im übertragenen Sinn für das
Ankommen in sich selber, für das bei-sich-sein bzw. -bleiben. Dieser
Aspekt wird durch die symbolische Jungfräulichkeit, dem
Nicht-Unterwerfen, noch gestärkt.
Hestia und Vesta lassen sich nicht vereinnahmen, bleiben bei sich und bilden mit ihren Kulten eine Art Insel in der jeweiligen Gesellschaft. Ein Teil davon ist heute in der Marienverehrung noch zu erkennen - was an sich aber kein Kunststück ist, da sie die einzige "legale Göttinnenverehrung" über lange Zeit darstellte und dies z.T. heute noch tut. So ist es also kein Wunder, dass sich die meisten Göttinnenkulte in Maria wiederfinden.
Einen Unterschied meine ich zwischen beiden jedoch auszumachen. So deuten die Quellen darauf hin, dass Hestia eher für "Normalsterbliche" zuständig war, Vesta mehr für hochrangige Persönlichkeiten (Kaiserfamilie) und den Staat an sich. Vielleicht wurde in Rom auch einfach mehr "Wirbel" um den Kult - des Kultes wegen - veranstaltet, so dass dieser Eindruck entsteht. Unter sungaya.de beispielsweise wird Vesta als römische Göttin des Staatsherdes benannt, Hestia als Schutzgöttin des häuslichen Friedens und Beistand aller Schutzflehenden. Hier wird übrigens Vesta als Erfinderin der Häuser benannt, dafür wird unterschlagen, dass sie auch die Schutzgöttin der Bäcker und Müller ist.
Abschließend kann ich nur feststellen, dass die Gemeinsamkeiten überwiegen und die beiden sich in den Unterschieden letztlich nur ergänzen. Selbst die Namen sind etwa gleichlautend. Da das Feuer nach wie vor einen wichtigen Teil unseres Lebens ausmacht, allerdings in geänderter Form, ist es spannend zu überlegen, wo und wie Hestia/Vesta von uns heute verehrt werden kann. Wo und was heute alles "brennt" und ob vielleicht so manche Eisen zuviel im Feuer sind? Der Blick aufs Wesentliche nicht mehr gewährleistet ist.
Weiterführende Literatur: (Buchlinks verweisen auf Amazon - gewerbliches Angebot)
Marashinsky
/ Janto: Göttinnengeflüster
Hutzl-Ronge:
Feuergöttinnen, Sonnenheilige, Lichtfrauen
Bolen:
Göttinnen in jeder Frau
Links und Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hestia
http://de.wikipedia.org/wiki/Vestalin
http://imperiumromanum.com/religion/antikereligion/vesta_01.htm
http://www.roemische-imperium.de/page/html_religion_05.html
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Samstag, August 04, 2007
Freya
Freya begleitet mich immer wieder auf meinem Weg. Ab und an zieht sie sich zurück, um anderen Aspekten der Göttin Platz zu machen, damit ich von ihnen etwas lernen kann. Doch immer wieder meldet sie sich eindrucksvoll zurück.
Freya ist eine Göttin der germanischen Mythologie, genauer ist sie eine
Wanin, die nach dem Krieg zwischen den Asen und den Wanen nach Asgard
ausgetauscht wurde. Obwohl offiziell ein Patt zwischen den Eroberen und
den Einheimischen beschlossen worden war, waren die strategischen Sieger
dennoch die Eroberer. Etwas, das sich so auch in unseren
Geschichtsbüchern wiederfindet: die alte frauenzentrierte
Gesellschaftsform wurde überall von den erobernden Patriarchen abgelöst.
Auch
wenn es wissenschaftlich umstritten ist, denke ich dennoch, dass der
Kampf Asen-Wanen genau dies ausdrückt.
