Zauberweibs Gewerkel

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Sonntag, 20 Januar, 2008

Heilung an und für sich

Das Buch, das mich in den letzten Monaten am meisten inspiriert hat, ist das heilende Bewusstsein von Joachim Faulstich.*) Er beschreibt Heilung als einen ganzheitlichen Prozess, der sich auf allen Ebenen des Seins abspielt und in logischer Konsequenz auch auf allen Ebenen angegangen werden kann. Er unterteilt folgende Bereiche:

1. Reparatur-Ebene (OP)
2. Ebene der Körperchemie (Medis)
3. Bewusstseins-Ebene ("Placebo-Effekt")
4. energetische Ebene (Handauflegen)
5. Quanten-Ebene (Fern-Reiki; vgl. a. morph. Felder)
6. Spiri-Ebene (Hilfe von Engeln, Geistern, Göttern)

Auf all diese Ebenen geht er ausführlich ein, unterlegt mit etlichen Beispielen. Dabei versucht er stets, das Thema vom "wissenschaftlichen Standpunkt" aus zu beleuchten, fernab von Eso-Spiri-Lichti-Blah. Ein wie ich finde gelungener Versuch, den eher "esoterisch" angehauchten Bereichen den Platz zuzuweisen, der ihnen zusteht. Schließlich gibt es inzwischen eine Vielzahl an Untersuchungen, die die Wirksamkeit von Reiki, Handauflegen, Engeln usw. belegen. Kritiker, die bei einer Erfolgsquote von vielleicht "nur" 70 % auf bloßen Zufall hinweisen, vergessen dabei gern, dass Medikamententests oft auch nicht wesentlich bessere Ergebnisse bringen - und dennoch zugelassen werden.

Besonders beeindruckt hat mich der Test mit den "Schein-OPs". Da wurden Patienten zur Knie-OP gebracht - aber nur ein Teil von ihnen wurde wirklich "repariert". Bei den anderen gab es nur Einstiche, damit alles so aussah, als ob. Und tatsächlich war die Heilungsquote der Nichtoperierten nur um weniges geringer als die der Operierten! (Die Probanten wussten natürlich im Voraus, auf was sie sich einließen.)

Faulstich betont, dass es keinen Allheilsweg gibt, sondern viele verschiedene Möglichkeiten zur Heilung. Die Kunst besteht darin, den für die Patientin besten Weg herauszufinden. Und so ist es letztlich auch ein Plädoyer für die Wichtigkeit des Vertrauensverhältnisses Arzt-Patient.

Nicht zuletzt aus diesem Grund also durchaus auch für Weißkittel lesenswert. Und vielleicht wird ja die eine oder andere dadurch angeregt, ihr Fachgebiet in Richtung "alternativer Heilmethoden" zu ergänzen bzw. das eigene Netzwerk um diese Bereiche zu erweitern.

Es ist kein Praxisbuch - wer sich konkrete Hilfe erhofft, wird hier nicht fündig. Aber es regt sehr zum Nachdenken an, den Begriff "Heilung" einmal völlig auseinander zu nehmen und neu aufzubauen. Ein Schritt in Richtung Heilungs- und damit auch Selbstverständnis.

*) Der Link geht zu buecher.de, einem gewerblichen Angebot.

Zauberweib am Sonntag, 20 Januar, 2008 * Kategorien: Vorgestelltes
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