Sonntag, März 20, 2011
Uzume
Der Mythos um Uzume lässt sich schnell erzählen:
Es war einmal eine japanische Sonnengöttin - eher die japanische Sonnengöttin - namens Amaterasu. Die hat sich mit ihren Götterbrüdern ziemlich gestritten, woraufhin sich Amaterasu beleidigt, gekränkt, verärgert in eine Höhle zurückgezogen hat. Das war insofern blöd, da mit ihr auch die Sonne von der Bildfläche verschwunden war. Nicht nur die Menschen, auch die Götter reagierten darauf teils wütend, teils besorgt wegen dem Ausbleiben der Ernte. Das war für die Menschen nicht gut, und wenn die grantig waren, war das für die Götter auch nicht gut. Denen wurde doch schließlich die Schuld für alles zugeschrieben...
Also machten sich ein paar hundert der nächsten Götterverwandten Amaterasus auf, um sie aus ihrer Höhle wieder herauszulocken. Sie versuchten es mit Bitten und Flehen und Drohen und Bestechen - alles, was ihnen einfiel. Nichts. Keine Chance.
Und jetzt kommt endlich Uzume auf den Plan - um die es hier doch eigentlich geht. Die hat schnell gemerkt, dass die herkömmlichen Methoden hier nicht fruchten. Genügend Publikum war vorhanden, also hat sie angefangen zu tanzen. Das darf eine sich jetzt nicht wie einen orientalischen Schleiertanz vorstellen, sondern eher... schräg. Anrüchig. Komisch. Eine fette Alte, die ihre Quarktaschen-Hängebrüste links und rechts über die Schultern wirft, deren Bauchfalten wabbeln und schwingen, und die ihre Schamlippen "sprechen" lässt: versaute Witze, anrüchige "Angebote" an die Umstehenden - eine gelungene, "böööööse" Parodie der Amaterasu. ;)
Es dauerte nicht lange, bis die Umstehenden lachten und gröhlten, immer näher um sie drängelten, sie anfeuerten, klatschten, damit der verrückt-frivole Tanz der Uzume immer weiter gehen möge. An den eigentlichen Grund ihres Hierseins dachte niemand mehr und Amaterasu merkte in ihrer Höhle, dass da draußen etwas nicht stimmte. Jemand huschte grad an Höhleneingang vorbei, und als die Sonnengöttin aus ihrem Versteck heraus fragte, was denn los sei, meinte der, dass sich keiner mehr um sie schere, sie hätten jetzt eine viel bessere Göttin, die sie wenigstens zum Lachen brachte.
Amaterasu war über diese Nachricht ziemlich unglücklich, außerdem war sie neugierig. Wer war das? Welche ihrer Schwestern und Götterverwandten war in der Lage, sie - die Sonnengöttin! - zu übertrumpfen? Selbstverständlich musste sie sich das ansehen!
Genau darauf hatte Uzume gesetzt. Sobald sie auch nur den Hauch einer Bewegung im Höhlenbereich ahnte, war sie schon zur Stelle. Und als Amaterasu nach draußen trat, sah sie zuerst - sich selber! Denn Uzume hatte ihr einen Spiegel vorgehalten - Amaterasu war gebannt, begeistert von ihrer strahlenden Schönheit. Diese Gelegenheit wiederum nutzten einige andere, um den Höhleneingang zu verrammeln.
Die Sonne war zurück auf der Erde. Uzume hatte auf ihre ganz ureigene Art das Unmögliche geschafft.
~*oOo*~
Soweit die Geschichte. Erinnert seht an den Persephone-Demeter-Mythos. Dort war es die Göttin Baubo (s.u.), die Demeter wieder zum Lachen brachte, so dass sie neuen Kraft schöpfen konnte, um ihrer Tochter in der Unterwelt zu finden und zu befreien. Im Prinzip dieselbe Geschichte.
Was lernen wir daraus? Dass die Fähigkeit zu Lachen uns niemals abhanden kommen sollte. Dass wir immer in der Lage sein sollten, über uns selber lachen zu können. Und dass es bei genauer Betrachtung jeder Situation etwas Komisches abzugewinnen gibt.
