Freitag, November 18, 2011
Alle Jahre wieder: Baggwahn :)
Jedes Jahr so Mitte-Ende November habe ich eine Woche Urlaub, um Plätzchen zu backen. Wegen diverser Umstände habe ich heuer drei Tage lang gebacken - und das ist das Ergebnis:
Einiges davon die altbewährten Klassiker: Vanillekipferl (Selbstgedreht, son komisches Blech kommt mir nicht ins Haus! *g*), Nussecken (auch heuer wieder viereckig), die Lebkuchen-Würfel (nicht korrekt würfelig, links unterhalb der Katze, neben dem S-Spritzgebäck) gab es ebenfalls schon, sowie die Walnusshaffli mit Kakao (links über der Nussecke), und die zammbabbdn Honigplätzchen (mit Nusscreme-Füllung und Schoko bestrichen, ziemlich genau auf Drei-Uhr-Stellung).
Neu sind die seltsamen Kringel-Kleckse - das sind Marzipanhörnchen. Sehr lecker, nur etwas pappige Konsistenz. Ich habe gelernt: Bei neuen Rezepten lieber erstmal die halbe Menge machen und mehr ausprobieren.
Lebkuchen habe ich nach einem neuen Rezept gemacht. Ich habe sie aber nicht auf Oblaten gesetzt, sondern kleinere Kleckse gemacht, die ich mit Schokolade überzogen habe (links neben den Drei-Uhr-Honigplätzchen). Die ersten hab ich komplett eingetaucht, was eine ziemliche Sauerei war, dann habe ich sie auf Schaschlikspieße gesteckt, auf die flüssige Schokolade gesetzt und mit dem Pinsel dieselbe "draufgestupft". Unterseite noch kurz abgepinselt, aufs Backpapier zum Trocknen gesetzt. Das hat sehr gut funktioniert!
Nussplätzchen waren auch schon mal dabei, das sind die ziemlich in der Mitte, mit Marmelade zammbabbd und mit Puderzucker bestreut.
Neu sind die Florentiner Ecken, die schmiegt sich links oben in das Vanillekipferl, sehr lecker! Gleich darunter Mandeltaler, ebenfalls nach einem neuen Rezept - einfach himmlisch! Übrigens die einzigen, die mir heuer etwas etwas kross geraten sind, aber bei Nussgebäck ist das völlig ok.
Das Schwarz-Weiß-Gebäck links neben der Katze ist Spritzgebäck-Teig, nur eben zum Teil mit Kakao gefärbt und ausgepresst. Rechts neben dem Spritzgebäck-S eine Mango-Nuss-Rolle. Dafür hab ich einen 1-2-3-Teig gemacht, getrocknete Mangos kleingehackt, mit gemahlenen Haselnüssen und ein wenig Wasser (an-)püriert, noch einen Rest gehackte Mandeln dazu (mussten weg). Die Masse auf die ausgewellte Platte gestrichen, eingerollt, kurz ins Gefrierfach und dann in Scheiben geschnitten. Sehr fruchtig, sehr lecker!
Aus einem weiteren Teil des 1-2-3-Teiges hab ich Sterne ausgepresst und mit Marmelade zammbabbd. Ebenfalls mit Puderzucker bestäubt. Zwischen den Puderzucker-Bestäubten nochmal Nussplätzchen, diesmal ausgepresst und mit Schoko bestrichen.
Nochmal 1-2-3-Teig: Orangeat und Zitronat war noch was über, das hab ich auf die eine Hälfte des ausgewellten Teiges gestreut, andere Hälfte drüber geklappt, etwas festgedrückt und in Rauten geschnitten. (Am linken Rand, neben der Nussecke)
Ganz am Schluss war noch etwas flüssige Schokolade über, die hab ich mit Haferflocken und gehackten Mandeln zu einer festeren Masse vermischt und kleine Häufchen gemacht. Leider hab ich diese Mandel-Haferflocken-Haffli nicht auf dem Bild.
