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Montag, August 25, 2008

Färbe/Batik-Lust+Frust

Färben in der Waschmaschine ist eine geniale Erfindung! Geht einfach und sauber. Gibt viele Farben zur Auswahl und ich hatte bisher immer super Ergebnisse.

Den absoluten Löwinnenanteil meiner Patchwork-RohStoffe bildet nämlich ausrangierte Bettwäsche. Der Baumwollstoff lässt sich super verarbeiten, und da die Teile, die ich von verschiedenen Seiten vererbt/geschenkt bekommen habe, hauptsächlich weiß sind, eben auch klasse färben.

Pro Färbung kann 600 bis 1800 g Stoff verarbeitet werden, wobei das Farbergebnis dann natürlich variiert. Allerdings ist die Maschine ja selbst bei 1800 g grade mal halb voll; da also wesentlich drunter zu bleiben, verkraftet mein Öko-Herz nicht.
Zu dem Stoff kommt das mitgelieferte Fixier-Pulver, sowie 500 g normales Speisesalz. Maschine starten, fünf Minuten warten, Farbe rein (über den Waschmittelschacht), mit Wasser nachspülen. Abwarten bis die Maschine durch ist. Danach nochmals ganz normal mit Waschmittel durchlaufen lassen. Fertig.

Neulich hatte ich maisgelb und maigrün. Ersteres ist wirklich super gelungen! Obwohl ich wieder die Obergrenze der Stoffmenge verwendet habe, ist ein leuchtendes, leicht ins Orange driftendes, sattes Gelb heraus gekommen. Allerdings geb ich den Stoff immer trocken in die Trommel, nicht wie angegeben, nass. Obs daran liegt? Flecken o.ä. hatte ich jedenfalls bislang noch nie.

maigrün, maisgelb, batik

vlnr: maigrün (auf dem Foto leider nicht ganz originalgetreu), maisgelb, batik: maigrün über maisgelb

Am nächsten Tag habe ich einen Teil des maisgelben Stoffes kunstvoll verschnürt und mit in die maigrüne Ladung gegeben. Außerdem noch eine - ehemals - weiße uralt-Tischdecke, an der ich aus sentimentalen Gründen sehr hänge, die aber halt im Lauf der Zeit doch schon paar Flecken abbekommen hat. Grün hört sich doch gut an, oder? Und sollte auch die Teeflecken überdecken...

Das Ergebnis war niederschmetternd! Erstens ist das maigrün genau jenes hellgrün, das ich im letzten Jahr schon bis zum Abwinken verwendet habe. Na gut, denk ich mir nach dem ersten Schock. Hässlich an sich is die Farbe ja nicht. Ich bin sie halt über. Die Vorräte waren aufgebraucht, jetzt sind sie wieder voll. Und überfärben geht ja immer noch. Also was solls.

Als zweites seh ich die KNALLgrüne Tischdecke. Ich weiß nicht, was _da_ passiert ist, aber die hat eine Leuchtkraft entwickelt, die eine echt erblinden lässt. Nach einigem Blinzeln dann der nächste Schock: nicht nur, dass die Teeflecken noch immer gut sichtbar waren - es waren auch noch neue Flecken dazugekommen. Da ist mir eingefallen, dass ich die Tischdecke über die Jahre ja schon mehrfach mit diversen Fleckentfernungsmitteln behandelt hatte. Und die Flecken, die dann - so gut wie - weg waren, waren jetzt in voller Pracht, teilweise dunkelgrün (!) wieder da! Ganz klasse!

Entschädigt für all das hat mich dann das Ergebnis der Batikaktion:

batik: maigrün über maisgelb

die Farben sind auf dem Bild leider nicht so gut getroffen - aber das Muster ist gut sichtbar

Wie erhofft, wurde aus dem Maigrün ein leichtes, cremiges Helloliv - eben durch die orange-gelbe Ausgangsfarbe. Und das Muster erst! Ich bin hellauf begeistert!

Dadurch wieder frisch motiviert, hab ich mir gleich in der Woche danach noch terracotta besorgt. Die hatte ich schon mal für Kleidung verwendet mit superklasse Ergebnis (da waren sogar die Teeflecken weg).

Ich hatte noch einen weißen Rock, den ich mitfärben wollte, außerdem Bettwäsche - und eben einen Teil des "tollen" maigrünen Stoffes. Den hab ich wirklich kunstvoll und mit Hingabe abgebunden und verknotet. Ich war aufs Ergebnis total gespannt! Also die Waschmaschine leer machen (normale Wäsche hab ich ja auch noch ab und zu mal), Färbeladung voll. Bis ich die Handtücher aufgehängt habe, sind die fünf Minuten um, dann die Farbe rein und abwarten...