Freya ist die Tochter von Njörd und Nerthus (die wiederum mit Fjörgynn gleichgesetzt wird, welche die Mutter der asischen Frigg ist). In ihrer Heimat regierte sie zusammen mit ihrem Brudergatten Freyr. Eine solche Verbindung war jedoch in den Augen der Asen sittlich verwerflich und musste nach dem Krieg aufgelöst werden.
Freya hat mit Od(r) zwei Töchter: Hnoss und Gersimi. Od war viel unterwegs (Odins Aspekt des Wanderers auf Midgard) und so weinte sie bittere Tränen aus Sehnsucht. Laut B. Walker wird der Bernstein im Baltikum "Tränen der Freya" genannt - ob diese Tränen hiermit gemeint sind?
Trotz dieser Verbindung ist Freya immer eine freie Frau geblieben. So
hat sie z.B. mit vier Zwergen aus Swartalfheim je eine Nacht verbracht
(die vier Elemente?). Als Gegengeschenk hat sie dafür ihren wundervollen
Halsschmuck Brisingamen erhalten.
Gegen Lästereien war sie immun.
Lokis Reden vor versammelter Mannschaft über ihren "unsittlichen"
Lebenswandel (der - nebenbei bemerkt - bei Männern natürlich keineswegs
als unsittlich betrachtet wurde) bewegten sie nicht einmal zu einem
gelangweilten Gähnen. Sie muss sich nicht rechtfertigen. Sie tut was sie
tut. Sie ist einfach sie selbst.
Verstanden haben das die Herren Asen
nie - so fremd war ihnen damals wohl schon der Lebenswandel einer Freien
Frau. So kam es, dass der Riese Thrym Thors Hammer gestohlen hatte.
Lokis Plan war, Freya dem Riesen zur Frau zu geben (da sie ja eh ein
sexgeiles Weib war), und im Austausch dafür sollte Thor seinen Hammer
wieder bekommen.
Freya hat den Typen gezeigt wo der Hammer hängt.
Oder wo sie ihn sich hinstecken konnten :) Sie hat Zeter und Mordio
geschrien und ihrer Wut und ihrem Zorn freien Lauf gelassen. Jemand
wagte es, sie verschachern zu wollen? Für eine Freie Frau der Gipfel der
Unverschämtheit! Am Ende musste Thor selbst in Frauenkleidern zu dem
Riesen gehen. Nähere Details will ich hier nicht ausführen *g* - aber er
hat seinen Hammer wieder bekommen.
Obwohl Frigg und Freya zwei verschiedene Göttinnen sind - oder sein sollen - sehe ich beide in einer verbunden. Die vielen Ähnlichkeiten z.B. bezüglich ihrer Attribute sollen z.T. auf Verwechslungen wegen ihrer Namensähnlichkeit zurückzuführen sein. Ich denke aber, auch anders herum wird ein Schuh draus. Frigg ist die perfekt domestizierte Frau, ein Musterbeispiel. Und doch mit gerade soviel Macht und Eigensinn ausgestattet, dass diese Manipulation seitens der Patriarchen nicht auffällt und für sie dennoch zu ertragen ist.
Wie schon erwähnt, ist Frigg die Tochter der Fjörgynn - welche (zumindest in einigen Quellen) mit Nerthus gleichgesetzt wird - der Mutter von Freya. Frigg ist die "Schicksalswebende Göttermutter" an der Seite Odins. Ihre Kinder sind Hermod, Bragi, Hödur und Balder (und die Walküren?). Auch sie weinte bittere Tränen um Balder, der von einem Mistelzweig erstochen wurde. Es war sein Schicksal, welches Frigg vorausgesehen hatte. Dies wollte sie nicht hinnehmen, also nahm sie allen Pflanzen das Versprechen ab, ihm kein Leid zuzufügen. Loki bekam davon Wind, vor allem davon, dass Frigg die unschuldige Mistel vergessen hatte. So machten sich die Götter - angestachelt von Loki - einen Spaß daraus, auf Balder zu zielen, der es sich gutmütig gefallen ließ. Bis Loki dem blinden Hödur einen Pfeil aus einem Mistelzweig in die Hand drückte. Das war es dann. Auch Frigg weinte bittere Tränen (vgl. Freya) und stieg sogar in die Unterwelt, um ihren geliebten Sohn zu retten. Doch auch hier machte ihr Loki einen Strich durch die Rechnung. "Schuld" war Loki übrigens nicht. Er war lediglich der Vollstrecker des Schicksals. Schließlich sollte die Geschichte zeigen, dass sich auch die Götter an ihre eigenen Gesetze halten müssen.