Und von diversen Teig-Resten und was sonst noch an angebrochenen Tütchen und Packungen rumlag, hab ich alles zusammengemischt und kleine Bollerli geformt. (zwischen den beiden Vanillekipferln etwa bei Sechs Uhr) Ebenfalls sehr lecker :) Und die Katze natürlich nicht zu vergessen, das war noch ein Rest Nussplätzchen-Teig.
Ich neige ja dazu, Plätzchen zu lange im Ofen zu lassen, weil ich immer befürchte, dass sie noch nicht ganz durch sind. Heuer war ich mutig und hab sie allermeist etwas eher raus. Tatsächlich waren alle trotzdem fertig und außerdem richtig schön weich - sonst sind sie bei mir gerne mal etwas "keksig".
Der Winter kann jetzt kommen, ich habe unseren Vorrat angelegt :) Und weil ich nicht verantworten will, dass ihr jetzt alle in die Tastatur sabbert *g* und das Rezept eh schon hochgeladen ist:
Hier gibt's die Lebkuchen-Würfel :)
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Montag, November 07, 2011
Gewerkelungen im Oktober
Zeit wird's, die neuesten Gewerkelungen vorzustellen:
Die Strickmaus habe ich auf einem anderen Blog gesehen, musste
ich einfach ausprobieren! Das ist übrigens aus dem Buch: Märchenhafte
Schmusetiere (Link
zu Amazon).
Falls diejenige das liest, von deren Blog ich das habe, bitte melden,
damit ich dich verlinken kann.
Das absolute Highlight: Mein Knüpfteppich ist fertig! Ich hätte das in tausend kalten Wintern nicht für möglich gehalten, dass der überhaupt in diesem Jahr auch nur annähernd fertig wird. Ist er aber. Komplett mit Umrandung. Das Motztier dient als Größenvergleich :)
Ich habe mal wieder ein bisschen gebastelt; z.B. die schöne Kiste (wird eine Geschenkbox) und einen A5-Ordner aufgehübscht. Also eigentlich war das mal ein vergammelter A4-Ordner, den ich im Keller noch gefunden habe. Den habe ich rundum beschnitten, so war er passend für A5 (was ich ja wollte) und die Gammelecken und -Kanten waren auch gleich weg. Das Ganze dann mit Geschenkpapierstückchen und Tapetenkleister bekleben, fertig. Die Kanten habe ich mit zweidrei Schichten beklebt, weil die ja doch etwas mehr aushalten müssen. Die Kiste ist ebenfalls mit Geschenkpapier und Tapetenkleister bearbeitet, das Papier aber am Stück, ging einfacher und hat vom Muster nicht wirklich einen Unterschied gemacht.
Natürlich hat im Oktober die Socken-Saison begonnen: Einmal mit Sockenwolle für mich gestrickt (rechts oben). Darunter ein Häkelschal im Wellenmuster. Weiter geht's mit Socken: Für den Liebsten ein Paar (Schatzsoggn) und ganz unten dicke Wollsocken für die Frostbeule - mich. Deshalb in der Mitte gleich nochmal dicke Häkel-Socken. Das war der Rest der Sockenwolle oben rechts plus ein Rest knallorangener Wolle, die hab ich zusammengenommen, damit es schön dick wird :) Das Bündle im Wellenmuster aus einem Rest gelber Wolle.
Mitte links ist selbstgemachtes Ketchup aus den Tomaten, die wir weder gepflanzt noch gesät haben, aber dennoch reichlich ernten konnten. :)
Die allerletzte Marmelade der Saison hab ich eingekocht: HiPflBro (Bild Mitte recht bzw. hinter den Ketchupfläschchen zu erkennen): Himbeer-Pflaume-Brombeer. Alles aus dem eigenen Garten.
