Zauberweibs Gewerkel

Gewerkeltes, Vorgestelltes, Spirituelles, Schnurgeliges :)

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Mittwoch, 20 Januar, 2010

CO2-neutrales Blog

Die Idee dahinter is recht einfach und gut. Dennoch muss ich zugeben, ein bisschen Skepsis bleibt. Einzig und allein wegen der Briefkasten-Aufkleber: Bitte keine Werbung! hab ich mich nun doch zum Mitmachen entschlossen.

Die hab ich mir im Sommer bereits schicken lassen und seitdem kleben sie am Briefkasten. War es Anfang des Jahres noch so, dass die Papiertonne zur Leerung wenigstens zu drei Vierteln, meist aber ganz voll war, isses uns neulich passiert, dass wir den Rausstelltermin übersehen hatten. Was aber seltsamerweise gar nicht weiter tragisch war, denn dank des wunderbaren Aufklebers war die Tonne nach acht Wochen noch immer nicht voll, es hätte noch einiges hineingepasst. Und das find ich einerseits ein wirklich phänomenales Ergebnis - andererseits isses auch sehr erschreckend, wieviel Müll Tag für Tag produziert wird.

Es ist mir unheimlich, wenn mich eine Seite mit den Angeboten aus meinem Ort/näheren Umgebung "begrüßt". Datenschutz verkommt immer mehr zu einem Märchen aus grauer Vorzeit... Btw. besuche ich keine Blogs mehr, die dieses aus-welchem-Ort-besuchen-mich-die-Leute-auf-meinem-Blog-Gadget eingebaut haben. Meine Art des stillen Protests, auch wenns vermutlich noch eh niemandem aufgefallen ist. :)

Gerade wenns um Werbung geht, bin ich vielleicht noch ein bisschen paraonider als sonst *g*, daher meine Skepsis, was die Blog-Aktion angeht. Allerdings erspare ich mir durch die Aufkleber dermaßen viel Papiermüll, dass ich auf diese Weise vermutlich wirklich den CO2-Ausstoß meines Blogs eingespart habe. Wenn auch nur rein rechnerisch.

Und vermutlich wird durch solche Aktionen am Ende doch mehr bewirkt als die Damen und Herren Machthabenden in Kopenhagen zustande gebracht haben... Shame on you!

Zauberweib am Mittwoch, 20 Januar, 2010 * Kategorien: Angedachtes, Vorgestelltes
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Kochen für Shermin: Keksäää :)

Dieser von Distel hervorgerufenen Aktion, Shermins Magischen Kessel zu unterstützen, mag ich mich gerne anschließen.

Kochen für Shermin

Was so manche vielleicht erst einmal verwundert, denn mit Kochen werd ich eher weniger in Verbindung gebracht. Aber ich liebe es zu backen! Und am allerliebsten back ich Kekse!

Tatsächlich können Kekse ganzjährig gebacken und gegessen werden. Es gibt jedoch einen sehr starken Anstieg an Verbrauch, Variationen und Angebot von Keksen etwa in der Zeit zwischen November und Januar. Während dieser Hoch-Saison lässt sich ein weiterer Anstieg bis zur Wintersonnwende beobachten, der danach abflaut, um spätestens Ende Januar wieder auf dem (Rest-Jahres-)Stand von Anfang November angelangt zu sein.

Kekse werden also in der Zeit von Samhain bis Imbolc besonders verehrt - oder geopfert, hier sind sich die Wissenschaftler noch nicht einig. Jedoch lassen der schon fast explosionsartig ansteigende Verbrauch, das ins Unermessliche wachsende Angebot, - selbst in Haushalten, wo sonst nicht gebacken wird, wird plötzlich Teig geknetet, gerollt, ausgestochen, in Form gebracht - keinen anderen Schluss zu, als dass den Keksen im Winter-Quartal besondere Achtung entgegengebracht wird. Dass dies kultischem Ursprung zuzuschreiben sein muss, wird vor allem auch darauf begründet, dass sie während dieser Hoch-Zeit einen besonderen Namen tragen. In der dunkelsten Jahreszeit werden Kekse "Plätzchen" genannt.