Beide - Frigg und Freya - besitzen einen Mantel aus Falkenfedern (oder
es ist derselbe, den sie sich gegenseitig ausleihen?), mit dessen Hilfe
sie fliegen können. Beide sind Fruchtbarkeitsgöttinnen, wobei der
Schwerpunkt Friggs auf Schwangerschaft, Geburt und Mutterschaft liegt
und der Freyas in der Sinnlichkeit, Erotik und Lust.
Aber ist diese
strikte Teilung nicht schon wieder ein Hinweis auf die patriarchale
Übernahme? Gut - Böse, Frigg - Freya: Hausfrau, Mutter und liebende
Tochter erwünscht, aber sinnliches Weib - nein Danke? Fragt sich nur,
wer da das starke Geschlecht ist, wenn die Männer vor dem angeblich
schwachen doch offensichtlich Angst haben.
Weitere Attribute von Frigg:
Spindel und Spinnrocken, Hausschlüssel
Reiher, Spinne, Schnecke,
Storch
Holunder, Flachs, Erle
Der Schlüssel ist ein altes Machtsymbol. Er eröffnet sowohl den Zugang zu anderen Welten (und den verschlossenen Tiefen deines Selbsts) als er auch Zeichen der Hüterin des Hauses ist. Noch heute ist es ein beliebter Brauch, nach der kirchlichen Trauung den Segen nach Hause zu bringen. Vor der Tür angekommen, muss das Brautpaar aber erst ein Glas Sekt trinken. Wer es zuerst bis auf den letzten Tropfen geleert hat, bekommt den Schlüssel und somit die häusliche Macht.
Weitere Attribute von Freya:
Brisingamen, Wagen mit Katzen
Katze, Wildsau, Schwan, Marienkäfer
Linde,
Schlüsselblume, Frauenträne
Frigg wird übrigens mit Holla (Frau Holle) gleichgesetzt. Und zumindest
in dieser Form kommt ein bisschen mehr ihrer Wildheit zutage ("Wilde
Jagd").
Dafür wird Hel als ein Aspekt Freyas gesehen - die ja
auch wieder "irgendwie" mit Holla zusammenhängt.
Daher komme ich für mich zu dem Schluss, dass Frigg und Freya ein und
dieselbe Göttin sind. Nur dass die eine sich noch etwas von ihrer
Ursprünglichkeit bewahren konnte, die andere die patriarchal
zugerichtete Form derselben ist.
Offenbar war es für die Asen
undenkbar, dass eine Freie Frau auch fürsorgliche Mutter sein konnte
(oder umgekehrt), so dass tatsächlich jeglicher Mutteraspekt bei Freya
fehlt. Es grenzt schon fast ein Wunder, dass ihre Töchter überhaupt
erwähnt worden sind - sind ja immerhin eh nur Töchter.
Freya - eine dreifache Göttin
(ab hier meine ich mit Freya immer "meine" Freya, also um Frigg/Holla "erweitert")
Freya ist mit genügend Attributen ausgestattet, und es sind soviele Aspekte von ihr bekannt, dass behauptet werden kann, dass sie eine dreifache Göttin ist. Und "muss" letztlich nicht jede Göttin diese Dreiheit verkörpern? Jede Frau auf dieser Welt, verkörpert dies doch ebenso:
- die "Jungfrau" / die Kriegerin / das Mädchen (weiß)
- die sexuell aktive Frau / die Bewahrende / die Mutter (rot)
- die weise Alte / die Seherin / die Hexe. (schwarz)
Ein rein äußerliches Zeichen für diese Übergänge ist die Blutung - das passt auch farblich sehr gut zusammen.