Unten gibt es nochmal eine Innenansicht des Ordners, daneben der Knüpfstand Anfang Oktober. Wenn ich es nicht selber sehen würde und wüsste, dass der Teppich fertig ist, ich würd's mir nicht glauben, dass ich sooo viel geschafft hab in so kurzer Zeit! *platzvorStolz* *gg*
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Samstag, November 05, 2011
Meine Nähmaschine
Als meine Mutter zu meinem älteren Bruder schwanger war, hat sie sich für mehrere hundert Mark eine Nähmaschine geleistet. Eine "Ideal Automatik" von Quelle. 1962 war das ein Batzen Geld - und es war sinnvoll angelegt. Dass sie die Ausstattung der Wiege damit genäht hat, weiß ich nur aus ihren Erzählungen, doch ich kann mich gut daran erinnern, dass sie schon immer sehr viel genäht hat.
Irgendwann haben wir im Handarbeitsunterricht nähen mit der Maschine gelernt und meine Mutter hat mich in ihre Maschine ebenfalls eingewiesen. Ab da hab ich selber immer wieder damit genäht. Sie begleitet mich tatsächlich bereits mein ganzes Leben.
Viel später - ich war bereits von Zuhause ausgezogen - hat sich meine Mutter eine neue Maschine gekauft und mir die alte vermacht. Damals bin praktisch jedes Jahr umgezogen und ich hatte nie Platz genug. Für einzelne Projekte habe ich sie mir hin und wieder in die jeweilige Wohnung geholt und später wieder in mein Elternhaus zurückgebracht. Bis ich mit meinem jetzigen Mann zusammen gezogen bin. Er hatte eine Dreizimmerwohnung und ich konnte meine Nähmaschine endlich "nach Hause" holen.
Ich habe sie erst einmal zum Überholen gebracht: reinigen, ölen, einstellen. Sie lief wieder wie am Schnürchen. Kein Klackern, keine Aussetzer, nichts. Als mein Vater erfahren hat, wie begeistert ich von der Nähmaschine war und sie somit in Ehren halten würde, hat er es sich nicht nehmen lassen, die Kosten für die Überholung zu übernehmen. ("Das hat sie von mir!" *g*) Wow, da war ich gleich doppelt beschenkt!
Mittlerweile sind wir in unser Häuschen gezogen, in dem es ein kleines Nähzimmerchen gibt. Meine Maschine hat einen festen Platz, muss nicht jedes Mal her- und wieder weggeräumt werden. Und ich habe das Patchworken entdeckt. Da nähe ich zwar größtenteils mit der Hand, das Zusammennähen mach ich aber doch lieber mit der Maschine. Auch diverse Kleidungsstücke hab ich in den letzten Jahren genäht. Sie ist also ständig in Gebrauch.
Kein Wunder, dass es nun wieder zu Aussetzern kam, sie war schwergängig, es klackerte. Die Botschaft war klar: Schick mich zur Inspektion! Mein erster Gedanke: Die hab ich doch erst beim Reinigen gehabt? Der zweite Gedanke: *nachrechne* 1999 - Oh... das ist wohl doch schon etwas her...
Da ich mit dem letzten Service-Ergebnis sehr zufrieden war, habe ich sie wieder dort hin gebracht. Beim Abgeben sind mir die vielen Nähmaschinen aufgefallen, die dort ebenfalls zur Reparatur-Abholung warteten. Sicher waren da auch paar modernere Modelle dabei, aber das meiste waren solche Goldschätze wie meine - wenn nicht sogar noch älter! Nähmaschinen sind ganz offensichtlich eine Anschaffung fürs Leben, für mehrere Generationen sogar. Sie werden gepflegt und in Ehren gehalten - und genutzt! Sie sind halt was Besonderes. Dass mich so ein Anblick zum Strahlen bringt, zeigt deutlich, dass ich die Tochter einer Handwerkerfamilie bin: Werkzeug muss eben pfleglich behandelt werden. :)
Heute habe ich meine Nähmaschine wieder an ihren Platz gestellt, den ich bei der Gelegenheit auch gleich ordentlich sauber gemacht habe. Und wie es der Zufall wollte, hatte ich ein ausgefranstes Handtuch und einen eingerissenen Kissenbezug zu reparieren. Eine gute Gelegenheit, das Maschinchen willkommen zu heißen.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie verblüfft ich war, als ich loslegte. Ein sanftes Schnurren, butterweicher Gang, perfekte Stiche... meilenweit dem voraus, was ich mir überhaupt hätte vorstellen können. Klar bin ich davon ausgegangen, dass sie keine Aussetzer mehr haben wird. Dass es nicht mehr klackert. Und dass sie etwas leichter läuft. Aber was ich bekommen habe, ist besser als neu! Ehrlich: ich bin verliebt in meine Nähmaschine! *gg* Da trifft es sich hervorragend, dass ich demnächst Urlaub habe und mir schon das eine oder andere Projekt im Kopf rumschwirrt. :)
Danke, dass du mich schon mein ganzes Leben begleitest. Ich werde dich gut behandeln, damit das auch weiterhin so bleibt und wir noch viele bezaubernde Stunden miteinander verbringen werden. :)
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Donnerstag, November 03, 2011
40 Jahre Organspendeausweis - offene Fragen
Heute hat der Organspendeausweis sein 40-jähriges Jubiläum (s. hier z.B.) Grund genug für die Medien, auf das Thema aufmerksam zu machen - nur jeder Fünfte in Deutschland hat einen Spenderausweis.