Zwischen Imbolc und Samhain allerdings führen die Kekse ein Schattendasein, sie sind in Bäckereien kaum bis gar nicht und in Supermärkten auch nur bei genauem Hinsehen zu finden, so dass sie da selbst gemacht werden müssen. Dass das sehr einfach ist, Spaß macht und am Ende sehr lecker schmeckt - ja, probiert's am besten selber aus :)

Das einfachste Rezept, das ich kenne, ist:

Die Butter sollte nicht frisch ausm Kühlschrank kommen, dann geht das Verkneten leichter. Damit lassen sich Kekse ausstechen, -radeln oder -pressen, ganz nach Belieben.

Noch einfacher sind Löffelkekse. Dazu wird ein weicherer Teig zubereitet, also notfalls einen Schuß (Soja-)Milch zufügen. Der Teig sollte etwas rupfig sein, da lassen sich mit dem Teelöffel schöne Häufchen abstechen.

Ebenfalls sehr gut sind Schnecken-Kekse. Teig ausrollen, Füllung draufstreichen, einrollen. Ggf. im Kühlschrank (oder um diese Jahreszeit: auf der Terrasse) noch etwas kaltstellen, dann lassen sich leichter Scheiben abschneiden. So in dem Dreh von 0,5-1cm Dicke - wobei die insgesamt aber ziemlich einheitlich sein sollte, wg. der Backzeit.

Füllung für die Schnecken-Kekse ist simpel: Marmelade mit gemahlenen Nüssen/Mandeln und/oder Haferflocken vermischen, so dass eine streichfähige Masse ensteht. Gibt weniger Sauerei als mit nur-Marmeladen-Füllung und die Füllung selber bleibt auch voluminöser.

Kekse mit dem Herz aus Marmelade lassen sich auf die altbewährte Art herstellen: Teig ausrollen, kleine Marmeladenkleckse in regelmäßigem Abstand auf die eine Hälfte klecksen, die andere Teighälfte drüberziehen, Ränder festdrücken, ausradeln. Oder auf die wohl einfachere Art durch Verwendung von Maultaschen-Formen.

Das Rezept lässt sich schier unendlich abwandeln:

Wers lieber herzhaft mag: Zucker weglassen (dafür etwas mehr Mehl), Butter zur Hälfte durch Ei ersetzen und ne Prise Salz zufügen. Relish nach Wahl (Zucchini, Paprika, ...) etwa 1:1 mit Reibekäse vermischen, Füllung aufstreichen, rollen, schneiden, backen, legga!

Gebacken werden die Kekse bei 180-200 Grad - zur Backzeit... tja, damit steh ich auf Kriegsfuß. Also nach 10 Min. mal nachsehen, kann grad bei eher dünnen (ausgestochenen) Keksen nicht schaden. Schnecken dauern auch mal 25 Minuten - aber lieber öfter mal nachsehen!

Die 1-2-3-Kekse sind mein absolutes Lieblings-Gebäck. Die Grundzutaten sind eigentlich immer im Haus - also schau ich einfach, was sonst noch grad so da ist und lass der Kreativität freien Lauf. Backen für die Seele... ;)

Bei der Kochen-für-Shermin-Aktion kannst du übrigens auch mitmachen, schau einfach nochmal bei Distels Aktions-Start-Beitrag nach. (bissl scrollen zu den "Regeln")

Zauberweib am Mittwoch, 20 Januar, 2010 * Kategorien: Gewerkel, Vorgestelltes
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Was in Klamotten alles drinsteckt

Ein Themen-Abend auf Arte war Anlass für diesen Artikel. (s.a. TAZ-Bericht). Klamotten sind für mich schon lang kein großes Thema mehr. Jeans, Pulli oder Tshirt. Im Sommer ein Kleid - damit ist frau angezogen. Und solange die Teile sauber und in Ordnung sind (also keine Löcher, Risse, etc., die nicht repariert werden können), können sie getragen werden, bis sie auseinanderfallen.

Gut, bei jüngeren Menschen mag das noch wichtig(er) sein, ständig neue Klamotten zu haben. Aber auch da ließe sich doch was machen. Gute Freundinnen teilen und tauschen doch eh desöfteren. Warum also nicht regelmäßige Tauschparties veranstalten? Das hat nur Vorteile:

Geringerer Spaßfaktor, aber gleicher Nutzen wäre das Aufsuchen eines Second-Hand-Ladens. Auch dort können die "alten" Kleidungsstücke überlassen und "neue" gekauft werden. Übrigens hat diese Ware einen weiteren großen Vorteil: da sie ja schon häufiger gewaschen worden ist, sind kaum noch Schadstoffe drin. SecondHand ist also wesentlich hautfreundlicher und gesünder als die Sondermüll-Produkte, die frisch über die Ladentheke gehen.