Damit ist sie natürlich auch eine Mondgöttin, und sie deckt in ihrer Zuständigkeit wirklich alle Lebensbereiche ab: Kreativität und Fruchtbarkeit, Heilung und Transformation, Divination und Handel, Kräuterwissen und Handwerk, Dichtung und Fürsorge. Und Seidr-Magie.
Als Freya noch mit Freyr Wanaheim regierte, zählten zu ihren Attributen auch ein Kessel mit Met (der dann irgendwie wohl als Kriegsbeute bei Odin gelandet war), Glöckchen/Schellen, der Apfel und das Füllhorn. Zuweilen sollen auch Ziegen anstelle von Katzen ihren Wagen gezogen haben.
Freya ist eine mehrdimensionale Göttin aus vorpatriarchaler Zeit
- Göttin der Liebe, Fruchtbarkeit und Überfluss (gold)
- Göttin der Unterwelt, Seherin (schwarz)
- Göttin des Kampfes, oberste der Walküren (rot)
- heilende Göttin / Transformation, Neuanfang (weiß)
Mit diesen Aspekten lässt sich wunderbar arbeiten, um der ursprünglichen
Wilden, Freien Frau wieder auf die Schliche zu kommen. Gerade die
Geschichte mit dem Austausch an den Riesen Thrym ist praktisch 1:1 auf
die Jetztzeit übertragbar. Noch immer wird die Frau vom Vater in die
Obhut des Mannes übergeben. Noch immer kommt sie "unter die Haube" -
auch wenn frau heute doch schon weitestgehend selber bestimmen kann, wen
sie heiratet. Aber tut sich das auch wirklich? Oder tauscht sie ihre
Frey-heit ein gegen die "Sicherheit", die sie als verheiratete Frau im
Patriarchat hat?
Gibt es diese Sicherheit aber wirklich? Klar, aus
rein steuerlich-finanziellen Gründen gibt es die. Sich als Frau die
Freiheit bewahren ist teuer. Als Alleinerziehende gar kaum noch zu
bewältigen, wieder die Abhängigkeit, diesmal von "Vater" Staat.
Und
was ist mit dem Schutz der Privatsphäre? Ist frau sicher in ihrem
Türmchen, oder ist es ihr Gefängnis? Lassen die Mauern niemanden rein,
oder keine raus?
Gerade durch die Trennung der Frau in Mutter und Hure (Frigg und Freya)
ist die Sinnlichkeit immer mehr in Vergessenheit geraten. Etwas von dem,
was im Turm eingesperrt ist, und unter der Oberfläche brodelt, aber
unter allen Umständen weggesperrt bleiben muss. Eine Frau kann doch
schließlich nicht einfach die Sau rauslassen. Dabei wäre es genau das,
was Heilung verschafft, verschaffen kann. Heilung, die noch immer
dringend nötig ist.
Freya alleine entscheidet, mit wem sie sich
vergnügt oder auch nicht. Sie tut es auch nicht aus Berechnung, sondern
immer aus Liebe und Leidenschaft. Oder hätten die Zwerge sich wegen
eines schnellen Nümmernchens wirklich so ins Zeug für sie gelegt? Wohl
kaum!
In dem wir die Sau raus lassen, helfen wir der Wilden Frau ein
Stückchen bei der Geburt. Und so nebenbei unserer eigenen Transformation.
