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02 Mai 2010

Was gibt's Neues?

Um es gleich vorweg zu sagen: Bei mir nicht viel. Dafür bin ich andernorts auf viele gute, intressante oder auch nur kuriose Neuigkeiten gestoßen, die ich hier mal zusammentragen will:

Ich fang mal an mit der Anti-Atom-Kette anlässlich des Tschernobyl-Jahrestages. 120.000 Menschen sind im Norden auf die Straße gegangen und haben ein deutliches Zeichen gesetzt. Übrigens werden in vielen Gegenden von den verschiedensten Organisationen weiterhin Unterschriften gegen den Ausstieg aus dem Ausstieg gesammelt. Bei campact.de z.B. geht das auch online.

Weniger gute Nachrichten sind die Öl-Unglücke der letzten Tage. BP hat deswegen schon ziemliche Einbußen an der Börse zu verzeichnen und sehr viele Menschen tanken an anderen Tankstellen. Infos zur aktuellen Lage gibts bei utopia und Spiegel.

Das große Unglück am Great-Barrier-Reef ist zwar ausgeblieben (Bild), dennoch hat das empfindliche Riff beträchtlichen Schaden genommen. Laut Spiegel gehen die Australischen Behörden dieser Sache nach.

Bei sowas frag ich mich immer, was aus der Erfindung der Schülerin von vor paar Jahren geworden ist, die bei "Jugend forscht" mitgemacht hat? Die hat eine Art Pulver/Granulat erfunden, das das Öl aufsaugt und verklumpt. Die Klumpen können abgefischt werden und hinterher kann das Öl wieder "ent-bunden" werden. Hab grad mal bissl rumgesucht, aber nicht mal auf jugend-forscht.de bin ich fündig geworden. Also wenn da wer was weiß, täts mich intressieren.

Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit, der Tag, an dem in Berlin und anderen Großstädten in Deutschland randaliert wird - von rechts oder links is dabei egal. Mir zumindest. Wenn das Ergebnis Randale ist, kann die Ursache nix Gutes sein. Einfache Rechnung...

In diesem Jahr ist mir erstmals bewusst aufgefallen, dass das ein internationaler Feiertag ist. (wikipedia) Nicht zuletzt wegen Griechenland war die Berichterstattung diesbezüglich internationaler als sonst (meiner Auffassung nach zumindest); offenbar ist die Schmerzgrenze der Ausbeutung doch langsam erreicht. 200-Prozent-Forderungen seitens der Arbeitgeber sind laut Süddeutsche ein anschauliches Beispiel dafür, dass nur noch der Profit im Focus steht - und sonst gar nichts. Dazu passend der Aufruf des DGB.

Natürlich ist mir bewusst, dass es uns hier doch gut geht, im Vergleich zu den "armen Menschen in der Dritten Welt". Doch erstens mag ich mich nicht an dem messen (lassen), was noch schlechter ist, und zweitens bin ich durchaus dankbar dafür, dass ich in einem Land wie Deutschland lebe, in einem Klima, das weitestgehend von größeren Katastrophen verschont ist, dass ich einen guten Job habe und ein Auskommen mit dem Einkommen.

Genau das verpflichtet mich aber auch zur Verantwortung. Dass es den "armen Menschen in der Dritten Welt" so schlecht geht, ist nämlich auch von mir mitverursacht, mit jedem Tshirt ausm Schnäppchenladen und der Hauptsache-billig-Mentalität. Sicher kann ich nicht von heute auf morgen auf 100% ökofair umstellen - ist auch gar nicht sinnvoll! Aber warum beim Kaffee nicht mal auf das Fairtrade-Siegel achten? Und auch bei den großen Ketten tut sich was z.B. in Sachen Kleidung. Zumindest in Bezug auf Öko.

Dass die erste umweltfreundliche(re) Textildruckerei ausgerechnet im schönen Franken steht, freut mich natürlich besonders :) Und falls sich wer bei dem Link jetzt fragt: Kirsten Brodde - sagt mir das nicht was? Dann vielleicht von ihrem Buch "Saubere Sachen" (Amazon-Link), das ich mit dem Prädikat "Pflichtlektüre" auszeichne.

Ich achte also in Zukunft weiterhin darauf, was und wie ich konsumiere. Freilandeier sind für mich praktisch schon immer Pflicht, Erdbeeren gibts demnächst wieder frisch ausm Garten und ganz sicher nicht im Winter von sonstwoher. Orangensaft hab ich längst durch Apfelsaft ersetzt und ich achte auf das Kleingedruckte auf den Verpackungen. Nur schade, dass es keinen Warnhinweis ählich wie bei Zigaretten gibt, wenn es sich um genveränderte Lebensmittel handelt. Da kann also noch nachgebessert werden (am besten gleich auf EU-Ebene). Und natürlich steht bei jeder Anschaffung zuallererst die Frage: "Brauche ich das wirklich?" Dann doch lieber mal auf irgendwelchen Billig-Plastik-Ramsch verzichten und mir dafür beim nächsten Einkauf die teurere fairtrade-Variante der Nuss-Nougat-Creme gönnen :)

Apropos: laut karmakonsum ist der Umsatz bei fairtrade-Produkten um 26% gestiegen. Wir sind also schon mal auf dem Weg...

Zum Abschluss hab ich noch diesen Link gefunden, der zeigt, dass auch die Öko-Welle Dinge hervorbringt, die die Welt eigentlich nicht wirklich braucht :)

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