Ja, Sondermüll... anders lässt sich die herkömmliche Art der Kleidungsherstellung nicht nennen. Dass in Ländern wie Bangladesch produziert wird, liegt nämlich nicht nur an den wesentlich billigeren Löhnen als z.B. in Deutschland, sondern vor allem auch an fehlenden Gesetzen für Umwelt- und Arbeitsschutz. Da stehen die Arbeiter mit nackten Füßen in der Chlorbrühe! Die hinterher einfach auf die Straße oder in den nächsten Fluss gekippt wird...

Der ultrageile used-look bei Jeans wird durch Sandstrahlen erzeugt. Dabei geraten winzigste Staubteilchen in die Lungen, die sich über die Monate bei den Arbeitern ansammeln und dann ersticken sie. Aber hey, geile Jeans... :(

Doch ohne Sarkasmus: Was dort in den Fabriken abgeht, ist menschenverachtend und umweltzerstörend. Anders lässt sicht ein Tshirt für 3,- Verkaufspreis einfach nicht herstellen! Schlimm ist die Unwissenheit: Die der ArbeiterInnen in den Fabriken, die keine Ahnung haben, welchen Gefahren sie sich täglich aussetzen, die (noch) keinerlei Bewusstsein dafür entwickelt haben, was durch die Chemikalien der Natur angetan wird - was ja letztendlich auch wieder Folgen für uns Menschen hat, um mal ganz egoistisch zu bleiben.

Und die Unwissenheit der (westlichen) Konsumenten, die sich über das "tolle Schnäppchen" freuen. Da gibt es eine Ladenkette, die sogar noch Werbung damit macht, dass ihre tolle "Qualität" einzig dadurch zustande kommt, dass die am Herstellungsprozess Beteiligten gequält werden. Naja, ganz so wörtlich drücken sie es nicht aus, aber ich denke, ihr wisst, was gemeint ist :)

Jedenfalls sinds solche Aktionen, die bei mir inzwischen Übelkeit verursachen, wenn ich nur das Wort "billig" höre! Was wir hier "billig" konsumieren können, geht immer auf Kosten anderer und zu Lasten unserer Umwelt! Anders funktioniert "billig" nicht!

Und wirklich günstig - von obigen Einschränkungen mal sowieso abgesehen - ist "billig" in den allerwenigsten Fällen. Weil "billig" von vorneherein darauf ausgelegt ist, eher kurzlebig zu sein. Schließlich wollen die Billig-Verkäufer nächstes Jahr auch wieder was verkaufen! Qualität und billig schließen einander definitiv aus!

Sicher ist es nicht einfach, die richtige Wahl beim Einkaufen zu treffen. Wie im Film auch angeklungen ist, werden mehr "bio"-Klamotten verkauft, als bio angebaut wird. Einfach nur dem bio-Aufdruck der Firma zu glauben wäre zu blauäugig. Doch es gibt auch hier Standards und Labels, denen Vertrauen geschenkt werden darf. z.B. das ÖkoTex-Label, GOTS und natürlich fairtrade.

Als unbedingte Pflichtlektüre für jeden Menschen, der schon irgendwann einmal im Leben Kleidung gekauft oder auch nur vor hat, irgendwann einmal welche zu tragen, will ich Kirsten Broddes "Saubere Sachen" empfehlen. (buecher.de) Dort gibt es all die appetitlichen Fakten zum Thema Kleidung schwarz auf weiß zum Nachlesen, außerdem werden etliche echte Öko(fair)-Läden genannt, in denen guten Gewissens eingekauft werden kann. Doch auch dann gilt: Weniger ist mehr!

Das Thema ökobiofaire Kleidung ist beleibe nicht neu: Der Vorreiter Hess-Natur wurde bereits 1976 gegründet. Und seit einiger Zeit wirbt auch Trigema für völlig schadstofffreie Kleidung - die überdies noch einheimische Arbeitsplätze unterhält. Geht doch!