Meine persönliche Meinung ist ja, dass das die Arbeitsweise der Göttin an sich ist. Sie wartet doch nicht, bis es irgendwann "in" ist, sich die Göttin aufs Tshirt zu malen. Schließlich ist die Göttin auch eine handelnde. Sie beschließt, dich zu besuchen. Sie stellt fest, dass du jetzt "dran" bist, "reif" bist - nenn es wie du willst. Sie wird dich solange nerven, bis du ihr zuhörst. Dann findet zwangsläufig die erste Tranformation statt, da dein vorhandenes ach so sicheres Weltbild zusammenbrechen muss.
Unter dem Aspekt der Seherin lehrt sie dich
sehen. Die erste Lektion wird sein: sieh hin. Stell dich vor den Spiegel
und sieh hin. Schau dich selber an. Von außen und von innen. Lerne erst
dich selber zu sehen, zu erkennen, bevor du (für) andere sehen willst.
Das
heißt, dass du es nicht nicht mehr so bequem machen kannst, und vor
hässlichen Dingen die Augen verschließen. Oder Unschönes unter den
Teppich zu kehren. Nee, da wird erst mal klar Schiff gemacht. Und dazu
braucht es allen Mut, den eine aufbringen kann: den Mut, den eigenen
Ängsten ins Gesicht zu sehen.
Heute wird hierfür auch gern der
Begriff "Schattenarbeit" verwendet. Auch hier findet wieder Heilung und
Transformation statt. Wieder wirst du ein Stück ganzer, kommst wieder
ein Stück näher zu dir. Deinen Priesterinnenbrief für diesen Bereich
hast du dann in der Tasche, wenn du es schaffst, dich selber
bedingungslos und aufrichtig zu Lieben.
Der Kriegerinnenaspekt bedarf auch einer dringenden Generalüberholung. Wir haben es verlernt, zu kämpfen, unsere Kräfte sinnvoll einzusetzen. Wir vergeuden sie mit Mobbing, kleinlichen Rachegedanken, anstatt Nägel mit Köpfen zu machen. Doch Freya lehrt uns, auf der Sau zu reiten, und sie nicht durchgehen zu lassen - und uns gar von ihr überrumpeln zu lassen. Eine wütende Frau ist in der Lage ganze Welten zu bewegen - wenn sie es schafft, ihre Wut zu kanalisieren und zu lenken. Freya kann dir dabei helfen. Doch als Kriegerin fordert sie ein Opfer von dir: du musst die Opfer-Frau, dein altes ich, töten, damit die Wilde Frau herauskommen kann.
So dienen alle Aspekte letztlich zur Heilung. Und zwar in erster Linie der eigenen. Dass das Auswirkungen auf dein Umfeld haben kann (und haben wird), ist eigentlich nur ein Nebeneffekt.
Nach der germanischen Mythologie gibt es noch mehr (namentliche) Aspekte der Freya
- Gullweig: Überfluss, Gold, Magie/Hexerei
- Gefjon: Hingabe, Liebe, wohlwollende Kupplerin
- Hel: Unterweltsgöttin, Transformation. Attribute: Kessel, Knochen, Sense, Sanduhr. Schlange. Eibe, Holunder, Flachs. Abschied, Loslassen, Tod. Vgl. auch Kali, Hekate, Pluto
- Eir: Heilung. Attribute: Weide. Kröte
- Frigg: Mutter (der Vollständigkeit halber)
Literaturtipps: (Alle Buchlinks verweisen auf Amazon - gewerbliches Angebot)
Göttner-Abendroth, Heide: Die Göttin und ihr Heros - gehört schon zu den Klassikern, hilft dabei, hinter die Fassaden zu sehen. Umfasst so ziemlich alle Götterpaare quer durch Raum und Zeit
Metzner, Ralph: Der Brunnen der Erinnerung - Hier beschreibt u.a. eine Frau ihre Erfahrungen/Auseinandersetzungen mit Freya. Unbedingt lesenswert!
Voenix: Weltenesche - Eschenwelten - eine Fundgrube zur germanischen Mythologie mit übersichtlichen Steckbriefen zu jeder Gestalt. Die zugehörigen Karten am besten schenken lassen!
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