Uzume begleitet mich schon sehr lange. Sie war es auch, die mich vor einigen Jahren etwas sehr Wichtiges hat wiederfinden lassen: meinen Optimismus! Seitdem ist sie für mich die Göttin des Zufalls, des Lachens, des Optimismus' und natürlich des Humors. Nach Luisa Francia (s.u.) ist sie (auch) die Göttin der Lust und der Leidenschaft. Wenn das nicht nur aufs Sexuelle begrenzt gemeint ist, stimme ich dem uneingeschränkt zu. Lachen befreit, erlöst, schafft eine ganz neue Atmosphäre. Lachen ist Magie, starke, gute Medizin. So ist es nicht unangemessen, Uzume auch als Schamanengöttin zu sehen.
Uzume hat als Planetenpatin des Uranus einen Stammplatz in meinem persönlichen "Göttinnenpantheon" erhalten.
Mehr zu Uzume findest du hier:
- Amy Sophia Marashinsky: Göttinnen-Geflüster : Buch mit Orakel-Karten (Amazon-Link)
- Luisa Francia: Eine Göttin für jeden Tag (Amazon-Link - leider nur noch gebraucht und sehr teuer)
- Ama no Uzume auf artedea.net (Direktlink)
- Die Göttin Baubo im Schlangengesang Nr. 14 (Direktlink)
Noch mehr Göttinnen findest du hier im Archiv.
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Freitag, März 11, 2011
Die Seele des Raumes berühren: Rezension
Die Seele des Raumes berühren : Den eigenen Lebensraum neu erfahren, gestalten, reinigen und energetisieren von Stephan Andreas Kordick (Amazon-Link)
Ein Buch zum Verlieben - in die eigenen vier Wände. Im ersten Teil lädt der Autor ein, die Wohnung/das Haus mit allen Sinnen zu erfahren, im Wortsinn wahr-zu-nehmen. Er erklärt, welcher Teil (Zimmer, Dachboden, Keller, Garage, Wasser- und Stromleitungen) welche Aufgabe hat bzw. welche Entsprechung im menschlichen Körper. Man fühlt sich dabei beim Lesen liebevoll an die Hand genommen von einem, der weiß, was er erzählt, weil er es schon viele tausend mal selber erlebt und erzählt hat.
Im zweiten Teil geht es um die Reinigung des Lebens-Raumes. Zuvor wird
der Ablauf eines ganzes Rituals aufgezeigt, durch einige Praxisbeispiele
bereichert. Im Folgenden wird jeder Teil des Rituales von der
Vorbereitung bis zum abschließenden Aufräumen und Aufbewahren der
Utensilien genau beschrieben. Jedes Detail wird dabei konkret erklärt,
doch immer wieder auch der Hinweis: Machen Sie es so, wie es sich
stimmig anfühlt!
Stephan Kordick verändert den Blickwinkel auf den eigenen Lebens-Raum unweigerlich. Er redet mit einer solchen Selbstverständlichkeit von der Seele des Raumes, von seinen Kleidern und den Energien, dass einem gar nicht anderes übrig bleibt, als selber durch das Haus zu gehen, die Räumen (neu) zu betrachten und (den Frühjahrsputz zu planen *g*) wahr-zu-nehmen, mit allen Sinnen zu erfassen.
Dieses Buch ist sehr liebevoll geschrieben, von jemanden, der weiß, wovon er redet, der nix künstlich aufbauscht, kein Hokuspokus, sondern schlicht und einfach: Handwerk. Ein Blick auf seine Homepage hat mir den sympathischen Eindruck, den ich schon vom Lesen gewonnen habe, bestätigt.