Zauberweib am Mittwoch, 20 Januar, 2010 * Kategorien: Angedachtes, Vorgestelltes
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Die Göttin - der Gott - das Göttliche

Ja was denn nun? Mir ist es wie vermutlich sehr vielen in unseren Breitengraden ergangen: Von klein auf habe ich gelernt, dass es Gott gibt. Also: einen. Und der ist - selbstverständlich, natürlich - männlich. Warum es so eifersüchtig heißt, dass man keine anderen Götter haben soll neben ihm, war mir ebenfalls von klein auf schleierhaft - schließlich gibt es doch gar keine anderen Götter?

Nun, das stimmt - und gleichzeitig stimmt es nicht. Doch bevor ich das weiter ausführe, muss ich vorweg schicken: all das stimmt natürlich auch wieder nur für mich. Das ist der Haken an der Sache mit dem Glauben. Du kannst ihn nur für dich selber finden. Auf deinem eigenen Weg. Das kann einer mit etablierten "Reiseführer" wie z.B. der Bibel sein, das kann aber auch ein abenteuerlicher Weg durch den Eso-Dschungel und/oder einem Abstecher zur Psychotherapie oder über eine Krankheit sein.

Ich sehe es so, dass es "das Göttliche" gibt. Das ist für mich einfach Fakt. Dass es Menschen gibt, die das Gegenteil behaupten, macht es für mich nicht weniger wahr. Genausowenig wie ich diese Menschen der Lüge bezichtigen will. Glaube ist Privatsache, ist mit das Intimste, das es im Leben überhaupt gibt. Wer bin ich denn, anderen bei ihrem Glauben oder nicht-Glauben reinreden zu wollen?

Also halte ich fest: es gibt da "etwas", ich nenns der Einfachheit halber mal das All-Es. Eine treffende Bezeichnung, weil "das Göttliche" ja zwangsläufig alles umfassen/beinhalten muss, was war, ist und jemals sein wird. Immer und überall. Über die Grenzen unseres Sonnensystems, unserer Galaxie hinweg. Eben: All-Es! Das, aus dem alles entstanden ist und das, wo alles wieder hingeht.

Damit erübrigt sich an sich die Frage, ob "das Göttliche" männlich oder weiblich ist. Es ist beides, es ist alles und gleichzeitig nichts von all dem. Es kann nicht männlich sein, sonst könnte es das Weibliche nicht erschaffen. Es muss aber sowohl das Eine als auch das Andere sein, weil es beides hervorgebracht hat und bringt. Deshalb ist "das Göttliche" auch pflanzlich, tierisch, mineralisch, menschlich - und all das eben nicht. Weil es all das gebiert - also trägt All-Es auch alles in sich.

So weit, so gut. Aber wirklich verständlich ist dieses All-Es eigentlich nicht. Naja, liegt aber auch in der Natur des Göttlichen - dass es ein bisschen größer ist als wir Menschleins. Zu groß, um wirklich vollends von uns erfasst werden zu können. Das ist einerseits tröstlich zu wissen, dass alles Leben durch dieses All-Es verbunden ist, dass niemand wirklich allein ist. Dass es Geborgenheit gibt.

Manchmal brauchts aber etwas "Greifbares", etwas, das ich begreifen kann. Da hilft dann die Vorstellung eines Gottes, einer Göttin - oder einer ganzen Anzahl davon. Ich sehe diese Personifizierung (kann durchaus auch Tiergestalt sein, oder ein Baum, ein Fluss, ein Berg - All-Es kann schließlich alles sein!) ungefähr so, als würde "das Göttliche" ein Kleid, einen Mantel, ein Gewand überziehen, um für mich in einer bestimmten Situation auf hilfreiche Art sichtbar zu sein.

Da ich selber weiblich bin, ist es für mich realistischer, das All-Es als Göttin zu "sehen", wahr zu nehmen. Und es war schließlich auch SIE, die damals, vor vielen Jahren, plötzlich bei mir im Wohnzimmer stand und mich willkommen geheißen hat. Da war mir auf einmal klar, was bisher in meinem Glauben nicht richtig war.

Inzwischen habe ich viel gelernt. Habe über viele Göttinnen (und Götter) verschiedenster Kulturen und Zeiten gelesen, diskutiert, interpretiert, gefühlt, visualisiert, wahr-genommen. Viele Jahre, in denen ich immer wieder lose Enden aufgehoben habe, weiterverfolgt - um schließlich zu bemerken, dass sie alle denselben Ursprung haben.