Wie so oft, hatten auch an jenem Tag mein Liebster und ich ein super Timing. Er kam gerade vom Einkaufen nach Hause, als ich das vorletzte Wäschestück aufhängte. Noch flugs alles weggeräumt uuund - Feierabend. Hinknüscheln.
Nach einer Stunde ist mir dann eingefallen, dass ich irgendwas vergessen hatte... Mist! Die Maschine war jetzt ohne Farbe fast zum Ende durchgelaufen. Soviel Wasserverbrauch für umsonst. Sehr ärgerlich. Aber war jetzt halt so. Also gleich nochmal eingeschaltet, diesesmal auch wirklich die Farbe zugeschüttet. Die Stoffe waren jetzt halt nass, aber lt. Anleitungen sollten sie das ja eh sein. Konnte also nicht schaden.

Weit gefehlt! Als ich die fertige Maschine öffnete, erblickte ich ein zart-pastelliges Lachsrosa!!!

zart-pastelliges lachsroa

Links auf dem Bild - zum Vergleich - die Hose in terracotta, wie es sein sollte. Und rechts der Traum in zart-pastelligem lachsrosa....

Überflüssig zu sagen, dass das Ergebnis meiner kunstvollen Verschnür-&-knot-Aktion gleich null war. Naja, nicht ganz. Immerhin ist das maigrün um eine halbe nuance sanfter geworden. Wenigstens etwas:

nuancen von maigrün

rechts das original-maigrün, links davor die beiden Stücke, die in zart-pastelligem lachsrosa gebadet haben

Nasse Stoffe werde ich jedenfalls nicht mehr färben. Und wenns noch so oft auf der Anleitung steht. Oder obs daran lag, dass beim zweiten Versuch ja weder Salz noch Fixierer mehr dabei waren... ? ;)
Sicher ist: Färben als wirksames Fleckenmittel scheidet aus bei Eiweiß- und vorbehandelten Flecken. Für Teeflecken stehts 1:1 - die Gelegenheit für weitere Tests wird sich aber sicher ergeben.

Und da ich noch jede Menge Vorrat an Bettwäsche habe, werde ich meiner Färbe-Batik-Lust definitv weiter frönen. Aber zuerst muss noch das zart-pastellige Lachsrosa dran glauben... *g*

Geschrieben von Zauberweib am Montag, August 25, 2008 ~ Schublade: SelbstGemacht
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Samstag, August 09, 2008

"Depression, die verkannte Krankheit"

Ursula Nuber *), die Redakteurin der Zeitschrift "Psychologie Heute", beschreibt in diesem Buch eine Krankheit, die nur allzuhäufig verkannt wird. Verkannt von den Betroffenen selbst, aber auch von Angehörigen und/oder (Haus)ärzten, falls eine den Weg dorthin doch einmal wagt.

In der Einleitung geht es um die Frage, warum Depressionen zunehmen.

Der Hauptteil befasst sich mit:

I - Depression, was ist das eigentlich?

Es wird klar gemacht, dass Depression eine Krankheit ist, die viele Ursachen, Auswirkungen und Zusammenwirken verschiedenster Faktoren hat. "Die" Depression gibt es nicht, eine Diagnose kann praktisch nur durch Einkreisen verschiedenster Symptome gestellt werden - eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen ist hier absolute Voraussetzung!

II - Depression, gibt es überhaupt Hilfe?

Ja, die gibt es; sämtliche bis heute (ich rede hier von der Neuauflage 2006) bekannten Medikamente und Therapieformen werden vorgestellt und erläutert. Und es wird klar gemacht, dass es kaum eine vollständige "Heilung" geben wird, wie z.B. bei einem Schnupfen. Wenn wir ehrlich sind: so ein Schnupfen kommt doch auch immer wieder. Was wir jedoch tun können, ist, unser Immunsystem zu stärken...

III - Depression, der Kranke und die anderen

Ein wichtiger Punkt, der - nicht zuletzt - dieses Buch auch gerade für Angehörige so wertvoll macht. Es wird klar gemacht, dass ein "Reiß dich halt mal ein bisschen zusammen" alles andere als hilfreich ist, sondern dass es u.a. wichtig ist zu verstehen - oder dies zumindest zu versuchen. Auch auf die gegenseitigen Abhängigkeiten wird eingegangen, sowie dem Thema Selbstmord Raum gegeben. Fast jede Depressive denkt während des Krankheitsverlaufs mal an Selbstmord, viele versuchen es, und einige sind damit auch erfolgreich.

Den Abschluss bildet ein kurzer Ausblick auf die "positiven" Seiten der Depression. Klingt erst mal komisch, ist aber so. Denn im "Idealfall" merkt mensch, dass es spätestens jetzt not-wendig ist, ein paar Dinge im Leben grundsätzlich zu ändern. Ansichten über sich, über andere, über Möglichkeiten, Chancen, alle Lebensbereiche betreffend. Und das setzt ein Auseinandersetzen mit sich selber, den eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Ängsten voraus. Oder, wie wir Heidnischen das gern nennen: Schattenarbeit betreiben.

