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09 August 2008
"Depression - die verkannte Krankheit"
Ursula Nuber *), die Redakteurin der Zeitschrift "Psychologie Heute", beschreibt in diesem Buch eine Krankheit, die nur allzuhäufig verkannt wird. Verkannt von den Betroffenen selbst, aber auch von Angehörigen und/oder (Haus)ärzten, falls eine den Weg dorthin doch einmal wagt.
In der Einleitung geht es um die Frage, warum Depressionen zunehmen.
Der Hauptteil befasst sich mit:
I - Depression, was ist das eigentlich?
Es wird klar gemacht, dass Depression eine Krankheit ist, die viele Ursachen, Auswirkungen und Zusammenwirken verschiedenster Faktoren hat. "Die" Depression gibt es nicht, eine Diagnose kann praktisch nur durch Einkreisen verschiedenster Symptome gestellt werden - eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen ist hier absolute Voraussetzung!
II - Depression, gibt es überhaupt Hilfe?
Ja, die gibt es; sämtliche bis heute (ich rede hier von der Neuauflage 2006) bekannten Medikamente und Therapieformen werden vorgestellt und erläutert. Und es wird klar gemacht, dass es kaum eine vollständige "Heilung" geben wird, wie z.B. bei einem Schnupfen. Wenn wir ehrlich sind: so ein Schnupfen kommt doch auch immer wieder. Was wir jedoch tun können, ist, unser Immunsystem zu stärken...
III - Depression, der Kranke und die anderen
Ein wichtiger Punkt, der - nicht zuletzt - dieses Buch auch gerade für Angehörige so wertvoll macht. Es wird klar gemacht, dass ein "Reiß dich halt mal ein bisschen zusammen" alles andere als hilfreich ist, sondern dass es u.a. wichtig ist zu verstehen - oder dies zumindest zu versuchen. Auch auf die gegenseitigen Abhängigkeiten wird eingegangen, sowie dem Thema Selbstmord Raum gegeben. Fast jede Depressive denkt während des Krankheitsverlaufs mal an Selbstmord, viele versuchen es, und einige sind damit auch erfolgreich.
Den Abschluss bildet ein kurzer Ausblick auf die "positiven" Seiten der Depression. Klingt erst mal komisch, ist aber so. Denn im "Idealfall" merkt mensch, dass es spätestens jetzt not-wendig ist, ein paar Dinge im Leben grundsätzlich zu ändern. Ansichten über sich, über andere, über Möglichkeiten, Chancen, alle Lebensbereiche betreffend. Und das setzt ein Auseinandersetzen mit sich selber, den eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Ängsten voraus. Oder, wie wir Heidnischen das gern nennen: Schattenarbeit betreiben.
Ein wirklich sehr gut gelungenes Buch, das einfach einmal aufklärt. Jene, die befürchten, depressiv zu sein, können sich und ihre Gedankenmuster hierin wiederfinden und darüber hinaus erfahren, dass es eben keine "Schande" ist, kein "Versagen" ist, sondern schlicht und einfach die Seele hartnäckig um Hilfe ruft und Beachtung einfordert. Es klärt auf über die Behandlungsformen und enthält im Anhang nützliche Adressen und ein umfangreiches Literatur- und Quellenverzeichnis.
Auch Angehörige profitieren von diesem Buch und sollten es meiner Meinung nach unbedingt lesen. Um zu erfahren, was in einer Depressiven abläuft, um besser verstehen zu können.
Auf unverständliche Fachsprache verzichtet die Autorin - sie informiert. Und das gründlich.
Wer konkrete Hilfe zur Selbsthilfe sucht (die auf jedem Fall erforderlich ist - die Bereitschaft, sich selber zu helfen), der kann ich Lucinda Bassetts "Angstfrei leben" *) sehr empfehlen.
*) Buchlinks verweisen wie immer auf Amazon, einem gewerblichen Angebot.
Letzte Änderung: 09 August 2008 23:18
Themen: Buch+Link
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