So ist es für mich richtig. Bei dir mag das ganz anders sein - dann ist das genauso richtig. Für dich. Das ist wohl die wichtigste Lektion, die ich gelernt habe. Dass es tatsächlich nur einen Weg zum "Göttlichen" gibt. Nämlich den eigenen. Auch wenn das bedeutet, dass es dann doch wieder mehr als sechs Milliarden Wege gibt. Ist das nicht das eigentlich wunder-volle? Dass "das Göttliche" für jeden Menschen einen ganz individuellen Weg bereit hält, der sich nur wirklich auf den Weg machen will? Ich finde das großartig!

In den ersten Jahren meiner Spiritualitätsfindung hätte ich es nie gewagt, z.B. Isis und Freya gleichzeitig zu rufen. Schließlich gehören sie völlig verschiedenen Kulturkreisen und Glaubensrichtungen (wenn sich das so sagen lässt) an. Heute weiß ich, dass die beiden viel mehr verbindet, als sie trennen würde. Es ist - ganz vereinfacht gesagt - immer die Göttin, immer das Göttliche. Nur einmal in ägyptischer Tracht und einmal in nordischer. Wenn ich Heilung brauche, bitte ich Inanna um Hilfe. Wenn ich Inspiration brauche, ist Brigid die Göttin meiner Wahl. Die Göttin personifiziert also jeweils einen Teilbereich des All-Es - den Teil, auf den ich mich gerade konzentriere.

Die männlichen Gottheiten habe ich bislang ziemlich ausgeklammert. Das liegt wohl auch daran, dass das Männliche unser Erdenleben hier sowieso schon sehr dominiert. Da finde ich es umso wichtiger, in Sachen Spiritualität auf Weiblichkeit zu setzen. Nicht zuletzt eben auch deshalb, weils mir einfach näher liegt :)

Fazit: das Göttliche ist All-Es. Dem Individuum erscheint es männlich oder weiblich. Als diese oder jene Gottheit. Oder du spürst die göttliche Präsenz ganze einfach beim Spaziergang im Wald. Es ist immer das Selbe.

So sehe ich das zumindest :)

Zauberweib am Mittwoch, 20 Januar, 2010 * Kategorien: Spirikram
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Kauf mich!

Zur Weihnachtszeit wird's besonders schlimm: von überall her dröhnt es KAUF MICH! Bekleidungsläden, Parfumerien, Spielzeugfirmen, Porzellanmanufakturen - sie alle behaupten, das ideale und sowieso allerbeste Weihnachtsgeschenk für die Lieben zu haben. Die Idee, dass ein Geschenk nicht zwingend etwas Gekauftes sein muss, hat bei dieser Dauerbedröhnung aus allen Kanälen (Radio, TV, Internet, Plakatwerbung, Zeitung, Schaufenster, ... ) nicht die geringste Chance, ins Bewusstsein zu kommen.

Wirtschaft und Politik sind sich einig, dass die Krise überstanden ist und begrüßen die neuerstarkte Kaufkraft der Verbraucherschaft. Hauptsache kaufen, was ist eigentlich nebensächlich, landet früher oder später ja eh alles auf dem Müll.

Und damit auch wirklich alle ihr Geld ausgeben und konsumierensonsumierenkonsumieren, springen eine allerortens die Worte entgegen: BILLIG! TIEFSTPREISE! REDUZIERT! PREISE NOCHMALS GESENKT! RABATT! Aber vor allem ist es immer dieses eine Wort: BILLIG!

Ehrlich, ich kann es nicht mehr hören, nicht mehr sehen! Ich hab dieses BILLIG so dermaßen satt! Ok, ich gebe zu, an einem Restposten Wolle komme ich nicht immer vorbei. Wolle kann eine schließlich immer brauchen. Ich zumindest. Nur: wenn ich etwas Bestimmtes brauche, kaufe ich doch nicht das Produkt, das am billigsten ist, sondern das, das die beste Qualität hat. Ich überlege mir vorher, welche Ansprüche ich an das Produkte stelle. Zum Beispiel: Regionalität (niemals würde ich Äpfel kaufen, die nicht aus Deutschland kommen), ökologische Herstellung, faier Handel, Qualität, Material (kein Plastik, wenn es irgendwie vermeidbar ist), Verarbeitung, Funktionalität, Ausstattung (beim Staubsauger war es mir z.B. sehr wichtig, dass er ein langes Kabel hat. Damit war die Auswahl von vorneherein beträchtlich eingeschränkt), usw.