Ein wirklich sehr gut gelungenes Buch, das einfach einmal aufklärt. Jene, die befürchten, depressiv zu sein, können sich und ihre Gedankenmuster hierin wiederfinden und darüber hinaus erfahren, dass es eben keine "Schande" ist, kein "Versagen" ist, sondern schlicht und einfach die Seele hartnäckig um Hilfe ruft und Beachtung einfordert. Es klärt auf über die Behandlungsformen und enthält im Anhang nützliche Adressen und ein umfangreiches Literatur- und Quellenverzeichnis.

Auch Angehörige profitieren von diesem Buch und sollten es meiner Meinung nach unbedingt lesen. Um zu erfahren, was in einer Depressiven abläuft, um besser verstehen zu können.

Auf unverständliche Fachsprache verzichtet die Autorin - sie informiert. Und das gründlich.

Wer konkrete Hilfe zur Selbsthilfe sucht (die auf jedem Fall erforderlich ist - die Bereitschaft, sich selber zu helfen), der kann ich Lucinda Bassetts "Angstfrei leben" *) sehr empfehlen.

*) Buchlinks verweisen wie immer auf Amazon, einem gewerblichen Angebot.

Geschrieben von Zauberweib am Samstag, August 09, 2008 ~ Schublade: QuerGelesen
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"Die Schuld, eine Frau zu sein"

Mukhtar Mai *) beschreibt ihre eigene Geschichte. Die Muslima lebt in einem pakistanischen Dorf, das von Männern und den Traditionen beherrscht wird. Wie die meisten Frauen in ihrem Land, kann sie weder lesen noch schreiben.

Eines Tages soll sie einen höheren Clan um Vergebung bitten, weil ihr Bruder angeblich etwas mit einer Frau aus diesem Clan hatte. Unter diesem Vorwand und vor versammelter Dorfgemeinschaft wurde sie von vier Männern des fremden Clans vergewaltigt. Es gehört zur "Tradition", dass Frauen büßen müssen, egal, wer was getan hat.

"Üblich" wäre nun Selbstmord, doch sie kommt aus ihrer Lethargie heraus und beginnt zu kämpfen. Ein langer, beschwerlicher Weg beginnt für sie; zu ihrem Glück bekommt die Presse Wind von dem Vorfall. Schon bald erweckt ihre Geschichte internationales Intresse, Menschenrechtsorganisationen u.a. bieten ihr Hilfe an.

Im Zuge alldessen gründet sie eine Schule für Mädchen (später nimmt sie noch eine Jungen-Klasse dazu). So dass ihre Geschichte bewirkt, dass die Frauen nach ihr bessere Chancen haben. Nur eine, die lesen kann, kann sich auch über ihre Rechte informieren und auch einfordern.

Das Buch ist spannend geschrieben; sie beschreibt ihre Zweifel, die sie immer wieder überrollen, und wie ihre Freundin Naseem dann regelmäßig den Kopf wäscht. Sie schreibt aber auch, dass sie und ihre Geschichte keine Ausnahme ist. Immer wieder erzählt sie von anderen Frauenschicksalen, denen es ähnlich erging wie ihr.

Die Geschichte einer bewundernswerten starken Frau, die Ausdauer und Beharrlichkeit zum Ziel geführt haben. Und Mut!

Mehr zu ihrer Geschichte z.B. bei suedasien.net.

*) Buchlink verweist wie immer auf Amazon, einem gewerblichen Angebot.

Geschrieben von Zauberweib am Samstag, August 09, 2008 ~ Schublade: QuerGelesen
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Sonntag, August 03, 2008

Die Sonne

Irgendwie wird aus meiner magischen Homepage immer mehr eine Handarbeits- und Bastelseite. Darüber, ob und wie das zusammengeht, ist u.a. bei Distel etwas zu lesen. Hier wird demnächst dazu auch ein Artikel folgen.

Bis dahin erst einmal auf vielfachen Wunsch *g* ein Bild meiner gepatchten Sonne:

Patchworksonne  

Fürs Rund-Nähen fehlt mir wirklich jegliche Geduld, daher besteht diese Sonne nur aus geraden Linien. Das heißt, eigentlich ist es also ein 12-Eck bzw. 12-Stern.

Hier noch eine Nahhaufnahme:

Sonne nah  

Und hier die Vorlage (pdf): großeSonne-Patchvorlage. Sie muss allerdings noch vergrößert werden. Also pro Patchteil ein 12er-Segment. Die 12 Teile am Ende dann zusammennähen. Und bitte dran denken, dass das Ganze mehr ergibt, als die Summe der Teile. Zumindest bei mir war das so, daher ist sie an den Rändern etwas gewellt :)

Und falls eine die entsprechende Funktion bei Scribus für "An Hilfslinien ausrichten" kennt, dann gibts auch nochmal gern ne Original-Vorlage. ;)

Geschrieben von Zauberweib am Sonntag, August 03, 2008 ~ Schublade: SelbstGemacht
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