Vom Werkeln und Räumen

Sonntag, 19. März 2017

Die Muße zum Handarbeiten fehlt mir in den letzten Wochen. Zu sehr bin ich/sind wir damit beschäftigt, die Wohnung meiner Mama auszuräumen - ohne die unermüdliche Hilfe meiner Schwägerin würde ich hoffnungslos untergehen! Natürlich landet nicht alles einfach nur auf dem Müll bzw. im Recycling, Kleidersammlung, etc. sondern ein großer Teil wandert immer ins Auto und von dort in unser Zuhause.

Obwohl ich vor zwei Jahren ordentlich ausgemistet habe, bin ich also schon wieder dran. Manches, was ich von Mama mitnehme, wird bei mir in Ruhe gesichtet und noch teilweise entsorgt (nachdem ich in Erinnerungen geschwelgt habe...); viele Dinge aber sollenmüssendürfen bleiben und brauchen einen neuen Platz. Regalbretter und Schrankfächer, die seit dem Ausmistprojekt leer waren, sind nun wieder gefüllt. Zwei geerbte Schränkchen haben für mehr Ordnung und somit mehr Platz gesorgt - vor allem im Bad sehr angenehm, dass dort nun alles in einem Unterschränkchen aufbewahrt ist und nicht länger in einem offenen Drahtkorbgestell.

Es ist aber längst nicht alles so einfach zu verstauen, deshalb hab ich mich auf die Kondosche Faltkunst eingelassen: (Marie Kondo muss nicht weiter vorgestellt werden, oder?)

Inzwischen bin ich Meistern im "Schubladen" basteln. Tatsächlich gewinne ich durch die Methode des Bägglibaggns (Kleidungsstücke in kleine Päckchen falten) sehr viel Platz und vor allem verschafft es einen besseren Überblick über die Tshirts, Pullis, usw. Den Langzeittest muss das Klamottenorigami noch bestehen, aber genau das will ich ja herausfinden: Ob das wirklich auf Dauer praktikabel ist.

Manchmal sind es auch eher die kleinen Dinge, die mit relativ wenig Aufwand große Wirkung erzeugen. So stört es mich schon seit langem, dass die Anrichte im Wohnzimmer teilweise durchsichtig ist. Das Glas ist zwar milchig, da dahinter aber Kerzen, Kerzenhalter, Dekoartikel usw. - bunt gemischt im Wortsinn - ihren Platz haben, sieht es halt immer gerümpelig aus. Nun habe ich mir im Zuge meiner Räumaktion ein Herz gefasst und endlich einen Vorhang von innen angebracht. Den habe ich dreilagig aufeinandergenäht, so dass er wirklich blickdicht ist. An den Türen von innen je vier kleine Nägelchen eingeschlagen und den Vorhang dort einfach reingehängt. Das Gewebe ist grob genug, warum also mehr Aufwand betreiben als unbedingt nötig? Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

TV-Schrank vorher-nachher

Für die zugehörige Vitrine habe ich ebenfalls einen (einlagigen) Vorhang genäht. Dort sind zwar mehrheitlich Gläser untergebracht, so dass hier weniger durchschimmert, aber es soll ja zusammenpassen und Stoff war noch genügend vorhanden. Der Vorher-Nachher-Effekt ist hier also nicht ganz so krass wie bei der Anrichte:

Vitrine vorher-nachher

Ich würde es gerne schaffen, nirgends nichts mehr offen rumstehen zu haben. Das lässt sich natürlich nicht überall umsetzen - mein Altar z.B. oder die Wasserschüsselchen für die Schnurgels - aber ich will das immer als Optimum im Hinterkopf behalten, um herauszufinden, was denn wirklich möglich ist. Und wenn es nur ein Austausch einer klobigen, schmuddelig gewordenen Küchenrollenhalterung gegen eine schlichtere, luftige Variante ist. Auch meine Kochlöffel haben ein neues Zuhause bekommen: Ein leeres Bröselkaffee-Glas hat ein Kleid aus Wollresten bekommen und noch eins zum Wechseln dazu:

Kleidchen fürs Kochlöffelglas

Eigentlich wollte ich auch noch vom Spüllappen-Upcycling berichten, aber da dieser Beitrag hier nun schon so lang ist, könnt ihr darüber auf meinem Wordpress-Blog lesen :)

Was haltet ihr von Marie Kondos Falt-Philosophie? Habt ihrs schon ausprobiert? Klappt das bei euch? Ich würd mich sehr freuen, über eure Erfahrungen zu lesen, gerne auch über aktuelle Ausmist- und Räumaktionen - das Thema ist bei mir halt momentan arg präsent.

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Beate hat am 22.03.2017 um 22:10:28 geschrieben:

Da bist du ganz schön fleißig! Der Effekt bei deinem Schrank hat mich sehr überrascht. Das wirkt gleich ganz anders! Ich habe auch einen Glasschrank und bin schon auf der Suche nach einem passenden Stoff. Das war genau der Anstoß, den ich gebraucht habe!

LG, Beate

Zauberweib antwortet:

Das freut mich, wenn ich dich inspirieren konnte :) Vielleicht magst du mir ja ein Vorher-Nacher-Foto zeigen, wenn du fertig bist?

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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