Ich mache mich also schlau und kaufe schließlich das Produkt, das meinen Anforderungen am besten entspricht. Wenn möglich, im Einzelhandel vor Ort, notfalls auch mal übers Internet. Aber was, um alles in der Welt, sollte mich dazu bewegen, einen 1-Euro-Laden aufzusuchen? Wer geht denn aus dem Haus mit dem Gedanken: Heute kaufe ich mal nur Dinge, die einen Euro kosten? Ich mein: das ist doch kein Kriterium! Selbst wenn es dort tatsächlich den einen oder anderen netten Nippes gibt - das Zeug steht letztlich nur rum, verstaubt, ist nach einem halben Jahr defekt und landet im Müll. Aber hey: hat immerhin nur einen Euro gekostet! Große Klasse...

Natürlich ist es schön, sich mal was zu gönnen. Selbstverständlich gibt es auch bei mir Tage, wo ich mir eine Belohnung verdient habe. Zum Glück habe ich immer ein paar Kleinigkeiten im Hinterkopf, die ich gerne haben würde, aber eigentlich nicht unbedingt brauche. Diese Dinge kaufe ich nicht sofort, wenn sie mir in den Sinn kommen. Schon deshalb, weil sich vieles davon nach nochmaligem Überdenken doch als nicht nötig erweist oder weil sich eine andere Lösung ergibt. Der Rest "parkt" irgendwo im Hinterkopf, bis sich die passende Gelegenheit findet. "Frustkauf" heißt bei mir also nicht, den nächsten Klamottenladen leerzukaufen, sondern mir beispielsweise endlich die 3er Häkelnadel zuzulegen. Auch wenn ich eine 2,5er schon habe. 2,5 ist eben nicht 3. (Ein 12er Schraubenschlüssel ist kein 11er.) Das Schöne ist dann, dass ich mich an diesem Einkauf wirklich freue. Auch noch, wenn ich wieder zuhause bin.

Das soll aber bitte nicht den Eindruck erwecken, dass ich knickerig wäre. Nur: was mach ich mit noch drei Pullovern, wenn ich eh immer nur einen auf einmal tragen kann? Mein Schrank ist voll damit - wozu noch mehr? Ich sehe den Sinn einfach nicht. Aber endlich die genau passende Häkelnadel zu besitzen - das ist ein tolles Gefühl!

Spontankäufe habe ich mir schon lange abgewöhnt. Spätestens, wenn ich zuhause die Dinge auspacke, kommt die Ernüchterung: iih, Polyamidmischung. Fängt nach nem halben Tag grausam zu stinken an. Werd ich also seltenst anziehen. Die Schuhe sehen toll aus. Aber der Absatz ist mir eigentlich zu hoch. Kennt ihr das auch? Das böse Erwachen, wenn der Rausch nachlässt? Deshalb lass ich solche Frustkäufe lieber gleich sein. Ich kaufe etwas dann, wenn ich es brauche und wenn ich genau weiß, was ich will. Weil - auch das habe ich festgestellt - dann habe ich die besten Chancen, genau das zu bekommen, was ich will. Und das beschert mir wirklich ein Glücksgefühl!

Ach, und noch eine Faustregel gibt es: Ich kaufe nach Möglichkeit nichts, wofür Werbung gemacht wird. Hier gibt es natürlich Ausnahmen: manche Produkte mag ich, obwohl dafür Werbung gemacht wird. Aber grundsätzlich erst einmal alles sehr kritisch zu beäugen und zu hinterfragen, was lautstark angepriesen wird, ist eine gute Möglichkeit, in den bewussten Konsum einzusteigen. Sich genauer zu informieren, zu vergleichen. Um am Ende das gute Gefühl zu haben, wirklich genau das richtige Produkt erworben zu haben. So macht Einkaufen richtig Spaß. Nachhaltig sogar!

Glaubt nicht alles, was die Werbung euch weismachen will. Und ein Paar selbstgestrickter Handschuhe mit passendem Schal und Mütze sind sogar für Teenies ein tolles Weihnachtsgeschenk. Echte Unikate. Exclusiver geht's nicht! :)

Zauberweib am Mittwoch, 20 Januar, 2010 * Kategorien: Angedachtes
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