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26 Mai 2009

Tom

Nach der langen Zeit des Wartens ist Tom letzte Woche endlich eingetroffen. Mein Liebster wollte es mir nicht so leicht machen und hat das Paket vor mir versteckt:

Versteck

Ich habs dann trotzdem schnell gefunden :) Bestellt hab ichs bei handwerkunddesign.de (gewerblicher Link), die ich nur weiterempfehlen kann! Besonders gefällt mir, dass die die Spinnräder auf Bestellung machen, bedeutet: "mein" Tom wurde extra für mich gemacht :)

Seitdem verbring ich meine Freizeit in etwa so:

spinnen  

Hier nochmal Tom in Nahaufnahme:

Spinnrad Tom  

Auch wenn es so aussieht, als würde sich nix bewegen: doch, tut es! Ich spinne nur sehr langsam - komme aber dennoch flott voran! Das genialste ist der Doppeltritt. Beim alten Spinnrad mit einfachem Tritt wurds sehr schnell "einseitig", hier bewege ich beide Füße und das ist viel angenehmer! Es ist total leise ("Ez hör ich ja ganemma, wennst spinnst!" - O-Ton des Gatten), und der Clou sind die drei Spindeln. Erstens, das überhaupt drei dabei sind und zweitens die Abspulvorrichtung zum Verzwirbeln. Göddin, was hab ich da früher auf- und ab- und umgewickelt, bis ich zum Verzwirnen kam. Und wenns dann endlich losging, schossen die Knäuel quer durchs Zimmer, Motze hinterher! Das war nicht einfach... :)

Etwas Übung brauch ich schon noch, aber ich hab mich bisher gut reingefunden. Die verschiedenen Übersetzungen will ich noch ausprobieren, doch das kommt alles noch. Mein allererstes Ergebnis - Schafwolle mit Leinen - sah dann so aus:

Schaf und Leinen

Außerdem hab ich mir gleich noch ein Paar Handkarden mitbestellt - doch, die gehn definitiv besser als Hundebürsten ;) Die Investition hat sich gelohnt! Das Leinen ist halt ziemlich starr, dafür hab ich noch Ramie, das zwar schön weich ist, aber sich nicht sooo toll verspinnen lässt. Die beiden Fasern hab ich nun vermischt und mich in das Ergebnis sofort verliebt:

Leinen + Ramie  

Da werd ich mir also nochmal ne Ladung von bestellen und mir eine Jacke oder einen Pullover von stricken... Das fühlt sich so wunderbar weich und griffig an, aber trotzdem fest, also nicht fluffig... einfach schön eben :)

Und ja, bei mir wird die Wolle ziemlich unregelmäßig. Bei meiner Blogrunde bin ich ja oft nur noch am Staunen, wie dünn und vor allem gleichmäßig so manche da rumspinnt - z.T. sogar noch per Handspindel! Das beeindruckt mich wirklich sehr und ich ziehe meine Hut davor. Nur: ich will das nicht. Was will ich denn mit einem Pulli (wasauchimmer) aus selbstgesponnener Wolle, wenn die so aussieht, als wärs gekaufte? Nee, da lob ich mir doch mein "Effektgarn", dem die Handarbeit so richtig anzusehen ist :)

"Schneeflocken-Garn" gibts übrigens auch schon (leider noch kein Foto). Die is aus sehr flockiger Baumwolle, die ohne vorheriges Kardieren fast unspinnbar ist. Die hab ich mir zum Handkarden-Ausprobieren ausgesucht, weils da ordentlich was zum Kämmen gibt, das Ergebnis aber gar nicht "glatt" sein muss. Weils ja Schneeflocken-Garn werden sollte. Ich habs mit normaler Schafwolle verzwirbelt, damit es nicht zu flockig wird und noch einigermaßen strickbar bleibt. Und ich glaub, das hab ich gut hingekriegt. Momentan hängts aber noch auf der Haspel.

Bleibt die Frage: gebrauchtes oder neues Spinnrad für Anfängerinnen?

Tja, also ich hatte zuerst ein Gebrauchtes, es war vollständig, funktionsfähig, billig und tat seine Dienste. Inzwischen weiß ich, dass mir Spinnen Spaß macht und dass das auf jeden Fall längerfristig machen will. Also lohnt sich die Anschaffung eines "richtigen", teuren Spinnrads. Und sowas kauft eine ja auch nicht alle Jahre, das soll dann schon mal einige Jahrzehnte halten.

Beim Gebraucht-Spinnrad-Kauf per Internetauktion o.ä. muss halt genau drauf geachtet werden, dass es vollständig ist und vor allem auch funktionsfähig. Und nicht nur ein Deko-Spinnrad. Die sehen nämlich genau so aus wie "die großen" - nur funktionieren sie nicht (richtig). Bei sehr vielen Angeboten steht sogar direkt dabei "Keine Ahnung, ob vollständig/funktionsfähig. Habs aufm Speicher gefunden!" Ich hatte mich damals im Vorfeld genau informiert, was alles dran und dabei sein muss und wies funktioniert. Dank der vielen Bilder bei "meinem" Angebot damals konnte ich sehen, dass offenbar alles dabei war. Und so wars dann auch.

Fazit: Gebraucht-Rad-Kauf kann gut gehn, kann aber auch ordentlich in die Hose gehen. Vorteil is jedoch, dass eine sich eher klar darüber wird, wie das "richtige" Spinnrad sein soll, wenn sie vorher eins zum "Üben" hat. Ich glaub z.B. nicht, dass ich mir von Anfang an eins mit Doppeltritt gekauft hätte. Dass ich den haben will, weiß ich nur, weil ich erst eben keinen hatte. Nachteil: wenns ein altes klappriges Teil ist, das hinten und vorne nicht richtig funktioniert, wirds kaum Spaß machen, darauf Spinnen zu lernen (allerdings is dann auch nicht soviel kaputt, wenns von lauten Flüchen begleitet in die Ecke fliegt *g*).

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