Warum das so ist? Es wird gesagt, dass mensch im Allgmeinen und der deutsche im Besonderen eher bequem ist. Sicher gibt es viele unter den 80 Prozent, die Organspenden an sich für eine gute Sache halten - aber da müsste man ja irgendwo so ein Ding beantragen. Wo überhaupt? (hier)
Deshalb gibt es in anderen Ländern - Österreich z.B. - die umgekehrte Regelung: Jeder ist automatisch Organspender, nur wer das nicht möchte, muss (aktiv werden und) Widerspruch einlegen.
Das hat für mich allerdings einen großen Haken: Es macht mich zum Ersatzteillager. Ich verliere jedes Recht über meinen Körper. Mir wird die Freiheit genommen, über meinen Körper selbst zu verfügen, selbst zu bestimmen. Sicher, mir wird das "Recht" eingeräumt, dagegen zu protestieren und das wird dann auch anerkannt. Doch ich muss meinen Anspruch auf mich erst geltend machen. Und das ist einfach nicht richtig.
Und ich sehe ein weiteres Problem: Jeder Mensch ist ab sofort wertvoller Rohstoff - Geldgier hat die Menschen noch immer am stärksten angetrieben. Möglich, dass ich nur zu viele schlechte Filme gesehen habe, doch die Vorstellung, für Organjäger wertvolle Beute sein zu können, gruselt mich.
Was ich vermisst habe am heutigen Tage, waren Berichte und Statistiken zur Organspende. Wie groß sind die Chancen, ein passendes Organ zu erhalten? Wie viele Wünsche werden erfüllt, wie viele Enttäuschungen erlebt? Wie hoch sind die Chancen bei der Transplantation? Das Risiko bei der OP? Welche Beeinträchtigungen bleiben danach bestehen? Müssen Medikamente genommen werden? Welche Nebenwirkungen haben diese? Wenn ein Organ "passt" - bleibt das dann so oder kann es sich nach einigen Jahren doch wieder abstoßen? Komplikationen geben? Langzeiterfahrungen müsste es ja inzwischen ein paar geben?
In den Medien ging es heute hauptsächlich um den Ausweis: Wer ihn hat oder nicht hat und warum? Das Fehlen von Infos zu der Sache an sich - dass und ob und wie Organspenden Leben rettet - fand ich schade.
Grundsätzlich mag ich die Vorstellung, nach meinem Ableben durch einen Teil von mir einem anderen Menschen das Leben zu verlängern, zu retten, (wieder) lebenswert(er) zu machen. Recycling find ich immer gut! ;)
Doch tut es das wirklich? Leben retten? All meine Fragen stehen offen im Raum. Und was bringt es mit sich, zum organischen Rohstoff zu werden? Ich kann mich nicht guten Gewissens hinstellen und behaupten, dass ich Organspenden für eine gute Sache halte. Es gibt zu viele Fragezeichen - und nicht alle können durch Statistiken und Zahlen gelöst werden.
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