Wirklich gute (Sach-)Bücher lassen sich nach meiner Auffassung auch daran messen, ob man sie einmal liest und dann ins Regal stellt, oder immer wieder gerne zur Hand nimmt, darin blättert, sich hier und da festliest und jedes Mal was Neues entdeckt. "Die Seele des Raumes berühren" gehört nach dieser Definition auf jeden Fall zu den wirklich guten. Daher satte fünf Punkte - dass die alte Rechtschreibung verwendet wird, hat mich anfangs schon etwas irritiert, aber der Inhalt machts mehr als wett :)
Übrigens: Um gute Energien im Raum (Haus/Wohnung) dauerhaft einzuladen, gibt es einen wunderbar einfachen "Trick". Man lege sich einfach zwei bis drei Katzen zu, bei größeren Anwesen gerne auch mehr. Bessere Schnurgelenergieverteiler gibt es einfach nicht. Was sicher DosenöffnerInnen auf der ganzen Welt bestätigen können. ;)
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Dienstag, März 01, 2011
Gewerkeltes im Februar
Im Februar war ich nicht sonderlich kreativ tätig - und doch ist wieder einiges zusammengekommen:
Oben links zeigen sich eine ehemals hellblaue Jeans und ein ehemals weißes Langarm-Shirt in jetzt viel schönerem Grün. Auf dem Foto sieht es eher bundeswehr-oliv aus, in echt ist es ein richtig schönes, sattes Grün. Das Einfärben musste sein, weil die Jeans ständig dreckig aussah, auch wenn sie frisch aus der Maschine kam. Das Shirt wurde gefärbt, weil ich dringend noch eins für "Dahamrum" (Zuhause, zum Rumwerkeln) brauchte. Tshirts sind zu kalt, Pullis zu warm. Dass ich noch ein weißes hatte, hatte ich fast vergessen, weil ich es praktisch nie angezogen habe. Weil es weiß ist! *g* Jetzt nicht mehr! Dafür hab ich ein "neues" Shirt und eine "neue" Hose. :)
Das Achteck schräg darunter zeigt mein jüngstes Werk: einen Häkel-Teppich. Ganz unten Mitte nochmal ein Detail davon. Ich hab mit drei Fäden gearbeitet (Häkelnadel Nr. 7 oder 8, steht leider nichts drauf), dadurch konnte ich Übergänge machen. Im Durchmesser ist der Teppich 120 cm und es läuft sich superweich drauf. :)
Die beiden Bilder, die das Viererpack oben links vervollständigen, sind jeweils Mini-Socken. Die unteren sind mit drei Maschen je Nadel gestrickt, die oberen mit vier. Die sind ein bisschen größer und vor allem "sockiger". Und da eine ja immer mal Mini-Socken brauchen kann *zuHamamelisrübergrins*, hab ich gleich noch ne Anleitung dazu gebastelt. (minisoggn.pdf)
Rechts oben zwei (von sechs) Seiten eines "Salzfasses". Die Bezeichnung ist vielleicht etwas hochtrabend für ein Gefäß zur Beherbung von Salz, welches ich zwecks Bezug einer neuen Wohnung auf Reisen geschickt habe. Leider hatte ich kein kleineres Schraubglas gefunden, doch das hier erwies sich als sehr gut. Wegen der einigermaßen ebenen Flächen, die sich super bemalen ließen. Hier waren es einfach wasserfeste Stifte, WindowColors o.ä. geht aber sicher ebenso.
Zwei Paar Socken für meinen Liebsten wurden es auch wieder - sowas geht ja immer schnell. Rechts neben den Socken nicht unbedingt die Kategorie "selbstgemacht" - aber der erste Frühlingsgruß musste hier mit rein :) Ich mag zwar keine gebündelten Pflanzenleichen im Glas, da die Forsythien-Zweige bereits geschitten und übrig waren, habe ich sie gerettet. Das Wochenende im dunklen Keller ohne Wasser hätten sie sicher nicht überstanden. Und die gelben Blüten sind echte Stimmungsaufheller!
Unten links ein Schal aus Resten im Mosaic-Knitting-Grundmuster. Unten rechts die frisch umwickelte Leiter des Kratzbaumes. Motze schaut da zwar noch etwas skeptisch (ok, wirklich hübsch is das nun nicht), hat mir aber mittlerweile zu verstehen gegeben, dass sie damit sehr zufrieden ist! Werksseitig sind die Seitenteile der Leiter nämlich mit Plüschstoff bezogen, der bereits nach wenigen Tagen starke Gebrauchsspuren gezeigt hat. Mich haben hauptsächlich die Flusen überall gestört, und als die Löcher immer größer wurden, war Handlungsbedarf angesagt. Nach einigen Versuchen wurde es nun Paketschnur, doppelt verzwirbelt (zu was hab ich ein Spinnrad?) und fest rumgewickelt. Das scheint wirklich gut zu halten, sehr krallenfreundlich zu sein und dunkelgraue Flusen gibt's auch keine mehr. :)
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